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    Vier Gemeinden aus VG Rhaunen wollen in die VG Kirchberg

    VG Rhaunen/Kirchberg. Mit einem Besuch im Kirchberger Rathaus haben die vier Ortsbürgermeister der Gemeinden Krummenau, Schwerbach, Oberkirn und Gösenroth am Montag ihren Wunsch zum Wechsel aus der Verbandsgemeinde Rhaunen nach Kirchberg untermauert. VG-Bürgermeister Harald Rosenbaum empfing die Delegation der Nachbargemeinden mit seinen Beigeordneten Wolfgang Wagner, Klaus Gewehr und Werner Elsen.

    Bereits Ende Oktober empfing Kirchbergs VG-Bürgermeister Harald Rosenbaum (von rechts) mit seinen Beigeordneten Wolfgang Wagner, Werner Elsen und Klaus Gewehr (links) die Bürgermeister Alfons Klingels (Oberkirn), Albert Echternacht (Gösenroth), Christel Roth-Janitz (Schwerbach), den Beigeordneten Stefan Dreher (Gösenroth) und Martin Klein (Krummenau) zum Gespräch im Rathaus.
    Bereits Ende Oktober empfing Kirchbergs VG-Bürgermeister Harald Rosenbaum (von rechts) mit seinen Beigeordneten Wolfgang Wagner, Werner Elsen und Klaus Gewehr (links) die Bürgermeister Alfons Klingels (Oberkirn), Albert Echternacht (Gösenroth), Christel Roth-Janitz (Schwerbach), den Beigeordneten Stefan Dreher (Gösenroth) und Martin Klein (Krummenau) zum Gespräch im Rathaus.
    Foto: Werner Dupuis

    Von Markus Lorenz, Vera Müller und Andreas Nitsch

    Hinter verschlossenen Türen wurden Details besprochen. Rosenbaum unterstrich zuvor, dass es von der VG Kirchberg keine Abwerbungsversuche oder Avancen in Richtung der Dörfer aus dem Kreis Birkenfeld gegeben habe: "Wir fischen ganz bestimmt nicht in fremden Teichen. Wenn aber die Gemeinden das Gespräch mit uns suchen, werden wir uns dem nicht verschließen. Das ist ein Prozess der demokratischen Willensbildung, den wir akzeptieren."

    Die vier genannten Gemeinden drängt es in erster Linie wegen der räumlichen Nähe nach Kirchberg und damit in den Rhein-Hunsrück-Kreis. "Es hat keinerlei Abwerbeversuche von Kirchberger Seite gegeben", betont der Oberkirner Ortschef Alfons Klingels. "Schon 2010 habe ich eine Fusion der VG Rhaunen mit Kirchberg angeregt. Damals war VG-Bürgermeister Georg Dräger dafür. Ich habe seinerzeit gesagt: Wenn ein Wechsel möglich ist, bin ich der erste Bürgermeister, der im Kirchberger Rathaus vorstellig wird."

    Deshalb stoßen bei Klingels wie seinen Kollegen Martin Klein (Krummenau), Christel Roth-Janitz (Schwerbach), Albert Echternacht und dem Ersten Beigeordneten Stefan Dreher (beide Gösenroth) die kritischen Töne der beiden VG-Bürgermeister Dräger und Uwe Weber (Herrstein) auf Unverständnis. Sie unterstellen der VG Kirchberg Abwerbeversuche (wir berichteten). "Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu meinen Kollegen. Die Vorwürfe aber sind absolut unzutreffend. Die Gemeinden haben das Gespräch gesucht, nicht wir. Außerdem hatten wir viele Jahre mehr als 20 000 Einwohner und nie einen hauptamtlichen Beigeordneten gebraucht – das bleibt auch so." Die Kommunalreform Ende der 60er-Jahre habe ganz offensichtlich nicht dem Willen der Menschen entsprochen.

    Ins gleiche Horn stoßen die Gösenrother Albert Echternacht und Stefan Dreher. Sie heben die historisch gewachsenen Wurzeln ihrer Gemeinde mit der VG Kirchberg hervor. Schon im Jahr 1438 habe Gösenroth zum Amt Dill und damit zum heutigen Rhein-Hunsrück-Kreis gehört. Sie verweisen – wie ihre Kollegen – auf die räumliche Nähe zum Kreis. "Lediglich fünf unserer Einwohner arbeiten im Kreis Birkenfeld, zum Einkaufen fahren wir nach Sohren, Büchenbeuren, Kirchberg oder Simmern", erläutern Bürgermeister und Beigeordneter. Dreher hat eine ganze Liste über mehrere Seiten zusammengestellt, die die Verbundenheit der Gösenrother mit ihren Nachbarn herausstellt – von der SG Gösenroth-Laufersweiler über die Nutzung von Sozialstation oder ärztlicher Notdienstzentrale bis hin zur religiösen Bindung in der Pfarrgemeinde Büchenbeuren-Laufersweiler-Gösenroth. "Uns braucht niemand abzuwerben – die Gründe für einen Wechsel liegen doch auf der Hand. Schon vor der Kommunalreform in den 60er-Jahren haben 99 Prozent der Gösenrother für einen Wechsel in den Rhein-Hunsrück-Kreis gestimmt." 1972 habe es sogar Bestrebungen für eine Eingemeindung durch Laufersweiler gegeben, so sehr drängt es die Gösenrother zu einem Kreiswechsel. "Unsere Bürger rennen uns die Türen ein", so Echternacht und Dreher. Der Ortsgemeinderat hat Ende September einstimmig beschlossen, einen Wechsel in die Wege zu leiten. Ähnlich wird wohl auch die allgemeine Meinung bei der für Samstag, 12. November, 18 Uhr, in der Bürgerstube geplante Einwohnerversammlung sein.

    Christel Roth-Janitz gibt sich wortkarg: "Als Nächstes steht am kommenden Montag ein Termin mit Landrat Matthias Schneider und dem Bürgermeister der VG Rhaunen, Georg Dräger, in Gösenroth an. Es folgt in nächster Zeit eine Einwohnerversammlung bei uns in Schwerbach."

    Diesen Termin am nächsten Montag hat auch Alfons Klingels, Oberkirner Ortsbürgermeister, bereits im Blick. "Das Gespräch in der Kirchberger Verwaltung war konstruktiv. Es ging natürlich um die Frage, wie uns die VG Kirchberg in unserem Wechselanliegen unterstützen kann. Dann werden wir auch zeitnah bei der Kreisverwaltung in Simmern vorstellig." In Oberkirn hat es bereits eine Einwohnerversammlung mit einem klaren Stimmungsbild für einen Wechsel zur VG Kirchberg gegeben. In den anderen Gemeinden sollten die Versammlungen in naher Zukunft folgen. Klingels wünscht sich eine sachliche Ebene – bei aller Emotion, die die Wechselabsichten auslösen. Das Ganze sei ein demokratischer Vorgang, den man nüchtern betrachten müsse. "Wir wissen, dass der Weg schwierig wird", antwortet Klingels auf die Frage, wie das Innenministerium, das Wechselgedanken aktuell offenbar nicht mit hinreichenden Gründen untermauert sieht, überzeugt werden soll.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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