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    Mainz/Montabaur

    Erschossener Westerwälder Wolf lebt in Mainzer Museum weiter

    Der erste Wolf, der nach 120 Jahren wieder in der Gegend gesichtet wurde, fiel am 20. April vergangenen Jahres der Flinte eines Jägers aus dem Raum Köln zum Opfer. Jetzt ist der zwei Meter lange und 30 Kilogramm schwere Rüde wiederauferstanden. Der präparierte Isegrim wurde im Mainzer Naturhistorischen Museum vorgestellt.

    So sieht er aus, der Westerwälder Wolf, der bei Hachenburg ein trauriges Ende fand. Im Naturhistorischen Museum in Mainz wurde der Körper des toten Tieres präpariert. 
    So sieht er aus, der Westerwälder Wolf, der bei Hachenburg ein trauriges Ende fand. Im Naturhistorischen Museum in Mainz wurde der Körper des toten Tieres präpariert. 
    Foto: Bernd Eßling

    Er kam aus Norditalien des Weges, wurde in Hessen angefahren, rappelte sich wieder auf und fand schließlich in einem Waldstück nahe Hachenburg im Westerwald ein trauriges Ende: Dabei ist das Jungtier, das nur zwei Jahre alt wurde, alles andere als furchteinflößend. Den Kopf zum Boden geneigt, mit wachen Augen, scheint es, als folge er einer Fährte. Präparator Uwe Hildebrand hat in den vergangenen Monaten ganze Arbeit geleistet und kleine Schönheitsfehler, etwa Schnitte im Fersenbereich oder den nicht ganz so buschigen Schwanz, geschickt kaschiert. "Die Haut des Tieres war nicht mehr ganz frisch, weil vor dem Präparieren erst Untersuchungen anstanden", sagte Hildebrand. Etwa die genetische Analyse im Forschungsinstitut Senckenberg, die wichtige Erkenntnisse über den eingewanderten "Italiener" lieferte.

    Die Mainzer Kulturdezernentin Marianne Grosse hätte "gern auf den Neuzugang verzichtet", der noch bis Herbst für eine Ausstellung und Fachtagung im Naturhistorischen Museum bleibt.  Dann wird er im Landschaftsmuseum Westerwald (Hachenburg) einen festen Platz finden. Zuvor tritt er aber noch dem Mann gegenüber, der ihn erschossen hat: Er landet am Mittwoch als stummer Zeuge vor Gericht. Der Jäger, der ihn niederstreckte und vom Amtsgericht Montabaur mit einer Geldstrafe von 3500 Euro belegt wurde, ist in Revision gegangen. Er hatte im ersten Verfahren angegeben, das Tier aus Versehen getötet zu haben, weil er es für einen Hund gehalten habe. 

    Museumsdirektor Michael Schmitz warf bei der Präsentation die Frage auf, wie "wir die Wölfe begrüßen, wenn sie zu uns zurückkommen. Wir müssen ihnen ja Ressourcen zugestehen." Konflikte mit Mensch und Tier bleiben da nicht aus. Für Peter Sound, Referent im Umweltministerium, gibt es eine Lösung: "In Sachsen hält man 10 000 Euro pro Jahr an Ausgleichszahlungen für Schäden vor. Daran sollte eine Ansiedlung nicht scheitern." Und im Bund geht man davon aus, dass sich die Wölfe wieder über ganz Deutschland verteilen. "Wir können jeden Tag damit rechnen, dass ein Wolf hier auftaucht." Zwar keine Rudel, weil das Umfeld sehr zersiedelt sei, aber einzelne Tiere, die aus Polen oder Lothringen abwanderten. Immerhin legt Isegrim bis zu 70 Kilometer pro Tag zurück.

    Denkbar wäre, die Wölfe mit einem Monitoring zu begleiten, ihren Weg, ihr Verhalten zu überwachen, meint Sound. Im Westerwald hätte das gute Dienste geleistet. "Dann wären alle Jäger, alle Nutztierhalter informiert und Telefonketten gebildet worden." sj

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