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Schlussakkord: Wirges beendet Trompeten-Streit

Stephanie Kühr

Die Stadt Wirges hat sich nach einer monatelangen öffentlichen Debatte zu einer Entscheidung im Trompeten-Streit durchgerungen. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montagabend am Ende einer äußerst emotional geführten Diskussion beschlossen, keine Riesentrompete auf das Dach des Wirgeser Bürgerhauses zu setzen.

Vom Tisch: Der Entwurf einer Riesentrompete für das Dach des Wirgeser Bürgerhauses kommt nun endgültig nicht mehr zu Zug.
Vom Tisch: Der Entwurf einer Riesentrompete für das Dach des Wirgeser Bürgerhauses kommt nun endgültig nicht mehr zu Zug.
Foto: Architekturbüro

Das Kunst-am-Bau-Projekt der Mainzer Künstlergruppe „conhereos“ war als Gewinner-Modell aus einem Wettbewerbsverfahren unter Beteiligung des zuständigen rheinland-pfälzischen Finanzministeriums hervorgegangen und sollte die riesige Lüftungsanlage auf dem Dach des Wirgeser Bürgerhauses verdecken. In der Sitzung votierten 16 Ratsmitglieder gegen den Trompeten-Entwurf namens „FestSpielHaus“, darunter alle Mitglieder der CDU- und der FDP-Fraktion sowie einzelne Vertreter der SPD, während sich mit Stadtbürgermeister Andreas Weidenfeller (CDU) nur sechs Ratsmitglieder für das Projekt aussprachen.

Damit ist die Riesentrompete endgültig vom Tisch. Mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat stattdessen, das gescheiterte Kunst-am-Bau-Verfahren zur Verkleidung der Lüftungsanlage aufzuheben und einen neuen Wettbewerb auszuschreiben. Die Mehrkosten dafür liegen bei 5000 Euro, die als Spesengelder an die Jurymitglieder und für die Entwürfe der Künstler zu zahlen sind.

Der Rat einigte sich mehrheitlich darauf, eine Kommission aus Vertretern aller Fraktionen zu bilden, die die Ausschreibungskriterien für das neue Kunst-am-Bau-Projekt definiert. Um das Verfahren ergebnisoffen zu halten, verzichtete der Rat auf die Textpassage, dass es sich um ein Kunstobjekt in Form einer Statue, eines Standbildes oder einer dreidimensionalen Installation handeln soll, das am Haupteingang des Bürgerhauses aufgestellt wird. Binnen einer Woche nach Vorlage des Protokolls sollen die Parteien nun ihre Vertreter benennen, damit das Gremium so schnell wie möglich seine Arbeit aufnehmen kann. Zuvor hatte Stadtbürgermeister Weidenfeller darauf gedrängt, eine Entscheidung zu treffen. „Uns läuft die Zeit davon. Deshalb mache ich Druck. Wir laufen Gefahr, dass das Land einen Teil der Fördergelder kürzt oder zurückhält“, warnte er.

Der Wirgeser Trompeten-Streit hat landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Denn das Land hatte einen Teil der Fördermittel für die Sanierung des Bürgerhauses, insgesamt rund 2 Millionen Euro, an die Verwirklichung eines 40.000 Euro teuren Kunst-am-Bau-Projektes geknüpft. Das Preisgericht aus drei Vertretern der Stadt, einer Abgesandten des Mainzer Finanzministeriums und drei Künstlern hatte sich im März dieses Jahres einstimmig für den Trompeten-Entwurf ausgesprochen. Der Stadtrat weigerte sich indes über Monate, das bindende Urteil der Jury umzusetzen und den Auftrag an die Mainzer Künstlergruppe, die in der Sitzung am Montag erstmals ihren Entwurf vorstellen durfte, zu vergeben – ein Präzedenzfall im Westerwaldkreis. Der letzte Lösungsversuch war im November an einer Patt-Situation im Rat gescheitert.

Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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