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Kreis Birkenfeld

Entsetzen und Traurigkeit: Was ist an diesem Sonntag mit den Menschen geschehen?

Vera Müller

Unglaublich beinahe, dass diese Katastrophe keine Menschenleben gekostet hat. Mit welcher Gewalt die Wasserwogen durch die Orte gerauscht sind, wie schnell die Wohnung voll liefen – und es ist tatsächlich manchmal gerade noch so gut gegangen.

Unsere Redakteurin Vera Müller sprach stellvertretend mit einigen Betroffenen darüber:

Überflutete Straße
Eine überflutete Straße im rheinland-pfälzischen Fischbach.
Foto: Christian Schulz/Foto Hosser – dpa

Das Wasser stand später bis zur Decke: 81-Jährige konnte noch aus ihrer Kellerwohnung gerettet werden

Am Tag darauf kommen auch die emotionalen Reaktionen auf die katastrophalen Zustände: Jutta Fey, gebürtige Fischbacherin, musste weinen, als sie die Fischbacher Bilder und Videos sah. Ihre Mutter bewohnt seit zwölf Jahren eine Einliegerwohnung in der Hauptstraße: direkt im Keller. Im Telefonat mit Jutta Fey sagte sie beim Blick aus dem Fenster: „Um Himmels Willen.“ Die 81-Jährige stellte fest, dass die Lage mehr als ernst wurde. Ein Hilfstrupp kam zu ihr, holte die Seniorin aus der Wohnung raus. Das Wasser reichte irgendwann bis zur Decke: Nur das Nötigste nahm sie mit. Papiere, Medikamente. „Es ist alles zerstört. Sie hat nichts mehr. Und sie wäre dort ertrunken, wenn man sie nicht rausgeholt hätte. Sie ist stark gehbehindert“, berichtet Jutta Fey, die sich gerade im Urlaub auf Mallorca befindet und in Oberreidenbach wohnt. Ihre Mutter kam bei einer ihrer Töchter unter. Die Familie hält zusammen und wird der alten Frau helfen, so gut es geht.

Fluten rissen vom Haus der Mutter alles mit, was nicht niet- und nagelfest war

Bergwerksleiter Nico Bollenbach ist erleichtert: Zwar gibt es am Kupferbergwerk Fischbach keinen Strom, und am Montag blieb die Sehenswürdigkeit geschlossen – aber insgesamt sind keine größeren Schäden entstanden. Ganz im Gegensatz zum Haus seiner Mutter Marion: „Wahnsinn. Da ist alles weg. Reifen, Werkzeuge, Rasenmäher… Man kann sich das nicht vorstellen.“ Bollenbach, an dem am Sonntag ein Auto vorbeigeschwommen ist, betont: „Die Schäden werden so schnell nicht zu beheben sein.“ Was ihn – und auch viele andere – nervt: „Wir haben eine ganze Menge Katastrophentouristen, die mit dem Handy im Weg rumstehen.“

Vorbildlich geholfen - Lesermeinung zum Unwetter

Schauren. NZ-Leser Manfred Krug aus Schauren schreibt uns: „Ein Dankeschön an die Feuerwehr und an das THW. In meinem 75-jährigen Leben habe ich ein solches Unwetter wie am vergangenen Sonntag noch nicht erlebt. 

Wir werden diesen Tag nie vergessen.  Die Hagelkörner haben meine Frau und ich beide anfangs mit Schneeschaufeln aus dem Abfluss entfernt. Nach wenigen Minuten war das nicht mehr möglich, sie türmten sich 15 Zentimeter in die Höhe. Ab dann lief das Wasser in die Garage und in den Keller.“ In wenigen Minuten stand das Wasser in einer Höhe von 70 Zentimetern. Das Auto lief halbvoll, die Nachbarhäuser waren ebenfalls betroffen. Die Feuerwehr und das THW waren schnell vor Ort und halfen in vorbildlicher Weise.

 

Idar-Oberstein Birkenfeld
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