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Rheinland-Pfalz

Viel Unterstützung für die Unwetteropfer

Dramatisch – so umschreibt Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Lage für einige Betroffene des schweren Unwetters im Kreis Birkenfeld. Nun läuft die Hilfe an. Doch die gestaltet sich nicht nur bei Privatschäden derzeit kompliziert. Und: Wie viel Geld vom Land am Ende beigesteuert wird, lässt sich noch nicht sagen.

Eine Schneise der Verwüstung hat das verheerende Unwetter am Sonntag durch den Kreis Birkenfeld, wie hier in Herrstein, gezogen. Nun wollen viele Menschen aus der gesamten Region helfen, auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer sicherte schnelle Unterstützung zu. Foto: dpa
Eine Schneise der Verwüstung hat das verheerende Unwetter am Sonntag durch den Kreis Birkenfeld, wie hier in Herrstein, gezogen. Nun wollen viele Menschen aus der gesamten Region helfen, auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer sicherte schnelle Unterstützung zu.
Foto: dpa

Nach den extremen Regenfällen im Kreis Birkenfeld will das Land aber möglichst unbürokratisch bei der Beseitigung der Schäden helfen. Ein sogenannter vorzeitiger Maßnahmenbeginn soll ermöglichen, schon vor der Bewilligung von Landesgeld mit Reparaturen an öffentlichen Gebäuden zu beginnen, wie Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) in Mainz sagte.

Bei privaten Schäden ist es hingegen komplizierter. Man verschafft sich gerade einen Überblick, hieß es aus Mainz. Prinzipiell kann nur eingesprungen werden, wenn es sich um nicht versicherbare Schäden handelt – im Einzelfall soll dennoch geschaut werden, wie geholfen werden kann. Unter der Federführung von Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) wird derzeit koordiniert, wo das Land unterstützt, sagte Dreyer.

Arbeiten laufen auf Hochtouren

Die Ministerpräsidentin hatte sich am Montag selbst ein Bild von der Lage in der betroffenen Verbandsgemeinde Herrstein gemacht. Beschädigt sind dort etwa die Verwaltung, eine Schule und das Feuerwehrhaus. Die Verbandsgemeinde war am Sonntag von extremen Regenfällen getroffen worden, die binnen kurzer Zeit immense Schäden angerichtet hatten. Mehr als 360 Gebäude in vier Gemeinden waren überflutet, Dutzende Autos wurden weggespült. Menschen sind nach bisherigem Stand zum Glück nicht zu Schaden gekommen. Auch gestern wurde unter anderem Schutt abgefahren und Keller leer gepumpt, wie der Leiter der Verbandgemeinde-Feuerwehr, Nils Heidrich, sagte.

Dreyer sprach gesondert an, dass in Herrstein am Sonntag auch viele Privatautos von Helfern der freiwilligen Feuerwehr beschädigt worden. Es soll geschaut werden, ob die Gemeindeversicherung dafür aufkommt. Wenn nicht, soll kurzfristig mit dem Bürgermeister überlegt werden, was sonst machbar ist. Es könne nicht angehen, dass Leute, die ehrenamtlich vor Ort sind, mit solchen Schäden leben müssen, sagte Dreyer. Mit dem Landrat ist besprochen, dass Spendentöpfe eingerichtet werden.

Auch der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christian Baldauf, forderte rasche Hilfen für die Betroffenen. Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Antje Lezius war er gestern in Fischbach und Herrstein unterwegs, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. „Baden-Württemberg hat nach der Unwetterkatastrophe 2016 Soforthilfen in Höhe von 5,4 Millionen Euro ausgezahlt. Wir brauchen dringend auch in Rheinland-Pfalz ein ähnliches Konzept für Landeshilfen. Die Gelder sollten rasch mit möglichst geringem Verwaltungsaufwand zur Verfügung gestellt werden“, mahnte Baldauf.

Hilfe lässt sich kaum mehr bündeln

Derweil freuen sich die Verantwortlichen im Kreis Birkenfeld über eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft aus der gesamten Region. Hilfe beim Saubermachen, Verpflegung, Schlafplätze, alles wird derzeit angeboten. So viel, dass es die Helfer mitunter fast überfordert. Teils wird Kritik laut, dass die Hilfe unkoordiniert läuft. Der Fischbacher Ortsbürgermeister Michael Hippeli reagiert mit einem Appell: Hilfe wird gern angenommen – aber in der momentan schwer zu überschauenden Lage sorge Aktionismus eher für Mehrarbeit als für Entlastung.

Als Konsequenz aus den Ereignissen im Kreis Birkenfeld will die Landesregierung einmal mehr gezielt an die Kommunen im Land herantreten und deutlich machen, dass Hochwasserschutz nötig ist. Viel ist in den vergangenen Jahren in den Schutz typischer Hochwassergebiete investiert worden, sagte Dreyer. „Wir haben aber eine neue Situation mit den Starkregen-Ereignissen.“ Es sind auch Gebiete betroffen, bei denen das früher nicht der Fall war. Doch auch dort können Vorkehrungen getroffen werden. Bereits 300 Kommunen entwickeln mit dem Umweltministerium Hochwasserschutzpläne. Es sollen aber noch mehr werden, sagte Dreyer.

Schutz gegen Elementarschäden

Zudem soll es eine Kampagne mit der Versicherungswirtschaft und dem Verbraucherschutz geben, um private Haushalte auf die Notwendigkeit einer Versicherung gegen Elementarschäden aufmerksam zu machen. Derzeit sind nur 30 Prozent der Rheinland-Pfälzer versichert. Das muss steigen, sagte Dreyer. vm/mkn/dpa

Idar-Oberstein Birkenfeld
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