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    Steinebach/Koblenz

    Bluttat in Steinebach: Anwalt will weitere Zeugen hören

    Warum verübte ein 19-Jähriger aus dem Raum Rhens (Kreis Mayen-Koblenz) die tödliche Bluttat von Steinebach? Warum rammte er einem Westerwälder (19) in der Osternacht ein Küchenmesser in Hals, Brust und Arm? Und was ist der Täter für ein Mensch? Diese Fragen versucht das Landgericht Koblenz seit Anfang Oktober zu beantworten.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Jetzt, am sechsten Prozesstag, hat Philipp Grassl, der Verteidiger des Messerstechers, beantragt, drei weitere Zeugen zu vernehmen. Er will die Schwester des Angeklagten als Leumundszeugen befragen, außerdem einen von dessen Arbeitskollegen und Lehrern. Sie sollen wohl bekunden, dass der Angeklagte - zumindest bisher - ein positives Ansehen genoss.

    Die Bluttat von Steinebach: Laut Anklage verübte der 19-Jährige einen Totschlag. Er besuchte demnach am Abend des Ostersamstags, dem 19. April 2014, eine Party an der Grillhütte in Steinebach. Er geriet um 0.10 Uhr mit einem der Gäste in eine Auseinandersetzung. Beide gingen zu Boden, wobei das spätere Opfer auf den Angeklagten fiel. In dieser Lage nahm der Angeklagte sein Messer (Klingenlänge 15 Zentimeter) und stach mehrfach auf seinen unbewaffneten Kontrahenten ein. Um 0.27 Uhr starb dieser. Der Halsstich war tödlich - so die Anklage. Laut einem Gutachten hatte das Opfer zur Tatzeit zwei Promille, der Angeklagte maximal 1,2 Promille.

    Am Donnerstag sagte im Prozess Bernd Kreuter aus, der Chef der Koblenzer Mordkommission. Er erklärte unter anderem, er habe schon den Eindruck, dass der getötete Westerwälder an jenem Aprilabend "ein Aggressor" war. Er vernahm in den Tagen nach der Bluttat zwei Freunde des Opfers, die an der Grillhütte dabei waren. Sie sagten demnach beide in getrennten Vernehmungen aus, in der Tatnacht ein lautstarkes Wortgefecht zwischen dem Angeklagten und dem späteren Opfer mitbekommen zu haben. Beide erklärten aber, nicht zu wissen, worum es in dem Streit ging. Einer sagte über das Opfer: "Er war mein bester Freund. Mich nimmt das alles sehr mit." Der andere erklärte, er wolle sich mit all dem gar nicht mehr näher befassen. Kreuter sagte im Prozess, er habe den Eindruck bekommen, die beiden Zeugen wollten nicht alles über die Tatnacht sagen, was sie wussten.

    Im April 2014 ist ein junger Mann unweit der Grillhütte bei Schmidthahn im Westerwald erstochen worden. 
    Im April 2014 ist ein junger Mann unweit der Grillhütte bei Schmidthahn im Westerwald erstochen worden. 
    Foto: privat

    Der Angeklagte hat die Tat gestanden. Aber er behauptet, aus Notwehr zugestochen zu haben. Er habe zur Tatzeit Todesangst gehabt, da das spätere Opfer und einer von dessen Freunden ihn erst verfolgten, dann schlugen und traten als er auf dem Boden lag.

    Ein Rechtsmediziner berichtete am Donnerstag erneut über die Verletzungen, die der Angeklagte und das Opfer in jener Aprilnacht davontrugen: Der Angeklagte erlitt demnach "keine schwerwiegenden Verletzungen". Er hatte Kratzer im Gesicht, am Rücken und an der Hand, außerdem Hautrötungen am rechten Arm und beiden Unterschenkeln. Das Opfer erlitt Stichverletzungen an Hals, Brust und Arm. Die Wunden in Hals und Brust waren 14 Zentimeter tief. Der Rechtsmediziner analysierte die Wunden und versuchte, daraus Rückschlüsse zu ziehen, wie der Kampf zwischen dem Angeklagten und seinem Opfer ablief.

    Der Prozess geht am 1. Dezember 2014 weiter. Am 4. Dezember spricht das Gericht vielleicht sein Urteil.

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