Koblenz

Vier herausragende Promotionsarbeiten ausgezeichnet

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Die Preisträger (von links) Dr. Linda Schürmann, Dr. Christin Seidenberg, Dr. Tamara Rischen und Dr. Konstantin Prinz. Foto: Teresa Schardt

Die Universität Koblenz hat alle Promovierten geehrt, die ihre Promotion zwischen April 2022 und März 2023 abgeschlossen haben.

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Die Universität Koblenz hat zum ersten Mal ihren universitätsinternen Promotionspreis verliehen. Prämiert wurde je eine Forschungsarbeit aus den vier Fachbereichen der Universität: Bildungswissenschaften, Philologie/Kulturwissenschaften, Mathematik/Naturwissenschaften und Informatik. Die Promotionspreise sowie die Promotionsfeier selbst werden von der Stiftung Universität in Koblenz und vom Freundeskreis der Universität in Koblenz unterstützt.

Die feierliche Verleihung der Promotionspreise fand erstmals im Historischen Rathaushaussaal der Stadt Koblenz vor rund 80 geladenen Gästen statt. Geehrt wurden auch alle weiteren Promovierten, die im Zeitraum vom 1. April 2022 bis 31. März 2023 an der Universität Koblenz ihre Promotion abgeschlossen haben. Beglückwünscht wurden sie neben der Unileitung auch durch Bürgermeisterin Ulrike Mohrs sowie durch den Vorsitzenden des Vorstandes der Stiftung Universität in Koblenz, Werner Höffling. Feierlich untermalt wurde die Veranstaltung durch einen Vortrag zum Promotionsprozess durch Prof. Dr. Wiebke Waburg, Professorin am Fachbereich Bildungswissenschaften der Universität Koblenz sowie durch Maren Paulmann und Sophie Vallendar von der Universitätsmusik. Ausgezeichnet wurden die folgenden vier Promovierten: Dr. Linda Schürmann, Dr. Christin Seidenberg, Dr. Tamara Rischen sowie Dr. Konstantin Prinz.

„Als eigenständige Universität im Norden von Rheinland-Pfalz spielt die Universität Koblenz eine besondere Rolle in und um Koblenz. Wir verstehen uns entlang der Themenschwerpunkte unserer vier Fachbereiche als aktive Partnerin für die Region, und deshalb auch und gerade als Ort herausragender Forschung. Die Leistungen unseres Forschungsnachwuchses zu würdigen und sichtbar zu machen, liegt uns und auch der Stiftung und dem Freundeskreis der Universität daher besonders am Herzen. Umso mehr freue ich mich heute erstmals, unseren vier Preisträgerinnen und Preisträgern in einem so würdigen Rahmen ganz herzlich gratulieren zu dürfen“, erklärte Prof. Dr. Stefan Wehner, Präsident der Universität Koblenz.

„Eine Promotion ist immer etwas ganz Besonderes. Zum einen ist sie für viele der Auftakt in eine spannende akademische oder teil-akademische Karriere. Zum anderen bedeutet sie in der Regel die Erforschung eines gesellschaftlich relevanten, neuen Themas, das meistens weitere, noch tiefer gehende Forschungsaktivitäten nach sich zieht und somit nicht nur die Wissenschaft voranbringt, sondern auch der Region nutzt. Als Vizepräsidentin für Forschung und Transfer ist die Promotionsfeier daher für mich ein sehr schöner Moment. Ich danke den Preisträgerinnen und Preisträgern sowie allen anderen Promovierten von Herzen und wünsche ihnen alles Gute“, kommentierte Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der Universität Koblenz.

Bürgermeisterin Ulrike Mohrs über die gelungene Veranstaltung: „Ich freue mich sehr, dass die erste Promotionsfeier der neuen Universität Koblenz im Historischen Rathaussaal der Stadt Koblenz stattgefunden hat. Hier wurden Leistungen gewürdigt, die wir in unserer Stadt und unserer Region benötigen, um dem Bedarf unserer Arbeitgeber in Wirtschaft und Verwaltung gerecht zu werden. Ich gratuliere allen Promovierten und natürlich ganz besonders den Preisträgerinnen und Preisträgern der vier Promotionspreise.“

Ausgezeichnet wurden die folgenden vier Promovierten für die folgenden Arbeiten:

Fachbereich Bildungswissenschaften: Dr. Linda Schürmann beschäftigte sich in ihrer Doktorarbeit am Institut für Psychologie mit der Fragestellung, wie man dem zu beobachtenden Trend einer sinkenden Lernmotivation von Schülern allgemein, aber auch in Ausnahmesituationen wie dem Homeschooling entgegenwirken kann. Um das herauszufinden untersuchte Linda Schürmann in ihrer Dissertation neben der motivationalen Kompetenz angehender Lehrkräfte auch den Einfluss des Lernorts auf die selbstbestimmte Motivation Lernender. Schürmann zeigte, dass außerschulische Lernorte wie eine Forschungsstation, aber auch digitale Lernorte nicht per se motivierend sind, sie es unter Berücksichtigung individueller Faktoren wie dem Geschlecht oder den bisherigen Leistungen aber sein können. Betreut wurde Linda Schürmann bei ihrer Dissertation durch Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl, in ihrer Funktion als Professorin für Psychologie sowie durch Prof. Dr. Eva Neidhardt, ebenfalls Professorin am Institut für Psychologie der Universität Koblenz.

Fachbereich Philologie/Kulturwissenschaften: Dr. Christin Seidenberg widmete sich in ihrer Dissertation dem Leben und Wirken des venezianischen Komponisten Antonio Lotti (1667–1740). Ihre Dissertation stellt einen ersten Schritt dar, um die Diskrepanz zwischen dem hohen Ansehen, dass Lotti vor allem in der älteren Fachliteratur genoss, und dem spärlichen Wissen um sein Œuvre aufzulösen. Folglich widmete sie sich zunächst einer kritischen Studie zu Lottis Biographie unter Einbeziehung neuer Quellenfunde. Im zweiten Teil gelang ihr erstmals die Identifikation von Lottis Buchstaben- und Notenschrift nach streng philologischen Kriterien. Angesichts des nicht mehr erhaltenen Nachlasses von Lotti bietet ihre Dissertation somit die unverzichtbare Basis zur weiteren Erforschung von Lottis Kirchenmusik, ihrer Überlieferung und Faktur. Betreut wurde Christin Seidenberg bei ihrer Dissertation von Prof. Dr. Petra Kindhäuser, emeritierte Professorin für Musikwissenschaft, sowie PD Dr. Robert Abels, Privatdozent und akademischer Oberrat am Institut für Musikwissenschaft.

Fachbereich Mathematik/Naturwissenschaften: Dr. Tamara Rischen beschäftigte sich in ihrer Promotion mit unterschiedlichen Maßnahmen zur Erhaltung des Artenschutzes in Agrarlandschaften. Im Rahmen ihrer Arbeit beobachtete sie dazu das Vorkommen bestimmter Käfer- und Spinnenarten, sogenannte Arthropoden, auf Weizenfeldern im Vergleich zu verschiedenen naturnahen Lebensräumen wie etwa grasbewachsenen Feldrändern. Dabei konnte sie zeigen, dass gerade eine Kombination verschiedener klein- und großflächiger Begrünungsmaßnahmen zu einer erhöhten Landschaftsheterogenität führt, die sich wiederum positiv auf die Käfer- und Spinnenvielfalt auswirkt. Betreut wurde Tamara Rischen bei ihrer Arbeit von Prof. Dr. Klaus Fischer, Professor im Institut für Integrierte Naturwissenschaften sowie apl. Prof. Dr. Thomas Wagner, beide Universität Koblenz.

Fachbereich Informatik: Dr. Konstantin Prinz untersuchte in seiner Doktorarbeit den Einsatz emotionaler Elemente in Interaktionen zwischen Menschen und Chatbot-Services. Zu diesem Zweck führte er sechs aufeinander aufbauende Studien durch und konnte zeigen, dass die Vermittlung positiver Emotionen durch einen Chatbot zu einer deutlich besseren Bewertung der erlebten Dienstleistung führen, wenngleich diese auch von der Persönlichkeit des Kunden und dem Aussehen des Chatbots (dargestellt durch einen Avatar) abhängig waren. Betreut wurde Konstantin Prinz bei seiner Dissertation von Jun-Prof. Dr. Tobias Krämer, Institut für Management an der Universität Koblenz, Prof. Dr. Sven Heidenreich, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Saarland sowie von Prof. Dr. Andreas Mann, Professor am Institut für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Kassel.

Pressemitteilung: Universität Koblenz