Kirchberg

Die Mehrheit der Befragten tritt erneut an: Ortsbürgermeister der VG Kirchberg blicken auf die Kommunalwahl

harry-gutenberger
Harry Gutenberger Foto: Nicola Gutenberger

115 Bürgermeister und Ortsvorsteher werden am 9. Juni in den Verbandsgemeinden Kastellaun, Kirchberg und Simmern-Rheinböllen gewählt – 40 davon in der Verbandsgemeinde Kirchberg. Zudem dürfen die Bewohner der Stadt auf dem Berge einen (neuen) Stadtbürgermeister wählen (gesonderter Bericht über die Kandidaten in Kirchberg folgt).

Lesezeit: 5 Minuten
Anzeige

Alle 40 derzeitigen Amtsinhaber hatten wir gefragt, ob und warum sie erneut zur Wahl stehen oder warum sie nicht erneut antreten wollen. Bis zum angegebenen Stichtag bekamen wir von 16 Bürgermeistern Rückmeldung, zwei weitere schickten ihre Antworten nach der Veröffentlichung in unserer Zeitung am vergangenen Samstag, 6. April. Neun der 18 Amtsinhaber, die geantwortet haben, werden im Juni erneut zur Wahl stehen, fünf treten nicht wieder an. Zwei Bürgermeister haben noch keine Entscheidung getroffen, zwei würden sich vom Gemeinderat wählen lassen, sofern kein anderer Kandidat zur Verfügung steht. Folgende Rückmeldungen aus der VG Kirchberg haben wir erhalten:

Belg: Seit sage und schreibe 35 Jahren leitet Karl-Heinz Schneider die Geschicke von Belg. Doch damit soll nun Schluss sein. Denn der parteilose 68-Jährige steht aus Altersgründen nicht mehr zu Verfügung, schreibt er.

Büchenbeuren: In Büchenbeuren tritt Guido Scherer gern erneut an, schreibt er. Der 55-Jährige ist seit zehn Jahren im Amt, zuvor war er zehn Jahre lang Erster Beigeordneter. Scherer ist Mitglied der FWG Büchenbeuren, der FWG VG Kirchberg und der Freien Wähler Rhein-Hunsrück. Es sei zwar aufwendig, Bürgermeister zu sein, und ein herausforderndes Hobby, doch es mache auch „unheimlich viel Spaß, in seiner Heimat etwas zu bewegen und voranbringen zu können“, erklärt er.

Markus Bongard  Foto: ces
Markus Bongard
Foto: ces

„Ein Dorf, und manchmal auch eine Region zukunftsfähig aufzustellen und sowohl für junge Menschen, aber auch für Menschen mit mehr Lebenserfahrung und für Unternehmer und Unternehmen interessant und lukrativ zu gestalten, ist eine riesige Aufgabe, aber gemeinsam mit einem sehr guten Ortsgemeinderat ist dies eine der schönsten Aufgaben, die man sich vorstellen kann“, schreibt Scherer. Er sei überzeugt davon, auch weiterhin gemeinsam mit dem Rat gute Ideen für das Dorf entwickeln und umsetzen zu können, daher trete er erneut zur Wahl an.

Christian Gehre Bürgermeister Reckershausen VG Kirchberg
Christian Gehre
Foto: Christian Gehre

Dickenschied: Bürgermeister Volker Bender-Praß hat noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob er erneut antritt. Zeit hierfür bleibt ihm noch bis zum 22. April, denn dann endet um 18 Uhr die Frist zur Einreichung der Wahlvorschläge.

Leon Mähringer-Kunz Bürgermeister Kludenbach VG Kirchberg
Leon Mähringer-Kunz
Foto: Leon Mähringer-Kunz

Dillendorf: Seit 2014 leitet Renate Paschke die Geschicke von Dillendorf, doch damit soll nun Schluss sein. Die 73-jährige Sozialdemokratin, die vor zehn Jahren parteilos angetreten ist, wird aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stehen.

guido
Guido Scherer
Foto: Björn Klein

Dill: Zahlreiche begonnene Projekte wie die Sicherung, Erschließung und Erforschung der Burgruine Dill will Gundolf Kurz gern weiterhin begleiten. Er ist seit 25. Januar 2017 im Amt, zuvor war er seit 1989 Ratsmitglied und ab 1994 Erster Beigeordneter der Gemeinde. „Seit der Beendigung meines Arbeitsverhältnisses ist die Wahrnehmung dieses Ehrenamtes zeitlich deutlich entspannter geworden“, berichtet Kurz. Er wolle die Bürger zusammen mit dem Ortsgemeinderat für die anstehenden Projekte begeistern und mit auf den Weg nehmen.

Gemünden: Ihre familiäre und berufliche Situation habe sich in den vergangenen fünf Jahren geändert, schreibt Agnes Chudy-Endres (CDU). Daher werde sie nicht erneut zur Wahl stehen. „Durch unseren Sohn, der im Oktober 2020 zur Welt kam, haben sich Prioritäten verschoben. Kommunalpolitisch bleibe ich trotz allem weiter aktiv und der Ortsgemeinde und Verbandsgemeinde verbunden“, verspricht sie.

Heinzenbach: Noch recht frisch im Amt, nämlich seit zweieinhalb Jahren, ist Tobias Kalb (CDU). Der 40-Jährige steht in diesem Jahr zur Wahl: „Kommunalpolitik ist wie die Fahrt mit einem Frachtschiff, wenn man einen sichtbaren Erfolg seines Kurses erleben möchte, braucht es Zeit“, ist er sicher.

Kludenbach: Der Jüngste im Bunde der Bürgermeister ist mit 24 Jahren Leon Mähringer-Kunz. Der in der Jungen Union Rhein-Hunsrück aktive Kludenbacher ist seit 1. Januar 2023 im Amt und möchte in diesem Jahr gewählt werden. „Ich freue mich, für meine Heimatgemeinde mitbestimmen zu können. Ebenso schätze ich die Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Gemeinde“, erklärt er. Zudem sei es wichtig, sich ehrenamtlich, aber auch politisch zu engagieren und mitzubestimmen.

„Weiterhin schätze ich den Einblick in die politischen Strukturen. Ich möchte mich dafür einsetzen, das Leben in Kludenbach noch lebenswerter zu machen, und junge Menschen davon überzeugen, in Kludenbach zu wohnen und zu leben“, schreibt Mähringer-Kunz. So solle etwa der Spielplatz erweitert und die Zusammenarbeit mit dem (Tischtennis-)Verein gestärkt werden.

Niedersohren: Jan-Philipp Effgen habe Begeisterung für das Amt des Bürgermeisters, sagt er. Und dafür, „die offenen Projekte zu vollenden und die Möglichkeit, aktiv für die Gemeinde und die Gemeindezukunft einzutreten“. Daher tritt der 41-Jährige, der seit 2021 im Amt ist, erneut an.

Niederweiler: Ebenfalls Freude am Amt hat Harry Gutenberger, der daher wieder antritt. Der 61-Jährige schreibt: „Die Menschen und das Dorf sind mir wichtig. Jeder kann seine Ideen einbringen, und zusammen können wir viel erreichen.“

Reckershausen: Sollte es in diesem Jahr keinen Kandidaten geben, würde sich Christian Gehre noch einmal vom Gemeinderat wählen lassen. „Wenn das so kommen sollte, ist es definitiv die letzte Amtszeit. Dann soll wieder ein Jüngerer die Geschicke lenken und seine Ideen einbringen“, erklärt der 53-Jährige Gehre, der seit zehn Jahren im Amt ist.

Rohrbach: Bis zum Stichtag konnte Jutta Heck-Bähren noch keine Auskunft darüber geben, ob sie wieder zur Verfügung stehen wird. Auch sie hat noch bis zum 22. April Zeit, um eine Entscheidung zu treffen.

Schlierschied: Die Entscheidung, nicht wieder zur Wahl zu stehen, hat Arnold Götz getroffen. Er schreibt: „Nach 40 Jahren Kommunalarbeit, davon 15 Jahre als Ortsbürgermeister, ist es an der Zeit, der Jugend Platz zu machen.“

Sohren: Markus Bongard hingegen würde sich über eine weitere Amtszeit in Sohren freuen. Der 54-jährige Christdemokrat tritt gern wieder an, schreibt er. „Eine Reihe interessanter und spannender Aufgaben und Projekte stehen für die kommenden Jahre an“, versichert er und nennt etwa den Zweckverband „Gemeinden Flughafen Hahn“, gewerbliche Ansiedlungen, die weitere Entwicklung des Neubaugebietes „Weizenacht“, ein Nahwärmenetz für Sohren, Seniorenwohnen, die Sicherung der ärztlichen Versorgung und den Kindergarten-Zweckverband.

„Man kann vor Ort gemeinsam mit dem Gemeinderat viel bewegen und hat einen engen Kontakt zu den Bürgern mit ihren Anliegen. Diese Bürgernähe ist mir besonders wichtig. Die Arbeit als Ortsbürgermeister ist zeitintensiv, aber angenehm und macht Freude“, erklärt Bongard. Er wolle sich auch weiterhin für die Gemeinde einsetzen.

Todenroth: Carsten Neuls, Mitglied der FWG VG Kirchberg, tritt nach zehn Jahren Amtszeit erneut an. Seine Begründung: „Weil mein Herz an Todenroth hängt und ich weiterhin aktiv daran mitwirken will, dass Todenroth lebenswert bleibt.“

Wahlenau: Barbara Müller hingegen wird nicht wieder zur Wahl stehen. „Das Amt erfordert eine Menge an Arbeitszeit, die ich mit meiner Berufstätigkeit nicht mehr vereinbaren kann, und ein Maß an Präsenz im Ort, das ich in den nächsten Jahren nicht mehr garantieren kann“, erklärt die 64-Jährige. Sie schreibt weiter: „Andererseits ist es eine der wichtigsten und interessantesten Aufgaben in einer Kommune, wie ich feststellen konnte. Als Ehrenamtlerin angewiesen auf die fachliche Arbeit der Verbandsgemeinde, habe ich mich da sehr unterstützt gefühlt. Ich scheide mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber man muss sich da sehr klar entscheiden.“

Woppenroth: Detlef Schmitt wird sich in Woppenroth nicht mehr um das Amt des Bürgermeisters bewerben, wohl aber um einen Platz im Gemeinderat. Im Falle einer Wahl in den Gemeinderat würde er über eine weitere Amtszeit als Bürgermeister nachdenken, sofern kein anderer Kandidat antritt.

Würrich: Auch nach 30 Jahren im Amt des Bürgermeisters von Würrich hat Elmar Herberts noch nicht genug: Der 65-Jährige tritt auch in diesem Jahr zur Wahl an.

ces