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Koblenz

Politik diskutiert neues Stadtbad für Koblenz

Noch in diesem Jahr könnte eine Grundsatzentscheidung fallen, ob Koblenz ein neues Stadtbad bekommt oder nicht. Davon geht Rüdiger Sonntag, Leiter des Sport- und Bäderamts, aus. Zurzeit setzen sich die Fraktionen intensiv mit dem Thema auseinander, sagt er im Gespräch mit der RZ.

Foto: dpa

Im Sportausschuss am 5. September wurde den Politikern die Machbarkeitsstudie zur zukünftigen Bäderlandschaft der Stadt vorgestellt, und sie wurde grundsätzlich positiv aufgenommen, berichtet Sonntag. Doch die Ausschussmitglieder wollten sich zunächst näher mit dem 110 Seiten starken Papier beschäftigen, bevor sie etwas entscheiden. Bei der nächsten Sitzung des Stadtrats am 31. Oktober wird das Thema also wohl kaum auf der Tagesordnung stehen.

Seit dem Sommer liegt das lang erwartete Bäderkonzept vor, in dem es unter anderem um mögliche Betreibermodelle, die Finanzierung, Nachfragepotenzial und Konkurrenzsituation geht (die RZ berichtete). Und die beauftragten Experten scheinen zu dem Schluss gekommen zu sein, dass der Bedarf für ein Stadtbad in Koblenz gegeben ist.

Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig hat derweil Innenminister Roger Lewentz angeschrieben und angefragt, ob eine Landesförderung eines neuen Ko-blenzer Stadtbades möglich wäre, teilt Sonntag mit. Dass von dieser Seite allerdings schnell Gelder fließen könnten, davon geht der Amtsleiter nicht aus: "Wahrscheinlich werden wir erst einmal auf eine Liste aufgenommen, das Land gibt aber lediglich 15 Millionen Euro im Jahr für Sport aus."

Und so viel könnte allein ein neues Hallenbad in Koblenz kosten. 10 bis 15 Millionen Euro wären denkbar, sagt Sonntag, wobei dies eine grobe Schätzung ist. "Und wir reden hier nicht von einem Erlebnisbad." Schwimmbecken, ein Kinderbereich und ein mittlerer Saunabereich dürften kommen, "in einem zweiten Schritt eventuell eine Außensauna, der Platz am Moselbogen wäre zumindest da".

Die Finanzierung des Ganzen bleibt der große Knackpunkt in der Bäderdiskussion. Schon im Mai 2010 hatte der Rat grundsätzlich beschlossen, dass die Stadt im Falle eines Neubaus das Projekt selbst übernehmen und nicht zusammen mit einem privaten Investor auf die Beine stellen soll. Die Vorteile einer Kooperation wurden als nicht sehr groß erachtet. Für die Umsetzung aber fehlte stets das Geld. Nun, wo das einsturzgefährdete Bad in der Weißer Gasse seit über einem Jahr geschlossen ist, ist die Situation aber eine gänzlich andere geworden.

"Es kann einfach nicht sein, dass eine Großstadt wie Koblenz ihren Bürgern nur zwei Bahnen im Beatusbad anbieten kann", sagt Sonntag. Kaum hat das Freibad auf dem Oberwerth geschlossen, laufen die ersten Beschwerden ein über die beengten Verhältnisse im Beatusbad, in dem sich Vereine, Schulklassen und Freizeitschwimmer drängen. Der Amtsleiter kann sich vorstellen, dass das Stadtbad auch im Kommunalwahlkampf 2014 ein Thema sein wird.

Stephanie Mersmann

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