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Koblenz

Görlitz-Projekt: Koblenzer Stadtrat stimmt über den Vertrag ab

Der Koblenzer Stadtrat will am Donnerstag, 12. September, in nicht öffentlicher Sitzung über den Verkauf des Bürresheimer Hofs, des Alten Kaufhauses und des Dreikönigenhauses entscheiden.

Dichtes Gedränge am Florinsmarkt: Die Rückkehr der Synagoge hätte wohl auch Folgen für den ruhenden Verkehr.
Dichtes Gedränge am Florinsmarkt: Die Rückkehr der Synagoge hätte wohl auch Folgen für den ruhenden Verkehr.
Foto: Reinhard Kallenbach

Angesichts der heftigen Diskussionen über die Rückkehr der Synagoge auf den Florinsmarkt könnte die Sache spannend werden.

"Aus meiner Sicht sind die notwendigen Punkte ausgeräumt, ich bin also bereit, die Sache zu entwickeln. Jetzt hängt alles am Stadtrat", antwortet Martin Görlitz auf eine Anfrage unserer Zeitung. Nach eigener Aussage hat der Investor, der in den Gebäuden ein gemeinnütziges wissenschaftliches Institut ansiedeln will, schwere Tage hinter sich. Er weist auf Anfeindungen hin – sogar sein Sohn sei betroffen gewesen. Auch laufe eine Unterschriftenaktion, bei der sogar Minderjährige gedrängt wurden zu unterschreiben. Für ihn ist das alles nur schwer verständlich, weil es um ein gemeinnütziges Projekt geht, bei dem er unter dem Strich nichts verdient.

Und was ist, wenn sich der Rat in letzter Minute anders entscheidet? Die Antwort des Investors ist eindeutig: "Wenn die Stadt den Bürresheimer Hof aber lieber an die Jüdische Kultusgemeinde veräußern möchte, dann werde ich dafür natürlich volles Verständnis haben und meine Kaufabsicht für die übrigen Gebäude zurückziehen." Aus Sicht des Oberbürgermeisters wäre dies das schlimmste Szenario und der Schlüssel zu einem langjährigen Leerstand. Joachim Hofmann-Göttig ist überzeugt: Das "Görlitz-Projekt" ist für die Altstadt von historischer Bedeutung, zumal auch die Spitzen von Universität und Hochschule das Projekt weiter ideell fördern wollen.

"Wir freuen uns über das Angebot", betonte der Stadtchef gegenüber der RZ. Im Telefonat wies er auch darauf hin, dass der Bau des Forum Confluentes und der Verkauf der drei historischen Gebäude zusammengehören. Das heißt: Diese Teilrefinanzierung war Voraussetzung für die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde.

Der Jüdischen Kultusgemeinde sichert Hofmann-Göttig zu, die Gespräche über einen neuen Standort für eine Synagoge weiterzuführen. Und auch das Land wird sich einschalten. Ministerpräsidentin Malu Dreyer will sich persönliche um die Sache kümmern. Dies alles ist jedoch kein Blankoscheck. Das Land kann und wird über die übliche Förderung von Sakralbauten nicht hinausgehen. Ergebnis: Selbst wenn die Stadt den Bürresheimer Hof verschenken würde und den Leerstand der anderen Gebäude in Kauf nehmen würde, dürfte es noch Jahre dauern, bis der Umzug der Synagoge möglich ist.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Doppelstrategie – schnelle Umnutzung und Sanierung der historischen Gebäude und mittelfristig ein Neubau der Synagoge – als bessere Wahl. Das sehen Kritiker nicht so. Die Christlich-Jüdische Gesellschaft, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, das Dekanat Koblenz und der Kirchenkreis sind von ihren bereits im vergangenen Winter formulierten Einwänden nicht abgerückt. Die Proteste könnten auch nach der Ratssitzung weiterlaufen.

Reinhard Kallenbach

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