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Koblenz

SPD legt Konzept für neues Stadtbad vor

Das alte Stadtbad ist abbruchreif, für ein neues fehlt jedoch das Geld. Die SPD-Fraktion im Koblenzer Stadtrat will erreichen, dass am Ende doch noch der Weg für einen Neubau frei wird. Fraktionschefin Marion Lipinski-Naumann möchte in der Ratssitzung am 27. September nicht nur einen entsprechenden Antrag, sondern auch ein Finanzierungskonzept präsentieren.

Die Stadt soll beim Stadtbad einen Investor ins Boot holen.
Die Stadt soll beim Stadtbad einen Investor ins Boot holen.
Foto: Reinhard Kallenb

Grundsätzlich sieht das Konzept der SPD eine Mischung von privatem und kommunalem Engagement vor. Aus Sicht der Fraktionsvorsitzenden könnte die Stadt die erforderlichen Mittel sogar aufbringen, ohne den Etat zusätzlich zu belasten. Denn der Vorschlag der Sozialdemokraten zielt darauf, die hohen Zuschüsse für das Bad, die jährlich den Haushalt belasten, künftig für einen Neubau auf dem bereits reservierten Grundstück in der Nähe des Rauentaler Moselufers zu reservieren – auf Jahre hinaus. In der Tat käme da viel Geld zusammen, um gemeinsam mit einem privaten Investor ein entsprechendes Projekt zu realisieren.
Allein 2010 lag der Zuschussbedarf für das bisherige Stadtbad bei stolzen 659 000 Euro – Tendenz steigend. Bedenklich: Innerhalb von zwei Jahren hat sich dieser Zuschussbedarf fast verdoppelt. 2008 waren im Haushalt für das Stadtbad „nur“ 346 000 Euro vorgesehen. Die SPD schlägt nun vor, den Zuschuss für das Bad auf etwa 600 000 Euro jährlich zu „deckeln“ und das Geld einem privaten Investor zur Verfügung zu stellen – 25 Jahre lang. Danach soll das Bad in das Eigentum der Stadt Koblenz übergehen.
Ein Geschenk für die Privatwirtschaft soll das nicht sein. „Ein Investor braucht eine solche Regelung, um überhaupt eine Finanzierung von der Bank zu bekommen. Die erforderliche Summe hat man nicht einfach auf dem Konto“, erklärt Marion Lipinski-Naumann. Außerdem weist die Fraktionschefin darauf hin, dass das Ganze kein Spaßbad werden soll, sondern ein funktionales Stadtbad. „Die angeordnete Schließung des Stadtbades hat nicht nur Koblenzer der Möglichkeit beraubt, ihren Sport auszuüben. Auch Schulen, Vereine und Nutzer mit medizinischer Indikation sind betroffen“, so die Vorsitzende, die ausdrücklich auf die aktuell dramatische Situation der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Koblenz hinweist, die nach der Schließung des Bades in der Weißer Gasse in eine echte Notsituation geraten ist.
Eine Grundausstattung mit 25-Meter-Becken und Kinderbecken soll der Investor nach Vorstellungen der SPD mit dem Geld der Stadt bauen. Zusätzliche Einrichtungen wie zum Beispiel eine Saunalandschaft sollten dagegen ausschließlich auf die Rechnung des Investors gehen. Aus Sicht der Sozialdemokraten soll das eigentliche Bad bewusst einfach gehalten werden, damit ein Grundpreis von 3,50 Euro für die einfache Badnutzung realistisch ist. Wer mehr will – zum Beispiel einen Saunagang – soll extra zahlen.
Die aktuelle Situation ist aus Sicht der SPD nicht hinnehmbar, weil das Beatusbad und das Hallenbad im Schulzentrum Karthause das entstandene Vakuum nicht ausfüllen können. Dazu kommt, dass beide Bäder ebenfalls in die Jahre gekommen sind und somit schnell zum Sanierungsfall werden können.

Die Sozialdemokraten wollen erreichen, dass die Verwaltung umgehend die Gespräche mit geeigneten Partnern wieder aufnimmt. Aus ihrer Sicht drängt die Zeit, weil es auf jeden Fall ein langwieriges Ausschreibungsverfahren geben wird und deshalb jeder gewonnene Monat zählt.

Von unserem Redakteur Reinhard Kallenbach

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