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Sinzig

RZ-Adventskalender: Die Kartoffel, die nach Weihnachten schmeckt

Der Duft von frischem Tannengrün im Haus – er gehört zu Weihnachten. Der Wildkräuter-Spitzenkoch Jean-Marie Dumaine hat es geschafft, ihn auch in die Kartoffel zu bringen. Seine neueste Kreation: die Weihnachtskartoffel, die nach Fichte schmeckt. Sie ist die Überraschung hinter dem 8. Türchen unseres kulinarischen Adventskalenders.

In der Küche seines Restaurant in Sinzig bereitet Jean-Marie Dumaine die Weihnachtskartoffeln zu. Foto: Beate Au
In der Küche seines Restaurant in Sinzig bereitet Jean-Marie Dumaine die Weihnachtskartoffeln zu.
Foto: Beate Au

Inspirieren lassen hat sich Dumaine von einer Tradition in seinem Heimatland Frankreich. Auf der Suche nach dem perfekten Festtagsgenuss erinnerte er sich an die kleine Atlantikinsel Noirmoutier. Dort wachsen Kartoffeln, die ihre Berühmtheit dem außerordentlich milden Klima und der Salzluft verdanken. Sie gedeihen im Sandboden, der mit Seetang angereichert wird. Die Landwirte sammeln ihn im Herbst an den Stränden, um ihn dann auf den Feldern zu verteilen. Ihren unverwechselbaren Geschmack sollen die Kartoffeln von Noirmoutier dem Jod der Algen verdanken. „Es schmeckt so, als wären die Kartoffeln im Meer gewachsen“, schwärmt Dumaine.

Er hat es nun geschafft, das Aroma eines Fichtenwalds in die Knolle zu bringen. Dazu werden aber keine Bäume auf dem Acker untergepflügt. „Die Kartoffeln werden drei Monate mit Fichtenzweigen in große Paletten-Container eingesperrt. Dabei setzen die Fichten ihre ätherischen Öle frei“, erklärt Dumaine die Parfümierung fürs Fest. Der Weg zur geeigneten Kandidatin führte ihn zum Kartoffelanbauer Wilfried Odenthal nach Erftstadt-Erp, den er auf dem Köchemarkt in Bad Neuenahr kennengelernt hatte. Dort wachsen die Knollen auf einem milden Lößboden mit Geschichte. Denn dort soll die Schlacht von Zülpich stattgefunden haben, wo Chlodwig I. im Jahr 496 die Alamannen besiegte und gelobte, sich im Fall eines Sieges taufen zu lassen. Im Gründungsmythos Frankreichs gilt jene Schlacht von Zülpich als die Geburtsstunde des Viel-Völker-Franken-Reiches.

Drei Jahre haben Dumaine und Odenthal experimentiert, bis die richtige Sorte für die Weihnachtskartoffel gefunden war. Kandidaten mit zu viel Eigengeschmack wie Bamberger Hörnchen fielen schnell durch. Als neutrale Kartoffel, aufnahmebereit für den Hauch von Fichte, erwies sich Belana. Sie ist nun, mit Fichtenzweigen verpackt, der Weihnachtshit zum Mitnehmen bei Dumaine. Zu genießen ist sie nicht nur in Kombination mit dem Festtagsbraten, sondern auch solo – gerne gebraten in Gänseschmalz oder gedämpft unter Zugabe eines Fichtenzweigs oder Wacholderbeeren.

Von unserer Redakteurin
Beate Au

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