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Kreis Bad Kreuznach

Massiver Gegenwind: Naturschützer wollen gegen Windpark Pferdsfeld klagen

Kurt Knaudt

Kreis Bad Kreuznach. Der Umweltverband Naturschutzinitiative (NI) kündigt eine Klage gegen den Windpark Pferdsfeld an: „Die Genehmigung verstößt gegen geltendes Recht“, betonte der Landesvorsitzende Harry Neumann am Dienstag gegenüber dem Oeffentlichen Anzeiger. Er zeigte sich zuversichtlich, dass bei Pferdsfeld „nie ein Windrad in Betrieb gehen wird“. Nach Aussage von Neumann soll die Klage in den nächsten Tagen beim zuständigen Verwaltungsgericht eingereicht werden.

Da standen alle Zeichen noch auf 13 Windrädern bei Eckweiler und Pferdsfeld (mittlerweile geht die Projektplanung von sieben Rotoren aus): Zwischen 2013 und 2014 wurden mit diesem 100 Meter hohen Mast von Juwi Wörrstadt Windtempo und -richtung gemessen. Längst ist Juwi aus dem Spiel. Jetzt klagen Umweltschützer gegen das BayWa r.e.-Vorhaben.  Foto: Stefan Munzlinger
Da standen alle Zeichen noch auf 13 Windrädern bei Eckweiler und Pferdsfeld (mittlerweile geht die Projektplanung von sieben Rotoren aus): Zwischen 2013 und 2014 wurden mit diesem 100 Meter hohen Mast von Juwi Wörrstadt Windtempo und -richtung gemessen. Längst ist Juwi aus dem Spiel. Jetzt klagen Umweltschützer gegen das BayWa r.e.-Vorhaben.
Foto: Stefan Munzlinger

Die stellvertretende Vorsitzende des Naturschutzverbandes, Sylke Müller-Althauser, ist überzeugt, dass sich die Kreisverwaltung Bad Kreuznach mit der 2017 erteilten Genehmigung zum Bau des Windparks „außerhalb des geltenden Gesetzes gestellt“ hat. Sie verweist dabei auf die außergewöhnliche Vielfalt schutzbedeutsamer Arten in diesem Bereich.

Der Münchner Projektentwickler BayWa r.e. will auf dem Areal sieben 230 Meter hohe Rotoren errichten. Er geht davon aus, dass der Windpark im Herbst 2019 in Betrieb gehen kann (unsere Zeitung berichtete). Diplom-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI, bewertet das Gebiet aufgrund der hohen vorhandenen Rotmilan-Flugdichte auf dem Plateau allerdings als ein „Dichtezentrum“. Diese Bewertung ergibt sich nach seinen Angaben aufgrund von Analysen der verschiedenen artenschutzrechtlichen Gutachten zum Genehmigungsverfahren und weiteren von Bürgern gemeldeten Rotmilanbeobachtungen.

Dabei hatte laut NI noch ein vom Kreis für 2016 beauftragtes Gutachten herausgestellt, dass gemäß Landesvorgaben zur Beurteilung der Raumnutzung schlaggefährdeter Großvögel ein Ausschlussbereich betroffen ist. „Würde die Windkraft hier zugelassen, werden die Landesvorgaben völlig ausgehebelt, die zwischen Tabubereichen für Windkraft und zugelassenen Bereichen differenzieren“, urteilt der Diplom-Biologe.

Die Bürgerinitiative „Gegen Wind Pferdsfeld“, die von Anfang an gegen das Projekt kämpft, begrüßt den Vorstoß der NI, „mit der wir eng zusammenarbeiten“, machten der Vorsitzende Michael Post und sein Stellvertreter Reinhard Koch auf Anfrage des „Oeffentlichen“ deutlich. Man prüfe selbst weitere Schritte gegen den Bau des umstrittenen Windparks.

Auch die Initiative Soonwald begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der Naturschutzinitiative, gegen das Vorhaben zu klagen. „Wir zollen unseren Respekt der Arbeit des Naturschutzverbandes. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie umfangreich die Arbeit ist, wie schwer eine solche Entscheidung fällt und welche hohen finanziellen Risiken man mit einer Klage eingeht.“

Die Initiative erwäge selber eine Klage. Man sei bereits viele Wege gegangen, um sich gegen Benachteiligungen und mögliches Unrecht zu wehren, leider bisher ohne Erfolg. Klagen sind deshalb nach Meinung der Initiative in diesem Fall unvermeidbar. „Bei dieser Genehmigung ist einfach zu viel durchgewunken worden, was anderswo undenkbar wäre. Das muss revidiert werden.“

Von Kurt Knaudt

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