Siegen

Ehrenamtliche Helfer sind nicht mehr wegzudenken

Feierstunde zum 35-jährigen Bestehen der Grünen Damen und Herren im Siegener Sophienheim. Im Bild (von links)  Pastorin Annegret Mayr, Marianne Solbach (Sozialer Dienst), Sigrid Stolz, Heimleiter Pasquale Sting, Uschi Feldmann, Jürgen Ritter, Iris Kusche, Marlene Heinz, Ingeborg Wunderlich, Margret Müller und Helga Stepping.
Feierstunde zum 35-jährigen Bestehen der Grünen Damen und Herren im Siegener Sophienheim. Im Bild (von links) Pastorin Annegret Mayr, Marianne Solbach (Sozialer Dienst), Sigrid Stolz, Heimleiter Pasquale Sting, Uschi Feldmann, Jürgen Ritter, Iris Kusche, Marlene Heinz, Ingeborg Wunderlich, Margret Müller und Helga Stepping. Foto: Daniel Weber

Gelebte Nächstenliebe: Grüne Damen und Herren schenken Senioren im Sophienheim seit 35 Jahren Zeit.

Lesezeit: 3 Minuten

Einen Nachmittag voller Dankbarkeit gab es jetzt im Siegener Sophienheim zu feiern. Seit 35 Jahren sind die „Grünen Damen und Herren“ fester Bestandteil der Senioreneinrichtung, die zur Diakonischen Altenhilfe Siegerland gehört. Als ehrenamtliche Helfer leisten sie den Bewohnern Gesellschaft und Beistand, schenken ihnen Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Zu einer Feierstunde kam nun die derzeitige Gruppe zusammen, die aus sieben Frauen und einem Mann besteht – und damit aus exakt so vielen Helfern wie in den Anfangstagen, berichtet Sigrid Stolz. Sie war es, die seinerzeit maßgeblichen Anteil an der Gründung des Besuchsdienstes hatte. Bereits seit 1986 war sie bei den Grünen Damen im Evangelischen Jung-Stilling-Krankenhaus aktiv. Damals absolvierte sie bei der ehemaligen „Inneren Mission“ eine Ausbildung zur Alten- und Familienhelferin. Es folgte ein Praktikum im Sophienheim. „Die Schwestern dort sprachen mich auf meinen grünen Kittel an und fragten mich, ob man nicht auch hier so etwas ins Leben rufen könnte“, erinnert sie sich. Gesagt, getan: Mit dem damaligen Heimleiter Günther Schmidt, Gemeindepfarrer Dr. Reinhard Lieske und Pastor Heinrich Kottschlag, seinerzeit Krankenhaus-Seelsorger im „Stilling“, gewann Sigrid Stolz sogleich wichtige Unterstützer. Und so fanden sich bald darauf acht Grünen Damen zusammen, die im Mai 1988 ihr Ehrenamt im Stammhaus am Bürbacher Weg antraten.

Neben Sigrid Stolz ist Ingeborg Wunderlich seit den Anfangstagen mit dabei. Einziger „Grüner Herr“ in der Gruppe ist derzeit Jürgen Ritter – und das immerhin auch schon seit 25 Jahren. Damals, 1998, wechselte er aus dem Berufsleben in den Ruhestand. „Schon einen Tag später habe ich meinen Dienst im Sophienheim begonnen, mit dem Rollwagen Obst, Getränke und Zeitschriften an die Bewohner verteilt.“

Grüne Kittel tragen die Helferinnen und Helfer übrigens schon lange nicht mehr. Doch ihr segensreiches Wirken hat sich über die Jahrzehnte kaum geändert: Sie erfüllen den Senioren Alltagswünsche, lesen ihnen vor, trösten bei Kummer, laden zu Spaziergängen oder Spielen ein, sind einfach für sie da. Besonders wichtig ist der Kontakt für jene Bewohner, die kaum oder gar keine Angehörigen haben, sagt der heutige Einrichtungsleiter Pasquale Sting, der wie seine Vorgänger Günther Schmidt, Gerhard Ziel und Heidrun Weinell auf die Unterstützung der Ehrenamtlichen bauen kann. Er dankte „für die lange Zeit, in der Sie mit den Bewohnern viel Schönes erlebt, ihnen aber auch in schweren Tagen mit viel Engagement und Herzblut beigestanden haben“. Bis heute seien die Grünen Damen und Herren eine wichtige Stütze im Alltag der Einrichtung, indem sie vieles leisteten, zu dem hauptamtlich Mitarbeitende kaum Zeit und Ruhe finden.

Angereichert wurde die Feierstunde im Sophienheim von Lobgesang und Dankesgebeten. Als geistliche Begleitung der Grünen Damen und Herren nahm Pastorin Annegret Mayr von der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde ein Bibelwort aus dem Buch Daniel („Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder!“) zum Anlass, um an zahlreiche tiefe Beziehungen und Freundschaften zu erinnern, die über die Jahre zu den Bewohnern, aber auch untereinander entstanden sind. Mit ihrer Bereitschaft, sich anderen Menschen gegenüber zu öffnen, leisteten die Helfer „Wohltaten in einem Leben, das immer mehr auf Hilfe angewiesen ist“, so die Pastorin. Mit einem kleinen Buffet und einer Fotoschau, die Erinnerungen an viele gemeinsame Ausflüge, Sommerfeste und Adventsfeiern weckte, klang der Nachmittag im Sophienheim aus.

Da zuletzt einige Grüne Damen und Herren aus Alters- oder Gesundheitsgründen ausgeschieden sind, würde sich die Gruppe über neue Helfer freuen, die bereit sind, mindestens einmal pro Woche die Senioren im Heim zu besuchen. Eine formelle Ausbildung brauche es dafür nicht, betont Sigrid Stolz, jedoch Einfühlsamkeit, eine positive Ausstrahlung und eine gewisse emotionale Belastbarkeit: „Man muss sich den Umgang mit älteren Menschen zutrauen.“ Zudem sei Verlässlichkeit enorm wichtig, um die Bewohner, die den Besuch meist mit Vorfreude erwarten, nicht zu enttäuschen. Im Gegenzug ernte man ein hohes Maß an Dankbarkeit und menschlicher Erfahrungen – „etwas, das persönlich unheimlich bereichernd ist“.

Wer Interesse hat, als Grüne Dame oder Grüner Herr tätig zu werden, kann sich an Sigrid Stolz (Telefon 0271/633 83), an Heimleiter Pasquale Sting (Telefon 0271/660 314 57) oder an Pastorin Annegret Mayr (Telefpm 0271/511 21) wenden.

Pressemitteilung: Diakonie in Südwestfalen