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Koblenz

Alternative für Synagoge gesucht

Die jüdische Kultusgemeinde muss sich neu orientieren. Die Hoffnungen, wieder in die alte Synagoge einziehen zu können (in der zurzeit die Kinder- und Jugendbücherei und die Musikbibliothek ihren Platz haben), scheinen nach den jüngsten Plänen der Nutzung durch die Görlitz-Stiftung endgültig vom Tisch.

Die jüdische Kultusgemeinde hatte auf eine Rückkehr in den Bürresheimer Hof gehofft – doch die Aussichten sind schlecht. 
Foto: Denise Remmele
Die jüdische Kultusgemeinde hatte auf eine Rückkehr in den Bürresheimer Hof gehofft – doch die Aussichten sind schlecht.
Foto: Denise Remmele

Koblenz – Die jüdische Kultusgemeinde muss sich neu orientieren. Die Hoffnungen, wieder in die alte Synagoge einziehen zu können (in der zurzeit die Kinder- und Jugendbücherei und die Musikbibliothek ihren Platz haben), scheinen nach den jüngsten Plänen der Nutzung durch die Görlitz-Stiftung endgültig vom Tisch. Denn die Stiftung hat ein Nutzungskonzept vorgelegt, das alle drei frei werdenden Gebäude in der Altstadt beinhaltet (die RZ berichtete). "Und da die Stadt ja wenig Geld hat und die Stiftung welches investieren würde, ist es sehr wahrscheinlich, dass nicht die Synagoge umgesetzt wird. Ich habe nur noch wenig Hoffnung, dass das klappen wird", sagt Heinz Kahn, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Koblenz, die neben der Stadt alle umliegenden Landkreise umfasst.

Eine Hoffnung will er aber nicht aufgeben, nämlich die, dass es für die heutige Synagoge in der Schlachthofstraße doch noch irgendwann einen alternativen Standort geben wird. "Denn dass die Synagoge unmittelbar neben dem jüdischen Friedhof ist, das dürfte ein einmaliger Fall sein." Das sei in der Religion grundsätzlich verboten, so Kahn. Umso größer waren die Hoffnungen der Gemeinde, als bekannt wurde, dass die alte Synagoge nach dem Umzug ihrer jetzigen Nutzer in den Kulturbau auf dem Zentralplatz einen neuen Nutzer suche. Die Kosten für eine Wiedereinrichtung der Gemeinde wären zu stemmen gewesen, ist Kahn überzeugt. "Wir hatten schon Bund und Land um Zuschüsse gebeten, das sah gut aus", sagt er.

Nun, man könne es nicht ändern, ergänzt er ein bisschen resigniert. Die Stadt habe aber Zusagen gemacht, dass sie bei der Suche nach einem alternativen Standort helfen wolle. "Zu meinen Lebzeiten glaube ich aber nicht mehr daran", so Kahn, der bald 91 wird. Doris Schneider

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