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Wirges

Diskussion in Wirges: Und täglich grüßt der Trompeten-Streit

Stephanie Kühr

Die Trompeten-Frage ist in Wirges noch immer nicht vom Tisch. Der Stadtrat unternimmt jetzt einen erneuten Anlauf, um die seit Monaten anhaltende Diskussion über das umstrittene Kunst-am-Bau-Projekt zu beenden. In der Sitzung am Montag, 6. November, um 19 Uhr im Bürgerhaus wird Stadtbürgermeister Andreas Weidenfeller den Räten zwei Entscheidungsmöglichkeiten unterbreiten: für die Riesentrompete oder für ein alternatives Kunst-am-Bau-Projekt. Derweil macht sich die FDP-Fraktion für einen dritten Weg stark und fordert einen Arbeitskreis.

Die Trompete auf dem Bürgerhaus sorgt für einen Paukenschlag in Wirges. Foto: conhereos
Die Trompete auf dem Bürgerhaus sorgt für einen Paukenschlag in Wirges.
Foto: conhereos

„Wir müssen uns endlich entscheiden. Uns läuft die Zeit davon. Im Juli will die ADD bei der Auszahlung der nächsten Charge der Fördergelder Kunst am Bau sehen“, betont Weidenfeller gegenüber unserer Zeitung. „Andernfalls müssen wir mit einer Kürzung der Fördergelder rechnen“, warnt der CDU-Politiker mit Blick darauf, dass ein Teil der Landesmittel für die Sanierung des Bürgerhauses, insgesamt rund 2 Millionen Euro, an die Verwirklichung eines 40.000 Euro teuren Kunst-am-Bau-Projektes geknüpft ist. „Wir haben keine Zeit, uns ellenlang Gedanken zu machen“, macht Weidenfeller deutlich und zeigt Verständnis dafür, dass das Land als Zuwendungsgeber im Zweifelsfall Gelder zurückfordert. „Das wäre die logische Konsequenz“, räumt der Stadtchef ein.

In der Tat hat das Land unmissverständlich klar gemacht, dass die Verträge einzuhalten sind. „Die öffentlichen Fördermittel für Kunst am Bau sind zweckgebunden und müssen zurückgegeben werden, wenn keine Kunst zur Ausführung kommt“, hatte die Sprecherin des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums, Annika Herbel, unlängst auf WZ-Anfrage ausgeführt.

Foto: Fotolia

Aus Sicht der Stadtspitze gibt es rechtlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Stadt beauftragt in der Ratssitzung am Montag die Mainzer Künstlergruppe „conhereos“, den Gewinnerentwurf namens FestSpielHaus zu realisieren und die Trompete aufs Dach des Bürgerhauses zu setzen. Die vorgeschriebene, rund 3000 Euro teure Absturzsicherung wird in dieser Variante in den Entwurf eingearbeitet. Die Künstler sollen das Prozedere in der nächsten Bauausschusssitzung erläutern. Oder die Stadt hebt das Verfahren „Kunst am Bau zur Verkleidung der Lüftungsanlage“ auf und schreibt einen neuen Wettbewerb aus. Für diesen Fall ist vorgesehen, im Steinbeet zwischen Haupt- und Verwaltungseingang ein Kunstobjekt aufzustellen. Die bislang ebenfalls diskutierte Möglichkeit, den Siegerentwurf grundlegend zu überarbeiten, wurde ad Acta gelegt.

Auf harsche Kritik stößt dieses Vorgehen indes bei der Wirgeser FDP. „Diese Entscheidungsvarianten gab es auch in der letzten Ratssitzung, die mit einer Patt-Situation endete“, kritisiert Thorsten Koch. Aus seiner Sicht ist die Beschlussvorlage daher juristisch bedenklich. Um schnell zu einer pragmatischen Lösung zu kommen, Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden und die Mainzer Fördergelder nicht zu riskieren, schlägt der Liberale vor, einen aus allen Fraktionen paritätisch besetzten Arbeitskreis zu gründen, der bis zur Dezembersitzung des Stadtrates einen für alle Seiten akzeptablen Lösungsvorschlag erarbeiten soll.

Dieser Antrag der FDP wurde zwar als Entscheidungsvariante in die Beschlussvorlage für die Ratssitzung am Montagabend aufgenommen, Stadtbürgermeister Weidenfeller macht aber deutlich, dass der Rat nur die Wahl zwischen Riesentrompete und alternativem Kunstobjekt hat. „Ich sehe keine Veranlassung, warum wir einen Arbeitskreis gründen sollten. Wir brauchen keinen Arbeitskreis, sondern eine Entscheidung“, betont er.

Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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