Archivierter Artikel vom 20.12.2011, 12:30 Uhr

April bis Juni 2011: Nowitzki überragt sie alle

Die Saison der nordamerikanischen Profiliga NBA wird für den deutschen Basketballstar Dirk Nowitzki zu einem persönlichen Triumphzug: Er holt endlich den Titel mit den Dallas Mavericks.

In der Stunde seines größten Triumphes, als die Meisterschaft in der nordamerikanischen Profiliga NBA für Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks Realität ist, verlässt der deutsche Hauptdarsteller schnurstracks die Bühne. Der baumlange Würzburger zieht sich nach dem entscheidenden 105:95 bei den Miami Heat das Trikot über den Kopf und eilt in Richtung Kabine.

Dirk Nowitzki
Nach seinem Sieg mit den Dallas Mavericks standen „Dirkules“ in der Kabine die Tränen in den Augen.
Foto: DPA
Nachdem die Texaner die Finalserie mit 4:2 Siegen für sich entschieden haben, will Nowitzki erst einmal allein sein. Den Moment genießen. „Ich habe ein bisschen geheult“, gibt der Franke später zu, dass er in der Einsamkeit die ein oder andere Freudenträne vergossen hat. Kein Wunder. Nowitzki ist endlich am Ziel seiner Träume angekommen – nach 13 langen Jahren in der besten Basketballliga der Welt.

„Dirkules“ ist nicht zu stoppen

Dass es an diesem 12. Juni 2011 überhaupt so weit kommt, dafür hat Nowitzki mit seinen überragenden Auftritten in den Play-off maßgeblichen, wenn nicht sogar entscheidenden Anteil. Der 2,16 Meter große Würzburger, der von den Dallas-Fans nur respektvoll „Dirkules“ oder „The German Wunderkind“ (Das deutsche Wunderkind) genannt wird, ist in der finalen Phase der Saison weder von seinen Gegenspielern noch von einem Sehnenriss im Finger oder gar einer fiebrigen Grippe zu stoppen. Wenn es darauf ankommt, ist Nowitzki zur Stelle. Als Dallas in der Finalserie gegen Miami nach Spielen mit 1:2 hinten liegt, rüttelt der große Blonde seine Mitspieler wach und fordert von ihnen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Nach dieser Ansprache verlieren die Mavericks kein Spiel mehr. Nowitzki trägt nun nicht nur den NBA-Meisterschaftsring, sondern wird in der deutschen Ruhmeshalle des Sports im gleichen Atemzug mit Größen wie Boris Becker, Steffi Graf oder Michael Schumacher genannt.

Dieser Ruhm wäre 2006 noch undenkbar gewesen. Damals bekommt Nowitzki sogar von den nordamerikanischen Medien den nicht gerade schmeichelhaften Spitznamen „No-win-ski“ verpasst. Der Würzburger hat in der damaligen Finalserie – ebenfalls gegen die Miami Heat – in der dritten Partie zwei Freiwürfe zur wohl vorentscheidenden 3:0-Führung in der Best-of-seven-Serie vergeben. Die Mavericks verlieren daraufhin tatsächlich noch den schon sicher geglaubten Titel an die Heat. Der Makel, in den entscheidenden Situationen nicht die nötige Nervenstärke zu haben, haftet lange an ihm – eben bis zur vergangenen Saison, an deren Ende der wertvollste Spieler der Saison (MVP) 2006/2007 endlich den Meistertitel feiern kann.

Lob von Magic Johnson

Die ewigen Schindereien mit seinem Mentor Holger Geschwindner in der kleinen, aber feinen Turnhalle von Rattelsdorf in der Nähe von Bamberg haben sich also gelohnt. „Es gibt viele Spieler, bei denen man hinterher sagt: Sie hatten eine große Karriere, aber es fehlt halt etwas. Dieses ,aber' würde ich mir gern ersparen“, hat Nowitzki nach dem Trauma der Finalserie von 2006 gesagt. Und er hat seinen Worten Taten folgen lassen. Der große Earvin „Magic“ Johnson, Ex-Star der Los Angeles Lakers, adelt Nowitzki nun als „einen der besten Basketballer aller Zeiten“. Und Boston-Celtics-Legende Larry Bird sagt nach Nowitzkis Triumph mit den Mavericks: „Ich war schon immer von ihm beeindruckt. Es ist eine Ehre für mich, wenn die Leute uns vergleichen.“

Worte, die Nowitzki ja eigentlich runtergehen könnten wie Öl. Doch so ist der sympathische, aber vor allem zurückhaltende Würzburger nicht gestrickt. Ihm sind Lobhudeleien eher unangenehm, er mag es nicht so gern, im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. Genau das ist es auch, was vor allem die vielen deutschen Fans an ihm schätzen. Wer ihn zufällig mal auf der Straße treffen sollte, kann sich darauf verlassen, zumindest kurz mit ihm plaudern zu können. Trotz eines geschätzten Vermögens von mindestens 140 Millionen Dollar und seinen sportlichen Erfolgen ist er einfach Mensch geblieben, „unser Dirk“.

Von unserem Reporter Dominik Hechler

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