Archivierter Artikel vom 09.11.2012, 18:36 Uhr
Bad Kreuznach

300 Gäste: Großer Bahnhof beim Start von Lafers Modell-Mensa

Großer Bahnhof am Freitag am Bad Kreuznacher Gymnasium am Römerkastell: Nicht nur die Kultband „Die Prinzen“ sang zwei Acapella-Stücke bei der Einweihung der Modell-Mensa von Johann Lafer, es war auch ein Stelldichein regionaler und landesweiter Politgrößen.

Zufrieden mit sich und seiner Mensa: Johann Lafer (Mitte).

Benjamin Stöß

Köstlich schmeckten die ersten Essen, die in der frisch eingeweihten Mensa gereicht wurden.

Benjamin Stöß

Wirsing, Kartoffelpüree und Frikadelle waren einfach nur mit einem Wort zu beschreiben: Lecker!

Benjamin Stöß

Die Prinzen sangen zur Eröffnung der Mensa mit Modellcharakter.

Benjamin Stöß

Die Lady in Red war auch dabei: Julia Klöckner, CDU-Landeschefin.

Benjamin Stöß

Landrat Franz-Josef Diel ist stolz auf das Vorzeigeprojekt in Bad Kreuznach.

Benjamin Stöß

Ministerin Doris Ahnen und Fernsehkoch Johann Lafer strahlen. Das Projekt ist geschafft!

Benjamin Stöß

Eines von drei Menüs am Starttag: Frühlingsrollen – sagenhaft schön angerichtet.

Benjamin Stöß

Auch SPD-Landtagsabgeordneter Carsten Pörksen wollte sich das vom Meisterkoch erdachte Essen munden lassen.

Benjamin Stöß

Das Schulprojekt am Gymnasium am Römerkastell ist ihm eine Herzensangelegenheit: Johann Lafer ist glücklich.

Benjamin Stöß

Die neue Mensa ist schmuck und modern.

Benjamin Stöß

Benjamin Stöß

Benjamin Stöß

Los geht's: Symbolisch wurde ein roter Startknopf gedrückt.

Benjamin Stöß

Der Meister persönlich verteilte die ersten Portionen.

Benjamin Stöß

Ministerin Ulrike Höfken freut sich, dass gesunde Ernährung für Kinder in den Fokus gerückt wird.

Benjamin Stöß

Unter den 300 Gästen waren unter anderem Bildungsministerin Doris Ahnen und Ernährungsministerin Ulrike Höfken. Beide stimmten in die allgemeinen Lobesworte für Lafers Engagement ein. Ahnen stellte aber auch heraus: „Man darf nicht den Fehler machen und sagen, dass alles andere im Land schlecht ist. Auch an anderen Schulen wird viel für die Qualität des Schulessens getan. Die Sensibilität für das Thema ist hoch.“

Lafer selbst ist sich dennoch sicher: „Wenn wir so weitermachen, können wir uns unser Gesundheitssystem bald nicht mehr leisten.“ Deutschlandweit gebe es allein neun Millionen Diabetiker. „Das sind mehr, als Österreich Einwohner hat“, betonte der Sternegastronom. Sein ganzheitliches Mensaprojekt soll da nicht nur ein Gegenpol sein, sondern vor allem weitere Schulen und Bundesländer ermutigen, auch in diese Richtung zu agieren. Dabei geht es nicht nur um die Gerichte selbst, die Lafers Kochschule food@ucation täglich frisch mit regionalen und saisonalen Produkten zubereiten wird, es geht auch um Ernährungsbildung.

Diesen Bereich verantwortet am Röka in erster Linie Schulökotrophologin Tina Gareis, die erste in Rheinland-Pfalz. „Sie sorgt dafür, dass das Thema ständig präsent ist, bei den Schülern, aber auch im Kollegium“, zollte Schulleiter Hermann-Josef Bläsius ihr ein großes Kompliment. Gareis ist darüber hinaus in enger Verbindung zum Mensabeirat, der aus Schülern aller Jahrgangsstufen besteht und als Bindeglied zwischen food@ucation mit Küchenchef Sebastian Rösler und den Kindern fungiert. Dass die Schüler bei der Essensplanung mitbestimmen, unter anderem auch jeden Tag mit einem Aktionsgericht überrascht werden und dazu ihre Wünsche hinsichtlich Ausstattung und Einrichtung der Mensa berücksichtigt wurden – das findet Landrat Franz-Josef Diel „eine großartige Idee“, die ebenso Schule machen sollte. „Diese Transparenz ist vorbildlich“, unterstrich Diel.

1,1 Millionen Euro hat der Kreis Bad Kreuznach zum schicken Holzbau beigesteuert. Der erreicht energetisch sogar Passivhausstandard. Insgesamt hat das Gebäude 4 Millionen Euro gekostet, 2,8 Millionen finanzierte das Land über sein Schulbauprogramm. Doch damit nicht genug. Jedes Essen wird auch mit einem Euro vom Kreis bezuschusst, so dass die Gerichte am Ende für drei Euro über die Tresen gehen. Was die Finanzen betrifft, ärgert sich Lafer über die bundesweite Steuerpolitik und gab den Ministerinnen mit auf den Weg: „Pro Essen zahlen wir 19 Prozent Mehrwertsteuer. Für Kondome oder Tiernahrung werden 7 Prozent verlangt, für gesundes Schulessen also fast das dreifache. Da stimmt doch etwas im System nicht.“

Stephan Brust