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    Neuwied/Block

    Flüchtlinge werden im Camp Neuwied sehr spartanisch leben

    Kurz vor dem Bezug haben wir uns im neuen Containerdorf bei Block umgesehen. und der erste Eindruck: Schön ist anders. Das weiß auch Sozialdezernent Michael Mang (SPD). „Ich sag' nicht, dass das hier gut ist“, gibt er offen zu und zuckt dann leicht mit den Schultern. „Aber mehr geht derzeit leider einfach nicht.“

    Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

    Die Rede ist von den Flüchtlingsunterkünften im Containerdorf bei Block, das – so haben es sich die Asylbewerber selbst ausgesucht – „Camp Neuwied“ heißen soll. Immerhin, so meint Mang: „Besser als die Turnhalle ist es“.

    Ende des Monats werden die ersten Menschen hier einziehen, vorher gab der Beigeordnete Pressevertretern einen Einblick. Denn später wird das Dorf geschlossen sein und von Securityleuten (mit erweitertem Führungszeugnis) bewacht werden. Die Bewohner und einige Betreuer bekommen Eintrittsausweise. Das, so sagt Mang mit Verweis auf Polizei und LKA, dient dem Schutz der Flüchtlinge – genauso wie der Erdwall plus Bauzaun drum herum.

    Innen gibt es zwei sogenannte Familienunterkünfte, in denen 36 beziehungsweise 48 Menschen wohnen sollen. Hinzu kommen „Einzelcontainer“ für jeweils drei Flüchtlinge. In beiden Varianten stehen pro Person rund fünf Quadratmeter zur Verfügung. Das reicht für Bett, Spind und kleinen Kühlschrank. Toiletten und Bäder sind draußen, der nicht geteerte Untergrund soll so aufgeschüttet werden, dass Wege ohne Pfützen entstehen. Maximal können 750 Flüchtlinge untergebracht werden, was der Stadt vorerst einen Puffer zur Bewältigung der ihr zugewiesenen Kontingente lässt.

    Die Standardcontainer – hier im Flüchtlingscamp Neuwied – sind 6,05 x 2,50 Meter groß und sollen mit drei Flüchtlingen belegt werden.
    Die Standardcontainer – hier im Flüchtlingscamp Neuwied – sind 6,05 x 2,50 Meter groß und sollen mit drei Flüchtlingen belegt werden.

    Dazu gibt es Aufenthaltscontainer mit vier oder fünf Tischen, Waschsalons sowie verschiedene Küchencontainer. Denn anders als in der Raiffeisen-Turnhalle, die mit Bezug des Camps wieder frei wird, müssen oder dürfen – ganz wie man es sehen will – die Flüchtlinge ihr Essen selbst zubereiten. Dafür werden die monatlichen Geldzuwendungen auf 341 Euro erhöht, was dem Regelsatz abzüglich einer Pauschale für Strom entspricht. Busfahrkarten, um in die Stadt zu kommen, müssen davon ebenfalls bezahlen werden.

    Die Sozialbetreuung übernimmt das Rote Kreuz, das mit sieben hauptamtlichen, arabisch sprechenden Kräften vor Ort sein wird. DRK-Einrichtungsleiter Frank Freymann ist dabei bewusst, dass auf ihn und sein durch Ehrenamtliche ergänztes Team eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe zukommt. „In der Raiffeisen-Turnhalle ist die Stimmung gut, die müssen wir mitnehmen“, weiß er und ergänzt: „Damit das gelingt, müssen wir die Menschen aus dem Camp herausbringen“ – zu Sprachkursen, in die Flüchtlingscafés, auf den nahen Fußballplatz und zu weiteren Angeboten. Zudem werden nicht nur Sozialamt und Jobcenter, sondern auch Ärzte Sprechstunden im Containerdorf anbieten. Ein W-Lan-Hotspot mit entsprechender Stärke ist derzeit in der Mache. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Leute im Camp eine Heimat finden“, sagt Freymann

    Dabei ist auch Mang klar, dass Integration im Containerdorf vielleicht beginnen kann, richtig aber erst funktioniert, wenn die Menschen in Wohnungen untergebracht sind. Wie schnell das klappt, kann er nicht genau sagen. „Wir bekommen immer wieder Wohnungen, aber nur langsam. Mit einem halben bis ganzen Jahr Aufenthaltsdauer im Camp müssen wir schon rechnen“, schätzt er.

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    Die Stadt sucht Wohnungen für Flüchtlinge. Wer eine anbieten kann, wendet sich an Inge Echtermann, Tel. 02631/802-641.

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