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Koblenz

Was entsteht an der Koblenzer Weißer Gasse?

Die Entscheidung, was aus dem Stadtbad-Gelände an der Weißer Gasse wird, könnte nun ganz schnell fallen: Angeblich soll der Stadtrat noch am 22. Mai – in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl – beschließen, was hier entstehen soll, zum Beispiel ein Wohnkomplex oder ein Hotel.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Die Bewerbungsfrist für die Investoren ist im März ausgelaufen. Der Abriss des Stadtbades und die Vorbereitung des Geländes könnten dann im Sommer folgen. Doch damit sind nicht alle zufrieden: Der Seniorenbeirat fordert, dass die Entscheidung nicht übers Knie gebrochen wird. Die mit der Bebauung verbundenen Probleme seien "zu schwerwiegend, als dass sie in der Kürze der noch zur Verfügung stehenden Zeit vom jetzigen Stadtrat entschieden werden können". Sie sollten nach Meinung des Seniorenbeirats im kommenden Stadtrat wohl überlegt, umsichtig und mit angemessener Bürgerbeteiligung angegangenen werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Eine entsprechende Petition hat das Gremium Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig übergeben.

Soziale Fragen berücksichtigen

Der Seniorenbeirat sieht die Gefahr einer "Gettobildung", in der Arm gegen Reich und Jung gegen Alt stehen. Heute müsste Stadtentwicklung immer den demografischen Wandel berücksichtigen, beim Planen und Bauen seien auch soziale Gesichtspunkte zu bedenken. Die zukünftige Bebauung des Areals an der Mosel dürfte deshalb auf keinen Fall nur einem Investor überlassen werden, stattdessen sei die Stadt gefordert, "ein ausgewogenes Gesamtkonzept für die zukünftige Bebauung in der Weißer Gasse" zu erstellen.

Der Seniorenbeirat hält eine städtische Entwicklungsgesellschaft für das geeignete städtebauliche Instrument, um Grundstücke zu verkaufen und dabei soziale und demografische Aspekte zu berücksichtigen. "Der Seniorenbeirat spricht sich nachdrücklich dafür aus, nicht allein unter dem Gesichtspunkt der Kostenoptimierung, sondern unter dem der Nutzenoptimierung für die Allgemeinheit zu planen, und sieht hierfür Rat und Verwaltung in der Verantwortung."

Wer reißt das Stadtbad ab?

Die Stadt hingegen, so hieß es bislang, hat ein Interesse daran, das Gelände so bald wie möglich zu verkaufen. Denn im August 2014 muss das marode Hallenbad egal wie abgerissen werden, danach soll seine Standsicherheit nicht mehr gewährleistet sein. Ist man sich bis dahin mit keinem Käufer einig, muss die Stadt die Arbeiten übernehmen – und würde eine Baugrube hinterlassen, die nicht unbedingt zur Planung des zukünftigen Investors passt.

Wenn dieser das Bad hingegen selbst abreißt, kann er dies passend zu seinem Konzept machen, die Kosten würden mit dem Kaufpreis verrechnet, teilte die Stadt Ende 2013 im Zusammenhang mit der Auslobung mit. Der ideale Ablauf wurde damals so skizziert: Im Mai entscheidet der Rat über den Bewerber, bis zur Sommerpause wird der Vertrag ausgehandelt, der neue Rat trifft die finale Entscheidung, und der Investor reißt das alte Stadtbad im Sommer selbst ab.

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