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VG Rhaunen

Dräger hat eindeutiges Ergebnis so erwartet

Andreas Nitsch

VG-Bürgermeister Georg Dräger ist von dem eindeutigen Votum der Einwohner von Schwerbach (89,4 Prozent), Oberkirn (90,0 Prozent), Krummenau (97,1 Prozent) und Gösenroth (96,0 Prozent) für einen Wechsel in die Verbandsgemeinde Kirchberg in keinster Weise überrascht. „Das war nicht anders zu erwarten“, sagt zum Ausgang des Bürgerentscheids am Sonntag.

Helga Stumm wird im Mai 92 Jahre alt. Die älteste Bürgerin Gösenroths hat nun schon zum zweiten Mal über einen Wechsel in die VG Kirchberg abgestimmt. „Hoffentlich diesmal mit Erfolg“, sagt sie.  Foto: Stefan Dreher
Helga Stumm wird im Mai 92 Jahre alt. Die älteste Bürgerin Gösenroths hat nun schon zum zweiten Mal über einen Wechsel in die VG Kirchberg abgestimmt. „Hoffentlich diesmal mit Erfolg“, sagt sie.
Foto: Stefan Dreher

Die Verantwortlichen hätten hervorragende Überzeugungsarbeit geleistet, „und wir haben das Ergebnis, das ja lediglich eine Entscheidung des jeweiligen Ortsgemeinderates ersetzt, zur Kenntnis zu nehmen“. Dräger betont, dass es ihm nicht zustehe, das Ergebnis zu bewerten. Für ihn habe sich an der Situation nichts geändert. „Nach wie vor liegt es am Verbandsgemeinderat, zu entscheiden, wie die vom Land vorgegebene Fusion vonstatten gehen soll.“ Man dürfe allerdings nicht vergessen, dass nicht vier Orte die maßgebliche Rolle spielen, sondern die Solidargemeinschaft aller 16 Ortsgemeinden.

Die Initiative „Bürger pro Hunsrück“ ist mit dem Resultat sehr zufrieden – zumal auch die Wahlbeteiligung in den Dörfern Schwerbach (98 Prozent), Gösenroth (95 Prozent), Oberkirn (87 Prozent) und Krummenau (69 Prozent) insgesamt sehr hoch war. „Ich habe zwar gehofft, dass das Resultat so ausfällt. Wir waren uns aber nicht sicher, wie viele Menschen tatsächlich an der Abstimmung teilnehmen werden“, sagt BI-Sprecherin Jana Trotzky. Der erweiterte Vorstand wird am Donnerstag zusammenkommen und die weitere Vorgehensweise abstimmen. Geplant sind schon jetzt eine Sternwanderung nach Kirchberg am Samstag, 1. April, und eine erneute Demonstration vor der VG-Ratssitzung am Dienstag, 4. April, in Rhaunen. „Ja, und dann wollen wir zügig nach Mainz ziehen“, betont Jana Trotzky.

„Das ist Wahnsinn, einfach unglaublich“, sagt Gösenroths Ortsbürgermeister Albert Echternacht am Tag nach dem Bürgerentscheid. „Ich bin sehr überrascht. Das ist ein 100-prozentiger Erfolg für uns“, betont er. Nur zehn Wahlberechtigte seien nicht zur Urne gegangen, und von diesen zehn seien vier oder fünf kurzfristig beruflich verhindert gewesen. „Ansonsten hätten wir eine noch höhere Beteiligung als 95 Prozent gehabt.“ Echternacht sieht das Ergebnis als eindeutigen Auftrag. Nun sollen ein Ausgliederungs- beziehungsweise ein Eingliederungsantrag gestellt werden. Die Mitglieder des Ortsgemeinderates treffen sich nächsten Montag und werden alles Weitere in die Wege leiten. „Dennoch haben wir noch einen schweren Gang vor uns“, weiß auch der Gösenrother Ortsbürgermeister. „Aber wir versuchen alles. Denn wer nichts versucht, kann auch nicht gewinnen.“

„Mit großem Interesse“ hat Wolfgang Wagner, Erster Beigeordneter der VG Kirchberg, das Ergebnis zur Kenntnis genommen. „Ich habe dieses Ergebnis auch in dieser Größenordnung erwartet“, sagt er. Die Stimmung in den einzelnen Ortschaften habe schon darauf hingedeutet, erklärt Wagner, der den urlaubsbedingt im Ausland weilenden VG-Bürgermeister Harald Rosenbaum vertritt.. Dass Gösenroth, Schwerbach, Oberkirn und Krummenau bei der Verwaltung in Kirchberg auch schon vor diesem eindeutigen Abstimmungsresultat offene Türen einrennen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. „Wir haben schon auf allen politischen Ebenen betont, dass uns die vier Ortsgemeinden herzlich willkommen sind“, betont Wagner. „Und das würde auch passen“, fügt er hinzu. Das eindeutige Ergebnis vom Sonntag könne vom VG-Rat Rhaunen und auch vom Kreistag Birkenfeld nicht ignoriert werden. „Wenn die Politik es mit der Bürgerbeteiligung ernst nimmt, kann der VG-Rat dieses Resultat nicht einfach negieren“, meint der Beigeordnete. Dennoch gehe er davon aus, dass letztendlich Innenminister Roger Lewentz oder sogar Ministerpräsidentin Malu Dreyer selbst die Entscheidung hierüber fällen werde.

Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

Idar-Oberstein Birkenfeld
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