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Koblenz

Koblenzer Genossen diskutieren die Hallenbad-Frage

CDU oder SPD: Wer hat denn nun den Neubau eines Stadtbades zuerst gefordert? Die Koblenzer Sozialdemokraten jedenfalls beanspruchen die Führungsposition für sich.

Die SPD-Mitglieder beschließen Antrag zum Neubau „mit integrierter Saunalandschaft“ – Wer war denn nun der erste?
Die SPD-Mitglieder beschließen Antrag zum Neubau „mit integrierter Saunalandschaft“ – Wer war denn nun der erste?

CDU oder SPD: Wer hat denn nun den Neubau eines Stadtbades zuerst gefordert? Die Koblenzer Sozialdemokraten jedenfalls beanspruchen die Führungsposition für sich – und sind auf die CDU derzeit und deswegen wohl ziemlich schlecht zu sprechen. Das jedenfalls kristallisierte sich beim außerordentlichen Parteitag der SPD heraus, zu dem die Genossen am Samstag in die Julius-Wegeler-Schule eingeladen hatten. Weil die CDU öffentlich vorangeschritten ist – sie hat das Neubauprojekt kürzlich auf medialem Wege eingefordert -, hat die SPD nun nachgezogen.

Mit "Nachdruck" setzen sich die Sozialdemokraten für ein Sport- und Familienbad mit einem tragfähigen Bau- und Betreiberkonzept ein. Einen entsprechenden Beschlussantrag des Stadtverband-Vorstandes segneten die Teilnehmer des Parteitages einstimmig ab. Nach kurzer Diskussion passierte auch der Zusatz "mit integrierter Saunalandschaft" das Gremium.

Ob die Stadt ein solches Bad selbst betreibt oder einen Investor mit ins Boot holt: Diese Frage müsse dabei zunächst offen bleiben, stellte Marion Lipinski-Naumann klar. Was für die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Koblenzer Stadtrat und stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbandes aber außer Frage steht, ist: "Als Standort für einen Neubau ist das Gelände am Rauentaler Moselbogen der beste." Die SPD-Fraktion werde deshalb beantragen, dass die Stadt das Vorkaufsrecht für das Areal nutzt und das Grundstück erwirbt. Gerade für eine Stadt an zwei Flüssen, so betonte Lipinski-Naumann, sei ein Stadtbad zwingend notwendig – auch, wenn die Finanzlage der Kommune angespannt sei. "Wir müssen klug sparen, aber auch investieren. Dass es nicht ohne Investitionen geht, zeigt das Beispiel Griechenland", resümierte die Fraktionschefin.

Dem Vorschlag von Ferhat Cato, SPD-Vorsitzender der Goldgrube, der anregte, den Zusatz "mit integrierter Saunalandschaft" aus der Beschlussvorlage zu streichen, schlossen sich die Genossen nicht an. Dass die integrierte Saunalandschaft nicht zu Mehrkosten für den Steuerzahler führen werde (wie von Cato befürchtet), sondern für eine Querfinanzierung geradezu unerlässlich sei, weil allein der Saunabetrieb gewinnbringend zu betreiben ist: Diese Meinung vertrat nicht nur Christian Altmaier, Chef der Metternicher SPD. Geschlossen votierten die Parteitagsteilnehmer letztendlich dafür, den Passus für eine Saunalandschaft beizubehalten.

Wie ein Neubauprojekt ausschauen muss, skizzierte Eberhard Schulte-Wissermann: "Keinesfalls ein Spaßbad, sondern ein Funktions- und Familienbad braucht die Stadt", betonte der Koblenzer Alt-Oberbürgermeister mit Verweis auf ein entsprechendes Gutachten, das die Stadt noch unter seiner Amtsführung in Auftrag gegeben hatte. Und was die Fragestellung "privater Investor oder städtische Eigenregie" betrifft, positionierte sich Eberhard Schulte-Wissermann ebenfalls klar und eindeutig: "Ein privater Betreiber bringt keinen Vorteil." Da ein Stadtbad sowieso nie zur Goldgrube werde und ohne öffentliche Zuschüsse deshalb auch kein privater Investor mit ins Boot steige, brauche es den privaten Betreiber nicht. "Für den Zuschussbetrag kann die Stadt ein solches Bad auch allein betreiben", lautete die Prognose von Schulte-Wissermann. hoa

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