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Waldesch

Mord von Waldesch: Polizei ermittelt zwei Verdächtige

Gut 16 Monate nach der Tat scheint der Mord von Waldesch aufgeklärt: Die Polizei hat zwei dringend tatverdächtige 33-jährige Männer ermittelt, die in der Nacht zum 7. September 2013 den Discobetreiber Daniel Steinert (35) vor dessen Wohnung im Eschbachhöhenweg erschossen haben sollen. Die beiden Männer russischer und kasachischer Herkunft sitzen derzeit in Lettland in Haft – wegen eines Zollvergehens.

Der Fundort der Leiche im September 2013: Hier starb Daniel Steinert. Die Polizei geht davon aus, dass zwei Männer auf ihn geschossen haben. Foto: dpa
Der Fundort der Leiche im September 2013: Hier starb Daniel Steinert. Die Polizei geht davon aus, dass zwei Männer auf ihn geschossen haben.
Foto: dpa

Von unserem Redakteur Tim Kosmetschke

Damit kann die Soko "Waldesch", die rasch nach der Tat bei der Koblenzer Kripo gegründet wurde und akribisch Spuren ausgewertet hat, endlich den ersehnten Durchbruch verkünden. "Nach intensiver Spuren- und Datenauswertung, einer Vielzahl von Vernehmungen und weitergehenden Ermittlungen im Ausland, vor allem in Lettland, gelang den Beamtinnen und Beamten der Kriminaldirektion Koblenz die Identifizierung der beiden Verdächtigen", heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei vom Freitag.

Der eigentliche Durchbruch liegt offenbar schon eine Weile zurück. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat nämlich die Auslieferung der beiden auf Grundlage von Haftbefehlen beantragt, die bereits Ende September 2014 erlassen wurden – wegen gemeinschaftlichen Mordes. Mit der Auslieferung sei allerdings erst in einigen Monaten zu rechnen, wenn nämlich das lettische Strafverfahren gegen die beiden wegen eines Zollvergehens abgeschlossen ist.

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Warum die beiden Daniel Steinert erschossen haben sollen, wie das Verbrechen ablief und wie die Polizei dem Duo schließlich auf die Spur kam – dazu schweigt die Polizei, da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Lediglich dies wurde nun offiziell mitgeteilt: "Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand wurde Daniel Steinert beim Aussteigen aus seinem Fahrzeug vor seinem Wohnhaus in Waldesch mit mehreren gezielten Schüssen von einem der Tatverdächtigen getötet."

Die Polizei spricht von guter Zusammenarbeit mit den lettischen Behörden und dem Bundeskriminalamt. Die beiden Verdächtigen wurden inzwischen im Beisein von Kriminalbeamten der Soko "Waldesch" in Riga zum Tatvorwurf vernommen. Ob sie die Tat einräumen oder abstreiten – auch dies wurde nicht bekannt.

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Der Mord geschah mitten in der Nacht in einer gepflegten, ruhigen Wohngegend: Daniel Steinert, der im Wallersheimer Weg in Koblenz-Lützel die Disco Dance Palace betrieb, war gegen 3.30 Uhr mit seinem auffälligen Mercedes R 280 mit litauischem Kennzeichen in der Disco losgefahren und kurz darauf zu Hause angekommen. Zeugen hörten gegen 3.45 Uhr mehrere Schüsse im Bereich Hübingerweg/Eschbachhöhenweg. Dann soll ein Auto weggefahren sein. Gut zwei Stunden später fand ein Passant Steinert neben seinem Mercedes – tot.

Es folgten aufwendige Ermittlungen, bei denen unter anderem auch die umstrittenen Mantrailer-Spurensuchhunde eingesetzt wurden und eine Fallanalyse des Landeskriminalamts erstellt wurde. Untersucht wurde auch das "vielschichtige geschäftliche Umfeld des Opfers, auch ins osteuropäische Ausland", wie die Polizei einmal mitteilte. Der Dance Palace war vor allem bei russischstämmigen Jugendlichen beliebt.

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