Von Spenden bis Sprachunterricht – Welche Hilfe Flüchtlinge brauchen

Kartenspielen auf dem Platz vor der THW-Halle.
Kartenspielen auf dem Platz vor der THW-Halle. Foto: Hosser

Flüchtlinge brauchen Hilfe. Das kann ein Praktikumsplatz sein, die Einladung zum Fußballtraining oder Unterstützung beim Deutschlernen. Dafür ist nicht immer die Politik gefragt. Wenn Flüchtlinge nach Deutschland kommen, haben sie oft alles verloren und sind dringend auf Hilfe angewiesen. Dabei kann eigentlich jeder irgendetwas tun.

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Sachspenden: Ob Sachspenden gebraucht werden, ist von Ort zu Ort unterschiedlich. Während beispielsweise Kleidung und Spielsachen schon reichlich gespendet wurden, ist anderes oft noch gefragt. Dazu gehören beispielsweise Hygieneartikel wie Zahnbürsten, Zahnpasta und Windeln. Aber auch Lehrmaterial für den Deutschunterricht, Wörterbücher, Bustickets und Gutscheine für Bekleidungsläden oder Drogeriemärkte werden oft gebraucht. In jedem Fall sollte man sich vor Ort informieren, wo Bedarf besteht. Auskunft geben beispielsweise Caritas, Diakonie oder andere Wohlfahrtsverbände.

Sprache: In etlichen Städten haben sich Initiativen gegründet, über die Ehrenamtliche Flüchtlingen Deutsch beibringen. Die Lehrer müssen nicht unbedingt die Muttersprache der Flüchtlinge können – ideal ist aber, wenn andere Flüchtlinge dabei sind, die schon etwas Deutsch sprechen und bei der Verständigung helfen. Im Internet oder über den Flüchtlingsrat lässt sich herausfinden, ob es bereits solche Initiativen im eigenen Umfeld gibt. Falls nicht, raten die Experten von Pro Asyl dazu, Kontakt zu einer Initiative in der Region herzustellen.

Die Behördengänge: Der Weg zu Behörden ist für Flüchtlinge oft ein großes Hindernis – auch dabei können Ehrenamtliche helfen. Diese sollten zwar Erfahrung im Umgang mit Behörden mitbringen, brauchen aber selbst kaum Kenntnisse in Asyl- und Aufenthaltsrecht, sagt Bernd Mesovic von Pro Asyl. Vielmehr sind die Ehrenamtlichen oft eine wichtige Schnittstelle zwischen professionellen Beratern und Flüchtlingen.

Freizeit und Sport: „Freizeitangebote sind besonders für Kinder wichtig, damit sie aus den oft tristen Unterkünften herauskommen“, sagt Bernd Mesovic. Aber auch Erwachsenen hilft es, aktiv zu sein und dabei andere Menschen zu treffen. So gibt es in verschiedenen Sportvereinen bereits Angebote – wer helfen möchte, kann bei örtlichen Vereinen fragen, ob es schon Projekte gibt. Wer beispielsweise als Fußballtrainer aktiv ist und Flüchtlingen das Mitspielen ermöglichen will, kann sich auch an die Ansprechpartner des Bundesprogramms Integration durch Sport wenden.

Medizinische Versorgung: Ärzte, Zahnärzte und Pflegepersonal können helfen. Die Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge ist kompliziert. Kostenlose Sprechstunden können daher in Flüchtlingsunterkünften hilfreich sein. Ärzte sollten das mit den kommunalen Behörden abklären.

Vormundschaft: Kommt ein Kind auf der Flucht ohne seine Eltern nach Deutschland, braucht es einen Vormund. Oft sind das Amtsvormünder, da sich zu wenige passende Privatpersonen finden. Ein Vormund trägt eine große Verantwortung. Der junge Flüchtling braucht eine Unterkunft, eine Schule, und der Vormund sollte ihn während seines Asylverfahrens begleiten. Zugleich sei man als Vormund auch Anlaufstelle bei allen persönlichen Sorgen und Problemen, erklärt der Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge.