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Kreis Birkenfeld

[update] Sturmtief "Burglind": Tausende Menschen für Stunden ohne Strom

Begleitet von orkanartigen Böen, ist Sturmtief „Burglind“ am frühen Mittwochmorgen auf das Birkenfelder Land getroffen. Umgestürzte Bäume und massiver Regen behinderten zeitweise den Verkehr.

In Brücken musste die L165 im Kreuzungbereich Brunnenstrasse gesperrt werden.
In Brücken musste die L165 im Kreuzungbereich Brunnenstrasse gesperrt werden.

Von Axel Munsteiner, Jörg Staiber, Andreas Nitsch und Silke Bauer

Die Bahnstrecke zwischen St. Wendel und Neubrücke wurde bis Betriebsschluss gesperrt, Ersatzbusse transportierten die Bahnkunden. In zahlreichen Ortsgemeinden fiel der Strom aus. Die Feuerwehreinheiten waren seit etwa 6.30 Uhr in den Verbandsgemeinden Baumholder, Herrstein, Rhaunen und Birkenfeld im Einsatz. Die Stadt Idar-Oberstein blieb weitgehend verschont.

„Überflutete Straßen, jede Menge umgefallene Bäume – im Grunde aber das Übliche“, sagte Kreisfeuerwehrinspekteur Eberhard Fuhr, „zum Glück haben sich keine schweren Autounfälle ereignet, Personen sind auch nicht verletzt worden.“ Kleinere Probleme bereitete gegen 11 Uhr Treibholz, das sich an der Nahebrücke in Nohen gestaut hatte. Es wurde später beseitigt. „So etwas haben wir jedes Jahr“, relavierte Fuhr.

Ähnlich äußerte sich Eckhard Hecht von der Straßenmeisterei Kirn, der mit Fuhr stets in engem Kontakt stand. Hechts Mitarbeiter waren vor allem im Hochwald und im Idarwald unterwegs. Das Grundwasser stehe derart hoch, sodass alle Gräben volllaufen bis zur Oberkante. „Aber die Menschen in dieser Region kennen das ja schon und können damit umgehen“, betonte Hecht. „Wir sind für solche Vorfälle gewappnet. Derzeit machen wir nichts anderes, als Gräben, Bäche, Brücken sowie Durchlässe zu kontrollieren und bei Bedarf von Anlandungen zu befreien“, erklärte der Leiter der Straßenmeisterei.

Herrsteins VG-Wehrleiter Nils Heidrich berichtete, dass die Wehrleute dreimal wegen umgestürzter Bäume ausrücken mussten. „Aber das war alles im Rahmen“, sagte Heidrich. Kollege Armin Schneider aus Baumholder hatte ähnliche Vorfällen in Berglangenbach, zwischen Heimbach und Leitzweiler sowie in Baumholder zu bewältigen. Und in Frauenberg wurde die Bahnhofstraße gesperrt. Auch bei Stipshausen und Rhaunen mussten Bäume von Straßen beseitigt werden. Die meisten Einsätze – nämlich 28 – verzeichneten die Feuerwehren in der VG Birkenfeld. Im Idar-Obersteiner Stadtteil Göttschied drohte die Solaranlage vom Dach eines Hauses davonzufliegen. Unter Einsatz einer Drehleiter wurden die losen Module mit der Trennscheibe zerkleinert und gesichert. Im Zusammenhang mit dem Sturm blieb dies der einzige Alarm für die Wehr Idar-Oberstein. Insgesamt waren kreisweit etwa 200 Wehrleute im Einsatz.

Allerdings waren Tausende Bürger in mehr als 20 Dörfern des Nationalparklandkreises vom Unwetter betroffen, weil sie in ihren Häusern am Morgen im Dunkeln saßen. „Diesmal war es bei uns ganz extrem. Wir hatten mehrere Störungen, wobei es drei Auslöseorte für die Stromausfälle gab“, sagt Jutta d'Orazio, Sprecherin der OIE. So war im Bereich Niederbrombach ein Baum in eine Freileitung gestürzt, was in sechs umliegenden Orten zu einem Blackout führten. Auch im Bereich Meckenbach kappte ein Baum eine Leitung, was in mehreren Trauntaldörfern wie Brücken, Achtelsbach und Ellweiler ebenfalls einen Stromausfall verursachte. Aus dem gleichen Grund gingen auch in Bruchweiler, Kempfeld, Schauren, Langweiler und Allenbach die Lichter aus. Die Störungen dauerten teilweise bis zu zwei Stunden. „Danach war die Versorgung aber – teils durch Notstromaggregate, teils durch Umstellungen des Netzes – wiederhergestellt. Die Mitarbeiter hatten mit dem Problem zu kämpfen, wegen der vielen umgestürzten Bäume die Störungsstelle überhaupt zu erreichen“, sagt d'Orazio.

Die Schwerpunkte gleich hinter der Kreisgrenze zum Saarland lagen bei Losheim am See, Nonnweiler-Otzenhausen und Weiskirchen. Kurios: Auf der L 151 in Weiskirchen kollidierte ein Auto mit einem aufgewirbelten Trampolin. Verletzt wurde niemand.

Die Gefahr von Hochwasser sah Kreisfeuerwehrinspekteur Eberhard Fuhr am Nachmittag kaum – auch wenn die L 165 bei Brücken wegen Überflutung ebenfalls für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden musste. Die Wasserpegel der Nahe und der zufließenden Bäche seien zwar erhöht und würden auch noch etwas weiter ansteigen. Besorgniserregend sei dies aber noch nicht, betonte Fuhr – zumal die Vorhersagen Entwarnung geben. „Und auf die Prophezeiungen des Deutschen Wetterdienstes kann man sich verlassen. Das klappt sehr gut“, betonte Fuhr.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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