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    Flüchtlingslage verschärft sich: Land sucht jetzt leere Industriehallen

    Das Land Rheinland-Pfalz reagiert mit einem noch nie da gewesenen Schritt auf die dramatische Flüchtlingslage: Es appelliert an die Besitzer von großen Gewerbeimmobilien, sich beim Land zu melden, damit in Hallen und auf Freigeländen möglichst bald möglichst viele Flüchtlinge untergebracht werden können.

     

    Weil öffentliche Gebäude absehbar nicht reichen werden, weil leer stehende Kasernen oft regelrecht verrottet und damit nicht bezugsfähig sind, appelliert das Land nun an alle Besitzer von größeren Hallen, die leer stehen oder rasch leergeräumt werden können, sich zu melden. 
    Weil öffentliche Gebäude absehbar nicht reichen werden, weil leer stehende Kasernen oft regelrecht verrottet und damit nicht bezugsfähig sind, appelliert das Land nun an alle Besitzer von größeren Hallen, die leer stehen oder rasch leergeräumt werden können, sich zu melden. 
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Chefredakteur Christian Lindner

    Das Innenministerium des Landes hat die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz damit beauftragt, jetzt mit Hochdruck vorrangig Hallen zu finden und für die Unterbringung Tausender Flüchtlinge vorzubereiten. Die Landesregierung geht dem Vernehmen nach davon aus, dass der faktisch unkontrollierte und nicht mehr steuerbare Zustrom von Zehntausenden Flüchtlingen pro Woche nach Deutschland und damit auf Sicht auch nach Rheinland-Pfalz anhalten wird und sich noch verstärken könnte. Aus Kreisen der Landesregierung verlautet unter der Hand: „Die Lage ist unübersichtlich. Und sie wird noch schlimmer werden.“

    Für das Land Rheinland-Pfalz steht offenbar fest, dass öffentliche Unterkünfte wie Turnhallen und Kasernen definitiv nicht ausreichen werden, um Hunderte von Flüchtlingen oft über Nacht unterbringen zu können. Dabei kämpfen die Organisatoren auch mit dem Phänomen, dass die meisten Flüchtlinge oft spätabends oder in der Nacht in Rheinland-Pfalz ankommen. Diese Lage ist nur zu meistern, wenn genügend Unterkünfte für Hunderte von Flüchtlingen vorbereitet sind und möglichst rasch bezogen werden können.

    Container-Siedlungen sind derzeit keine rasch realisierbare Alternative: Momentan sind angesichts der enormen Nachfrage wegen der vielen Flüchtlinge schlicht keine Wohnmodule und Toilettencontainer mehr zu bekommen. Der Markt ist leergefegt, die Produktion kommt dem Bedarf nicht mehr hinterher. Und selbst bei der Einrichtung der Flüchtlingsunterkünfte klemmt es mittlerweile: Insider berichten von „Lieferfristen bei Doppelstockbetten“. Deshalb wird bereits in Schutzeinrichtungen aus der Zeit des Kalten Krieges nach alten Notbetten gesucht, um mehr Schlafgelegenheiten zur Verfügung zu haben.

    Weil öffentliche Gebäude absehbar nicht reichen werden, weil leer stehende Kasernen oft regelrecht verrottet und damit nicht bezugsfähig sind, appelliert das Land nun an alle Besitzer von größeren Hallen, die leer stehen oder rasch leergeräumt werden können, sich zu melden. Diese Hallen sollen dann umgehend auf Tauglichkeit überprüft, bei Eignung angemietet und möglichst rasch zu vorübergehenden Flüchtlingsunterkünften umgewandelt werden.

    Rainer Zeimentz, Geschäftsführer der Entwicklungsagentur, betont, dass das keine dauerhaften Wohnungen für Flüchtlinge werden sollen. Die Hallen sind nicht zum Verweilen, sondern zur raschen Aufnahme der vielen Menschen in Not gedacht: „Die meist völlig erschöpften Flüchtlinge brauchen schlicht ein Dach über den Kopf, wenn sie bei uns ankommen.“ Von dort aus sollen sie dann später in kleinere Unterkünfte verteilt werden. Ideal wäre, wenn diese Noteinrichtungen über das ganze Land verteilt wären. Auch abgelegene Hallen wären also brauchbar.

    Zeimentz geht aber davon aus, dass die Flüchtlingslager in solchen Hallen ein bis zwei Jahre als Noteinrichtung bestehen bleiben. Angesichts der Dramatik stellt Zeimentz klar, dass es bei der Erstaufnahme jetzt nicht um einige wenige Zimmer etwa in einer früheren Pension, sondern um viele große Flächen für viele Menschen geht. Tausende solcher Plätze müssen in einem Kraftakt rasch geschaffen werden. Das Land kalkuliert dabei derzeit mit vier Quadratmetern pro Flüchtling zur Erstaufnahme.

    Angesichts des nahenden Winters werden vorrangig Hallen gesucht. Daneben sind laut Land aber auch freie Gewerbeflächen oder ehemalige Industrieanlagen für Containersiedlungen oder beheizbare Zeltstädte interessant.

    Das Innenministerium kümmert sich via Entwicklungsagentur um die Ermittlung und Ertüchtigung der dringend nötigen Immobilien. Wenn die Unterkünfte gefunden, angemietet und bezugsfertig gemacht worden sind, werden sie an das für den Betrieb zuständige Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen übergeben.

    Besitzer von größeren Hallen und Freiflächen, die geeignet erscheinen, sollten sich möglichst rasch bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz via Mail melden. Die hilfreiche Adresse: unterkunft@ea.rlp.de

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