40.000
Aus unserem Archiv
Koblenz

Monte Mare: Kein Bad ohne Geld der Stadt Koblenz

Ein privater Investor baut in Koblenz ein Hallenbad, die Stadt muss keine Millionen aus ihren Kassen herbeizaubern, und die Bürger können endlich wieder vernünftig schwimmen gehen. So weit der Traum.

Perfekter geht es nicht: Ein privater Investor baut in Koblenz ein Hallenbad, die Stadt muss keine Millionen aus ihren klammen Kassen herbeizaubern, und die Bürger können endlich wieder vernünftig schwimmen gehen. So weit der Traum. "Tatsächlich muss es sich die Stadt abschminken, dass jemand mit einem Koffer voller Geld kommt und für die Stadt ein Schwimmbad baut", sagt Jörg Zimmer, Marketingleiter bei der Firma Monte Mare, die selbst an elf Standorten Bäder betreibt. Eine Meinung, die übrigens auch Sport- und Bäderamtsleiter Rüdiger Sonntag schon geäußert hat.

Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig hatte bei einer Bürgerversammlung mitgeteilt, dass die Stadt zurzeit Gespräche mit einem privaten Investor führt. Sollten diese scheitern, wolle man versuchen, mit Unterstützung des Landes selbst ein neues Hallenbad zu bauen (die RZ berichtete). Wie aussichtsreich diese Pläne sind, ist zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen. Monte Mare ist jedenfalls nicht besagter Investor – und Zimmer ist überzeugt, dass kein seriöses Unternehmen ohne Beteiligung der Stadt ein Bad bauen würde: Der reine Schwimmbetrieb sei ein Verlustgeschäft, "und deshalb gibt es kein Schwimmbad zum Nulltarif, ebenso wenig wie ein Museum oder Theater".

Monte Mare verfolgt nun durchaus eigene Interessen bei dem Thema. Seit 1992 verhandelt das Unternehmen mit der Stadt über ein mögliches PPP-Projekt (Public Private Partnership), bei dem grob gesagt die Stadt für die Investition haften und das Defizit aus dem Schwimmbereich tragen würde und ein privater Partner für Vermarktung und Betrieb zuständig wäre. Zustande kam eine Kooperation nie. Ohne städtische Zuschüsse würde diese nicht funktionieren, so Zimmer – und hier stellt sich die Frage der Finanzierung, gerade mit Blick auf den Eckwertebeschluss, der der Stadt neue Investitionen verbietet.

Grundsätzlich hält Zimmer Koblenz aber für einen geeigneten Standort für ein Bad, weshalb Monte Mare auch so hartnäckig versucht, mit der Stadt ins Geschäft zu kommen. Entscheidend ist Zimmer zufolge, dass nicht nur ein Familienbad gebaut wird, wie es die Stadt bisher plant, sondern auch ein großer Sauna- und Wellnessbereich. "Wellness ist ein Wachstumsmarkt, anders als zum Beispiel Spaßbäder", betont der Marketingmann. Ein solches Bad ist zwar viel teurer – Zimmer spricht bei einem Bad, das identisch mit dem Angebot des Stadtbads ist, von 6 bis 8 Millionen, bei einem Wellnessbad von 20 bis 22 Millionen Euro. Doch würden hier Gewinne gemacht, die die Verluste im Schwimmbereich zumindest teilweise ausgleichen und die jährliche Haushaltsbelastung reduzieren würden.

Stephanie Mersmann

Koblenz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

epaper-startseite
Wetter
Dienstag

16°C - 32°C
Mittwoch

15°C - 31°C
Donnerstag

17°C - 29°C
Freitag

9°C - 22°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerie: Fotos unserer Leser
Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
Koblenzer Stadt-Geschichten

Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf