Koblenz

Langanhaltender Applaus für großartigen Konzertabend

Maennerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim
Unter der Gesamtleitung von Wassily Kotykow gab der Männerchor ein Konzert in der Horchheimer Pfarrkirche. Foto: Lothar Stein/, Koblenz

Chor-, Solisten- und Instrumentalkonzert des Männerchores Koblenz-Horchheim in der Pfarrkirche St. Maximin.

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Sein diesjähriges Konzert in der Horchheimer Pfarrkirche St. Maximin eröffnete der Chor kraftvoll mit Christian Sieglers bewährtem „Festgesang“, in dessen getragenem Teil bereits die Intonations- und Modulationsbreite anklang, die der Chor über den Abend hinweg sicher beherrschte. Schon der nachfolgende „Gefangenenchor“ aus Beethovens Oper „Fidelio“ mit seinen Intonationswechseln und häufigen stimmlichen Alleingängen erfreute mit seiner präzisen Widergabe nicht nur die zahlreich erschienene Zuhörerschaft, sondern ließ auch die erweiterten Leistungsgrenzen erkennen, die der Chor ausfüllen kann. Die hier gezeigte Präzision und Vielfalt blieb für den Abend bestimmend.

Auch in der zweiten Themengruppe der geistlichen Gesänge kam die wunderbare Harmonie in Felix Mendelssohns „Beati mortui“ wohltuend zum Klingen und wurde von Hans Georg Nägelis „Motette“ angenehm sekundiert. Im nachfolgenden Teil der hierfür ausgesuchten Lieder brachte der Chor mit Adolf Kempkens „Das ist die Nacht“ und Georg Nellius' „Mein Dorf“ (aus der Zeit des Ersten Weltkrieges) die innewohnende Ruhe zum Klingen. Im vierten und letzten Teil ließ der Chor mit Ernest Golds sehnsuchtsvollem „Exodus“ und Jerome Kerns „Ol' Man River“, beide in Chor-Arrangements von Eddy Rhein, den Abend ausklingen.

In den gesanglichen Solopartien überzeugte das aus Chorsängern gebildete Gesangsquartett mit Martin Jung (Solopassage auch im „Gefangenenchor“), Andreas Höhler (Solopassagen auch im „Gefangenenchor“ sowie in „Exodus“ und „Ol' man River“) als auch Thomas Krekeler und als Projektsänger Hajo Ruof mit John Dowlands „Fine knacks for ladies“ aus der Zeit um 1600 und Billy Joels „For the longest time“ aus dem amerikanischen Pop.

Seine brillanten Höhepunkte erhielt der Abend auch in diesem Jahr durch das bonnFUOCOtrio. Die drei Solistinnen Anna Bülles (Flöte), Natalia Kazakova (Violoncello) und Maria Streltsova (Klavier – auch in der Chorbegleitung) begeisterten mit ihrem virtuosen Spiel und dem Abwechslungsreichtum ihrer Stücke. In zwei Sätzen aus Carl Maria von Webers Trio für Flöte, Violoncello und Klavier wechselten sie von verhaltener „Schäfers Klage“ zum spritzigen „Scherzo“ und ließen in Yuriy Shchurovskyis „Romance“ und „Tanz“ sowohl Schwermütiges wie tänzerische Leichtigkeit anklingen, die beide ganz offensichtlich auch in der ukrainischen Musik zu Hause sind. In ihrem dritten Beitrag wechselten sie von Gabriel Faurés getragener „Sicilienne“ zu einer wechselvollen „Humoresque“ aus Anton Dvoráks gleichnamigem Klavierzyklus zu Johannes Brahms fünftem der „Ungarischen Tänze“, mit dem sie ihren Konzertbeitrag furios ausklingen ließen.

Dem langanhaltenden Applaus gaben sie und die Sänger nach und trugen gemeinsam das gesanglich anspruchsvolle „California dreamin‘“ vor, womit sie einen großartigen Konzertabend unter der bewährten Moderation von Jopa Schmidt zum Abschluss brachten. Seine Leistungsfähigkeit verdankt der Chor seinem Chorleiter Wassily Kotykov, der die Sänger über die Jahre hinweg motiviert, geduldig geformt und am Konzertabend souverän geführt hat.

Pressemitteilung: Dr. Dietmar Flach