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Koblenz

Uni Koblenz entwickelt Konzept für Isso-Bistro

Gesund regional und saisonal schlemmen und dazu noch etwas über Nahrungsmittel und deren Nährwerte lernen: Dies soll vom Sommer an in einem neuen Bistro des Dreikönigshauses in der Koblenzer Altstadt möglich sein.

Gekocht wurde zwar auch in der Uni in Koblenz, wovon sich Martin Görlitz (links) bei einem Besuch in der Lehrküche überzeugen konnte. Die Studenten haben unter Federführung von Dr. Michaela Schlich (2. von rechts) aber nicht nur die Speisekarte für das neue Bistro des Isso-Instituts entwickelt.
Gekocht wurde zwar auch in der Uni in Koblenz, wovon sich Martin Görlitz (links) bei einem Besuch in der Lehrküche überzeugen konnte. Die Studenten haben unter Federführung von Dr. Michaela Schlich (2. von rechts) aber nicht nur die Speisekarte für das neue Bistro des Isso-Instituts entwickelt.

Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen

Dort entstehen derzeit die Büro- und Institutsflächen des Institute for Social and Sustainable Oikonomics (Isso) sowie ein Gründerzentrum mit ökologischem und sozialem Fokus. Hinter Isso steht der Koblenzer Unternehmer Martin Görlitz, zugleich Gründer der Görlitz-Stiftung.

Im Auftrag von Isso haben Masterstudenten des Fachgebiets Ernährungs- und Verbraucherbildung unter Federführung von Dr. Michaela Schlich nun das gastronomische Angebot für das Bistro im Gebäudekomplex in der Kornpfortstraße entwickelt, das dort im Erdgeschoss des Dreikönigshauses mit etwa 60 Sitzplätzen entstehen soll. In der geplanten Form dürfte dieses Bistro in Koblenz, aber auch über die Grenzen der Rhein-Mosel-Stadt hinaus ein Alleinstellungsmerkmal besitzen, denn die Küche wird ausschließlich auf regional hergestellte und saisonale Produkte setzen.

Erdbeeren im Winter oder Feldsalat im Sommer wird es also nicht geben. "Das würde einfach auch nicht zum Konzept des Hauses und zu unserem Institut passen", betont Isso-Sprecher Alexander Schabel. Nachhaltigkeit auch auf kulinarischer Ebene ist dagegen das gesteckte Ziel. Und: Die Gäste sollen auch etwas über gesunde Ernährung erfahren; wissen, was sie da gerade verspeisen.

Dies soll unter anderem mit einer App möglich werden, die die Studentengruppe um die Ernährungswissenschaftlerin Michaela Schlich im Rahmen eines projektorientierten Semesters entwickelt hat. Zudem ist daran gedacht, neben klassischen Broschüren und -tafeln auch Audiodateien in das Multi-Media-Info-Angebot zu integrieren.

In vier Teams haben sich die jungen Leute mit den Themen "Event", "Medien", "Hygiene" und "saisonale Küche" beschäftigt und für das neue Bistro quasi ein sogenanntes Manual, also eine Betriebsanleitung, erarbeitet, wie Michaela Schlich erklärt. Dabei ging es, wie die Teambezeichnungen bereits verdeutlichen, nicht allein darum, eine Speisekarte zu erstellen, sondern auf der Ebene "Event" zum Beispiel auch um das Thema Feste und Themenwochen auf kulinarischer Ebene.

Für die Uni sei die Zusammenarbeit mit Isso eine klassische Win-Win-Situation gewesen, von der beide Seiten profitieren, freut sich Schlich. Melanie Arend und Philipp Saame stimmen ihr zu: "Innerhalb des Projektes konnten wir sehr praxisorientiert arbeiten und vor allem für ein reales Projekt. Das motiviert natürlich", loben die beiden Studenten.

Auf der Seite von Isso schaut es nicht anders aus. "Es ist natürlich prima, dass wir hier am Standort Koblenz an der Universität auf das Know-how des Fachgebietes Ernährungswissenschaft und Verbraucherbildung zurückgreifen können", sagt Alexander Schabel. Er hofft, dass die Zusammenarbeit über das nun auslaufende Semester hinaus weitergeht. "Wir betrachten das Bistro als fortlaufenden Prozess und sind natürlich auch an einer wissenschaftlichen Evaluation interessiert, um dann auch an dem Konzept zu feilen und es weiterzuentwickeln", fügt Schabel hinzu.

"Essen soll in dem Bistro auf einem anderen Bewusstseinslevel stattfinden", erläutert derweil Beatrix Sieben (Isso und Görlitz-Stiftung) das Vorhaben. Der Genuss soll dabei allerdings nicht zu kurz kommen, betont Sieben. "Das Essen soll nicht nur gesund sein sowie fair und nachhaltig produziert, sondern natürlich auch gut schmecken." Allein der Nahrungsaufnahme soll das Bistro allerdings nicht dienen. "Wir wollen innerhalb des Gründerzentrums einen kommunikativen Raum schaffen. Gedanken- und Ideenaustausch sind uns ebenfalls sehr wichtig", erläutert Alexander Schabel. Denkbar sind außerdem Veranstaltungen rund um das Thema Ernährungs- und Verbraucherbildung. Willkommen sind dabei nicht nur diejenigen Menschen, die im Dreikönigshaus ab Sommer arbeiten werden. Ganz im Gegenteil, unterstreicht Schabel: "Das Bistro steht jedem offen. Wir bauen keine Mensa, sondern ein gastronomisches Angebot für jedermann."

Das Institut

Das Institute for Social and Sustainable Oikonomics, kurz Isso, ist eine Kooperation der Koblenzer Hochschulen in gemeinnütziger Trägerschaft der Görlitz-Stiftung. Isso soll ein "Praxislabor für zukunftsfähiges Wirtschaften" werden. Im Dreikönigshaus entsteht dazu derzeit unter anderem ein Gründerzentrum für Start-up-Initiativen. Am Florinsmarkt (Bürresheimer Hof und Altes Kaufhaus) will Isso eine Akademie mit Seminarräumen und einem angeschlossenem Gästehaus etablieren. hoa

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