Archivierter Artikel vom 18.08.2011, 09:56 Uhr

Die Spiele erobern die Hosentaschen

Erst wurden die Spieler mobil, nun die Spiele. Sind derzeit noch Körper- und Bewegungssteuerungen angesagt, herrscht bei den Experten auf der Gamescom bereits Einigkeit, dass Spiele für unterwegs der neue Trend werden. Vor allem Handygames sind im Kommen.

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Erst wurden die Spieler mobil, nun die Spiele. Sind derzeit noch Körper- und Bewegungssteuerungen angesagt, herrscht bei den Experten auf der Gamescom bereits Einigkeit, dass Spiele für unterwegs der neue Trend werden. Vor allem Handygames sind im Kommen.

Es sind eindrucksvolle Zahlen, die der Branche Hoffnung machen. Im vergangenen Jahr haben die Deutschen 13 Millionen kleine Spieleanwendungen, sogenannte Apps, für Mobiltelefon oder Tablet-PC wie das iPad heruntergeladen. Experten rechnen damit, dass sich der Umsatz mit den Spielen für die Hosentasche in den kommenden vier Jahren fast verdoppelt, 2010 betrug er 37 Millionen Euro. „Mit der zunehmenden Verbreitung intelligenter Mobiltelefone sind Spiele-Apps zu einer Art Volkssport geworden“, sagt Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes interaktive Unterhaltungssoftware.

Was der Branche genauso gut gefallen dürfte wie die prognostizierten Zuwachsraten, ist die Tatsache, dass sich über die Handyspiele neue Zielgruppen erschließen lassen. Wurde in den vergangenen Jahren ein Boom durch niedrigschwellige Angebote wie Musik- und Bewegungsspiele ausgelöst, soll nun die kleine Spielerei zwischendurch Zuwachs bringen. „Für viele bieten die kleinen Anwendungen den Einstieg in die Welt der interaktiven Unterhaltung“, ist Wolters überzeugt.

Ein Markt mit rasanten Wachstumsaussichten sind auch die Onlinespiele. Der Umsatz hier soll laut Experten bis 2015 um 10 Prozent pro Jahr steigen, auf dann 450 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Umsatz in der gesamten Spielebranche ist im vergangenen Jahr um nur 1 Prozent angestiegen.

Besonders beliebt sind die sogenannten „Social Games“ – Minispielchen ohne großen Anspruch, bei denen man sich beispielsweise über Facebook aber gut mit Freunden vernetzen kann. Auch hier hat es die Branche auf eine neue Zielgruppe abgesehen: die Frauen. Denn Umfragen zufolge spielt hier auch mit, wer sich ansonsten nicht für Xbox, Gamepad und Co. interessiert. mkn