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    AsbachScheunenbrand: Asbacher Landwirte befürchten Feuerteufel

    Etwas mehr als eine Woche ist es her, dass die Feuerwehr zu einem Brand nach Niedermühlen gerufen wurde, und Landwirt Hans-Peter Hallerbach blickt auf die Überreste des Gebäudes, das er vor 14 Jahren errichtet hat.

    Foto: cno

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

    Ausgeglühter, verbogener Stahl, verbranntes Heu, schwarze Spuren überall dort, wo das Feuer geleckt hat."Ein Haufen Müll. Der Betonboden ist nach oben aufgeplatzt durch die Hitze - das hat ganz schöne Schläge getan", berichtet Hallerbach und erinnert sich an die unruhige Nacht, die er hatte.

    Das Feuer brach am Nachmittag des 24. August aus, am Tag darauf waren Feuerwehrleute immer noch mit dem Brand beschäftigt. Ihnen und den Mitarbeitern des Bauhofs gilt Hallerbachs erster Dank. "Die haben unglaublich tolle Arbeit gemacht." Gerettet werden konnte allerdings nichts von Hallerbachs Besitz. Die Polizei spricht am Anfang von einem Schaden in Höhe von 100 000 Euro, doch Hallerbach weiß mittlerweile, dass allein der Wiederaufbau der Scheune rund 120 000 Euro kosten wird. Hinzu kommen rund 42 000 Euro für den Inhalt der Halle, in der unter anderem 500 Heuballen gelagert waren, die zum Großteil für den Verkauf nach Übersee bestimmt waren.

    Große Solidarität

    Nicht nur muss der landwirtschaftliche Betrieb von Hallerbachs Familie den Verlust der Verkaufssumme verkraften, sondern es fehlt auch das Winterquartier für rund 80 Tiere. "Ich glaube nicht, dass wir es schaffen, die Halle so schnell wieder aufzubauen, und so einfach kann ich die Tiere auch nicht irgendwo anders unterbringen", erklärt Hallerbach. Trotz allem: Begeistert ist er über die Solidarität der Menschen im Kreis Neuwied. Egal, ob Futter fürs Vieh oder das Angebot, beim Wiederaufbau mit anzupacken: "Allein dass einer den Gedanken hat zu helfen, das baut schon auf. Wir haben das Gefühl, nicht allein zu stehen", erklärt Hallerbach dankbar.

    Bedauerlicherweise ist die Familie nicht die einzige, die in der Region unter einem Brandschaden leiden muss. Zuletzt hatte Ende Juli im Asbacher Ortsteil Hofen eine Scheune gebrannt. Im November 2015 starben im Neustädter Ortsteil Niederhoppen 15 Rinder beim Brand einer landwirtschaftlichen Halle. Die Häufung der Fälle macht den Landwirten Angst, so berichtet Hallerbach. Sie befürchten, dass ein Feuerteufel sein Unwesen treibt.

    Foto: cno

    Hallerbach schließt Selbstentzündung aus

    Während die Polizei noch ermittelt und Hunde nach Brandbeschleuniger suchen, hängt der Verdacht auf Brandstiftung genauso schwer in der Luft wie der Geruch nach Verbranntem. Hallerbach zumindest ist sich sicher: "Das Heu kann sich nicht selbst entzündet haben." Die Ballen seien in hervorragendem Zustand gewesen und wurden vor der Lagerung mehrfach auf Temperatur und Feuchtigkeit getestet. Dies sei Routine vor dem Verkauf der Ware. Hallerbach erklärt, dass normalerweise erst Wochen vergehen müssen, bevor es zur Selbstentzündung kommt. "Das riecht man vorher", spricht er aus Erfahrung. Und die Ballen, die verbrannten, lagen erst wenige Tage in der Halle.

    Dass das Feuer erst ausbrach, als das Gebäude sprichwörtlich bis "oben hin gefüllt" war, ist etwas, das Hallerbach besonders beschäftig. "Da wird man irre im Kopf", sagt er. Da es keinen elektrischen Anschluss in der Halle gibt und auch kein Blitz eingeschlagen hat, bleibt aus seiner Sicht nur die Erklärung, dass jemand das Feuer gelegt hat, nachdem er mitbekommen hat, wie die Ernte eingefahren wurde. Dass jemand am helllichten Tag so ein Verbrechen verübt, ist für Hallerbach nicht zweifelhaft: "Die Ecke ist schlecht einsehbar, und vielleicht wird dieser Mensch einfach immerdreister."

    Foto: Privat

    Hof war verlassen

    Der Hof der Hallerbachs war zum Zeitpunkt des Brands verwaist, wie das Familienoberhaupt berichtet. Alle Hände wurden demnach auf einem weiteren Betrieb gebraucht. Das Feuer wurde von Nachbarn gemeldet, die Halle stand schon lichterloh in Flammen, als die Eigentümer in Niedermühlen ankamen. "Ein schreckliches Bild", erinnert sich Hallerbach, während er an den Überresten des Gebäudes vorbeigeht. Sein Blick gleitet den Hang dahinter hinauf, auf dem verkohlte und umgeknickte Baumstämme liegen. Ganz oben verläuft ein Weidenzaun, in dem eine Lücke klafft. Wurde dort oben der Brand gelegt? Diese Frage wird Hallerbach noch eine Weile umtreiben. Eine Möglichkeit, sich vor einem Brandstifter zu schützen, sieht er nicht: "Es gibt keine Sicherheit." Sein Bild von einem Ort, an dem noch alles in Ordnung ist, ist passé.

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