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Kreis Neuwied

Helfer im Dauereinsatz: "Burglind" reißt Bäume aus und füllt die Flüsse

Das Sturmtief „Burglind“ hat am Mittwochmorgen auch im Kreis Neuwied gewütet – und Spuren hinterlassen. Die Einsatzkräfte waren bis weit nach Mittag im Einsatz, um etwa auf Straßen gekippte Bäume zu beseitigen oder die Bahngleise zwischen Bad Honnef und Linz wieder befahrbar zu machen. Den Sturm begleitende starke Niederschläge haben zudem die Hochwassergefahr an Rhein, Wied und Holzbach verschärft.

Viel zu tun hatten die Einsatzkräfte im Kreis Neuwied wie die Feuerwehr Puderbach bei Ratzert. Foto: Freiwillige Feuerwehr Puderbach
Viel zu tun hatten die Einsatzkräfte im Kreis Neuwied wie die Feuerwehr Puderbach bei Ratzert.
Foto: Freiwillige Feuerwehr Puderbach

Für Pendler, die die Bahn auf der Strecke Bonn-Koblenz nutzen, ging über Stunden nichts mehr, denn gegen 6.30 Uhr kollidierte ein Zug auf der Strecke der Regionalbahn 27 zwischen Bad Honnef und Linz mit einem Baum. Die Strecke musste daraufhin gesperrt werden. Erst von 12 Uhr an konnte der Zugverkehr dann wieder eingleisig rollen. Der Regelbetrieb wurde gegen 17 Uhr wieder aufgenommen. Fahrgäste mussten mit teils deutlichen Verspätungen rechnen.

Nicht viel besser sah es auf der B 42 aus. Dort blockierte bei Leubsdorf ein umgestürzter Baum die Fahrbahn in Richtung Neuwied. Außerdem wurde ein Verkehrsschild bei Linz beschädigt, wie die Polizeiinspektion in Linz mitteilt. Auch in Bad Hönningen und Dattenberg gab es Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume. Rund anderthalb Stunden war die L 254 bei St. Katharinen gesperrt. Dort waren gleich zwei Autos gegen umgestürzte Bäume gefahren. Menschen kamen dabei aber nicht zu Schaden. Auf einem Wirtschaftsweg in Unkel kippten gleich mehrere Bäume um. Neben den örtlichen Feuerwehren packte auch die Straßenmeisterei an, um die Fahrbahnen wieder zu räumen, heißt es seitens der Linzer Polizei.

Wie Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Böcking auf RZ-Nachfrage berichtet, waren die Feuerwehren von Rengsdorf, Dierdorf und Puderbach mit Ankunft des Sturmtiefs im Dauereinsatz. Wegen 20 umgekippter Bäume war etwa die K 138 bei Ratzert stundenlang gesperrt. Im Niederhonnefeld hat eine kräftige Böe das Dach einer Scheune abgehoben. Laut Polizei Straßenhaus wurden dabei aber keine Menschen verletzt.

Deutlich ruhiger war es dagegen im Neuwieder Stadtgebiet, wo es zwar teilweise auch kräftige stürmte, die Feuerwehr laut Pressesprecher Oliver Wiest aber nur in Irlich einmal wegen eines Baumes ausrücken musste.

Die Dierdorfer Feuerwehr hat neben umgestürzten Bäumen aber noch ganz andere Sorgen. Laut Böcking bereiten sich die Wehrleute intensiv darauf vor, dass der Holzbach über die Ufer tritt. Der neuralgische Punkt liege in Dierdorf selber, genauer, in Höhe eines Möbelhauses in der Bahnhofstraße. Wegen der zu erwartenden Hochwasserlage haben die Verantwortlichen der Dierdorfer Wehr bereits Sandsäcke aus Neuwied geordert. Dazu Werner Böcking: „Das war kein Problem. Die Stadt verfügt über fertig befüllte Säcke und auch im Lager des Kreises liegen Tausende Sandsäcke bereit.“ Bis zum Abend ist der Pegel des Holzbachs weiter gestiegen.

An der Wied sieht der Waldbreitbacher Wehrleiter Ulrich Schmitz am Mittwochmittag noch keinen Grund, um spezielle Maßnahmen in die Wege zu leiten. „Wir beobachten den Pegel Friedrichstal ganz genau, im Moment steht das Wasser der Wied sozusagen Oberkannte Unterlippe.“ Aktuell werde bei Friedrichstal ein Pegel von 2 Metern erwartet. „Dann wird es auch bei uns eng“, sagt Schmitz. Am ehesten gefährdet sei das Wiedufer in Höhe des Kahnverleihs in Waldbreitbach. Sollte sich die Hochwasserlage weiter verschärfen, sei die Feuerwehr im Wiedtal jedenfalls gut vorbereitet. In Neitersen ist die Wied gestern schon über die Ufer getreten. Zeitweise musste die B 256 gesperrt werden.

Was den Rhein betrifft, so gilt laut Kreisfeuerwehrinspekteur inzwischen die Hochwassermarke 1. Heißt: „Alle Schiffe müssen sich in der Mitte des Stroms bewegen und dürfen die Mindestgeschwindigkeit von 20 km/h nicht überschreiten. Die Neuwieder Deichtore sind vorsichtshalber geschlossen worden. Aus gutem Grund, denn auch die Mosel führt jede Menge Wasser in Richtung Koblenz und Neuwied. Mittwochmittag lag der Neuwieder Pegel bei 5,50 Metern, Tendenz steigend.

Zu insgesamt zwölf Einsätzen binnen zwei Stunden rückten Beamte der Polizeiinspektion Straßenhaus in den frühen Morgenstunden aus. Grund waren jeweils umgestürzte Bäume. Straßensperrungen mussten die Beamten deswegen nicht einrichten – für kein Durchkommen sorgten die Bäume teilweise selbst. Etwa zwischen Rengsdorf und Neuwied, wo ein Baum auf die alte B 256 stürzte. Nach zwei Stunden Dauereinsatz konnte die Polizei Straßenhaus etwa ab 8 Uhr Entwarnung geben, ohne dass es in ihrem Dienstbezirk zu größeren Unfällen gekommen wäre. sm/ulf/obi/rgr

Neuwied Linz
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