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Koblenz

Rückbau des alten Stadtbads in Koblenz hat begonnen

In wenigen Monaten wird das alte Stadtbad in der Weißer Gasse nun tatsächlich Geschichte sein: In der vergangenen Woche ist ein Bagger auf dem abgesperrten Gelände angerückt, Container wurden aufgebaut – und der Rückbau ist bereits angelaufen.

Dass der Rückbau des Stadtbades angefangen hat, sieht man zurzeit vor allem an dem Bagger und den Containern, die auf dem aufgerissenen Pflaster stehen. Doch im Inneren des Baus laufen die Arbeiten auf Hochtouren, sagen Stefan Pfunder (links) und Jens Ternes vom Architekturbüro Ternes.
Dass der Rückbau des Stadtbades angefangen hat, sieht man zurzeit vor allem an dem Bagger und den Containern, die auf dem aufgerissenen Pflaster stehen. Doch im Inneren des Baus laufen die Arbeiten auf Hochtouren, sagen Stefan Pfunder (links) und Jens Ternes vom Architekturbüro Ternes.
Foto: Sascha Ditscher

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Damit wird nun das realisiert, was die Stadt schon im Jahr 2012 angekündigt hatte: Der marode 60er-Jahre-Bau wird dem Erdboden gleichgemacht.

Im November 2012 hatte der Stadtrat beschlossen, dass das Stadtbad abgerissen werden soll – und zwar so schnell wie möglich. Denn die Korrosion der Konstruktion schritt unaufhaltsam voran, sogar ein Einsturz drohte, hieß es. Doch daraus wurde bekanntlich erst mal nichts: Weitere Experten nahmen das Gebäude in Augenschein, und man kam zu dem Schluss, dass die Standsicherheit maximal bis zum August 2014 gewährleistet werden kann.

Also wurde ein Investor gesucht, der möglichst bis zu diesem Zeitpunkt das Gelände an der Mosel übernimmt und sich nicht nur um eine neue Bebauung, sondern auch um den Rückbau des alten Bades kümmert. Dieser wurde im Versorgungswerk der rheinland-pfälzischen Rechtsanwaltskammern gefunden, das hier ein Wohnprojekt unter dem Titel "Weißer Höfe" realisieren will. Im August 2014 folgte die formelle Abnahme von der Stadt – und damit auch die Verantwortung für das baufällige Gebäude. Dass der neue Besitzer dieses nicht aus dem Stand abreißen konnte, liegt auf der Hand, und so verstrich weitere Zeit. Bis jetzt.

"Nun liegt das Entsorgungskonzept vor", sagt Architekt und Projektleiter Jens Ternes, dessen Büro für den Rückbau wie die neue Bebauung zuständig ist, im Gespräch mit der RZ. Direkt nach dem Kauf haben die Untersuchungen der Ingenieure und Gutachter begonnen, "schließlich können wir ein solches Gebäude nicht einfach abbrechen, sondern müssen dieses erst auf Schadstoffe untersuchen", sagt der weitere Projektleiter, Stefan Pfunder. Denn in dem alten Bad wurden auch Baustoffe verwendet, die speziell abgebaut und entsorgt werden müssen, zum Beispiel asbesthaltige Rohre und krebserregende künstliche Mineralfasern.

Nach einer Bestandsaufnahme in den vergangenen Monaten werden diese nun in einem ersten Schritt entfernt und in den Containern entsorgt. Und da sie sich im Innern des Gebäudes befinden, bekommt die Öffentlichkeit noch bis Mitte, Ende Februar nicht viel mit von den Rückbauarbeiten. Nichtsdestotrotz sind schon jetzt rund zehn Mitarbeiter im Stadtbad damit beschäftigt, alte Technik, kilometerlange Rohre, riesige Tanks und Co. abzubauen, "und zwar vor allem in Handarbeit", so Ternes.

Wenn ein Gutachter schließlich bestätigt, dass das Gebäude schadstofffrei ist, beginnt der eigentliche Abriss mit schwerem Gerät. Dabei muss auch beachtet werden, dass das Hallenbad direkt an die Sporthalle der benachbarten Schule angrenzt und diese nicht beschädigt werden darf. In einer ersten Phase wird das Gebäude dann bis zu einem bestimmten Punkt rückgebaut, bevor wahrscheinlich ab dem Frühsommer der Rückbau abgeschlossen wird und gleichzeitig die zwölf Meter tiefe Baugrube entsteht, wo später der Neubaukomplex inklusive Tiefgarage mit drei Untergeschossen entsteht.

Danach schließlich kann der Neubau der Weißer Höfe beginnen – doch wann genau, darauf will sich Ternes nicht festlegen. "Das ist schwer abschätzbar und hängt auch davon ab, was wir in dem Boden vorfinden", sagt er. Denn für das Areal wurde einfach Kriegsschutt aufgeschüttet, weshalb es nicht nur Schadstoffe, sondern auch alte Kampfmittel enthalten kann.

Wohnen statt schwimmen: Weißer Höfe sind geplant

Wo derzeit noch das alte Stadtbad steht, sollen nach dem Abriss die Weißer Höfe entstehen. So heißt ein Wohnprojekt, das an dieser Stelle gebaut werden und die Fläche an der Mosel einer neuen städtebaulichen Nutzung zuführen soll, erklärt Architekt Jens Ternes. In den vier- bis fünfgeschossigen Häusern mit Tiefgarage sollen 140 unterschiedlich große Wohnungen entstehen. Hier können dann Familien und Singles ebenso leben wie altersgerechtes und Mehrgenerationenwohnen möglich sein soll. Außerdem soll es auch kleine Läden für die Nahversorgung geben. sem

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