40.000
Aus unserem Archiv
Koblenz

Ursachenforschung nach Feuer in Koblenzer Altstadt: Brach Brand in der Küche des Alt Coblenz aus?

Doris Schneider

Die hohen Flammen waren weithin sichtbar: Am Mittwochmorgen ist das Haus am Plan, in dessen Erdgeschoss sich das Wirtshaus Alt Coblenz befindet, durch einen Brand schwer beschädigt worden.

Leserin Astrid Berres hat uns dieses Foto geschickt.
Leserin Astrid Berres hat uns dieses Foto geschickt.
Foto: Astrid Berres

Als die Feuerwehr um kurz vor 6 Uhr von Anwohnern gerufen wurde, stand zunächst „nur“ die Küche des Gebäudes in Flammen, berichtet Einsatzleiter Oliver Peikert von der Koblenzer Berufsfeuerwehr. Die neun Bewohner konnten sich selbst aus dem Haus retten. Drei Menschen, darunter eine schwangere Frau, wurden aber vorsorglich im Krankenhaus behandelt, weil Verdacht auf eine Rauchvergiftung bestand.

Dass es noch so früh am Morgen war, machte die Situation in der Altstadt ein bisschen einfacher. Denn sonst hat die Feuerwehr oft mit viel Verkehr oder Falschparkern zu kämpfen. Wirklich einfach war es dennoch nicht. Denn in die enge Gasse, die vom Entenpfuhl hoch zur Liebfrauenkirche führt und an die die Küche des Alt Coblenz an der Gebäuderückseite angrenzt, können die Löschzüge nicht hineinfahren. Der Brand musste also mithilfe von ausgelegten langen Schläuchen gelöscht werden, phasenweise war die ganze Gasse bedeckt von weißem Schaum.

Doch bei dem Brand im Erdgeschoss blieb es nicht: Möglicherweise durch den Kamin hat sich das Feuer ausgebreitet und das Dachgeschoss erreicht, erklärt der Einsatzleiter. Mit zwei großen Drehleitern auf dem Platz und an der Liebfrauenkirche bekämpften zu Spitzenzeiten rund 40 Feuerwehrleute den Brand.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

„Die haben einen super Job gemacht“, sagt Joe Wilbert, Chef des Alt Coblenz, am Vormittag im Gespräch mit der RZ. Um 7 Uhr ist er von der Polizei informiert worden und gleich in die Altstadt gefahren. Später hat er mit seinem Koch und seinem Küchenchef zusammengesessen, berichtet er. „Die haben mir versichert, dass sie alles ordnungsgemäß ausgemacht haben.“ Im Moment geht er deshalb von einem technischen Defekt aus, denn dass der Brand in der Küche ausgebrochen ist, scheint unstrittig, auch wenn das Gebäude laut Polizei im Moment nicht betreten und deshalb erst am Donnerstag von Brandermittlern untersucht werden kann. Die Feuerwehrleute haben Wilbert aber das – unversehrte – Reservierungsbuch rausgebracht, nun werden alle Gäste informiert, die für die nächsten Tage Tische reserviert haben. „Das Allerwichtigste ist aber, dass niemandem etwas passiert ist“, sagt Wilbert.

Und nicht nur in dem Haus Nummer 13 selbst, das einer Eigentümergemeinschaft gehört, sondern auch in den angrenzenden Häusern haben die Menschen Glück gehabt. Zwar gibt es ein paar Schäden, weil die Feuerwehrleute an angrenzenden Wänden überprüfen mussten, dass das Feuer nicht übergreift. Aber das hält sich weitgehend in Grenzen.

Das sieht im Brandhaus selbst anders aus. Wie hoch der Schaden ist, ist im Moment nicht zu beziffern, die Polizei spricht aber von mehr als 100.000 Euro. Und nicht nur das Feuer, auch das Löschwasser hat seine Spuren in dem alten Haus hinterlassen, das 1778/1779 wahrscheinlich nach Plänen des Architekten Christian Trosson von Johann Maas gebaut wurde. Tausende Liter Wasser sind ins Haus gepumpt worden, sagt Einsatzleiter Oliver Peikert. Wie viele genau, das kann er nicht sagen. „Natürlich richtet das Wasser auch Schäden an.“ Deshalb haben die Feuerwehrleute auch sobald wie möglich wieder damit begonnen, es herauszupumpen. Aber Dreck und Feuchtigkeit bleiben natürlich und hinterlassen ihre Spuren.

Den ganzen Tag über ist die Feuerwehr am Mittwoch noch mit solchen Nacharbeiten beschäftigt. Das Dach wird systematisch nach Glutnestern abgesucht, notfalls werden Dachziegel heruntergerissen. Auch deshalb bleiben Teile des Platzes noch eine ganze Weile gesperrt, damit niemand verletzt wird. Wann das Haus wieder bewohnt werden und das Wirtshaus wieder öffnen kann, ist noch unklar.

Wo heute Rouladen und Riesling verkauft werden, gab es früher übrigens Spirituosen, beschreibt Hannelore Kraeber: Vom Jahr 1846 bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts war Am Plan 13 die Branntweinhandlung und Likörfabrik Drouven.

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Koblenz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

epaper-startseite
Wetter
Mittwoch

6°C - 19°C
Donnerstag

9°C - 23°C
Freitag

7°C - 17°C
Samstag

4°C - 16°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerie: Fotos unserer Leser
Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
Koblenzer Stadt-Geschichten

Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf