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    Mayener Hundemord neu verhandelt: Gericht verhängt härteres Urteil

    Härtere Strafe gegen den „Hundemörder“ aus Mayen: Anfang des vergangenen Jahres sorgte der Prozess um den Tod eines Yorkshireterriers für Empörung, weil der Täter 500 Euro Geldstrafe zahlen musste. Jetzt wurde der Fall erneut aufgerollt.

    Ein Hundehasser nahm im alles: Der Mayener Rentner Rainer Kaes (61) trauert um seinen Terrier "Tiger". 
    Ein Hundehasser nahm im alles: Der Mayener Rentner Rainer Kaes (61) trauert um seinen Terrier "Tiger". 
    Foto: Andreas Walz

    Ein 64-Jähriger hatte den Hund eines Rentners (61) entführt, ihn in einem Waldstück an einen Baum gebunden und das Tier qualvoll sterben lassen. Dafür verhängte das Mayener Amtsgericht lediglich eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro. Doch wie erst jetzt bekannt wurde, hat das Landgericht Koblenz vergangenes Jahr erneut über den tragischen Tod des kleinen Tigers verhandelt – und den „Hundemörder“ wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

    Das Gericht begründete die verschärfte Strafe damit, dass der Mann durch Mitarbeiter des Ordnungsamts mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass das Hundebellen hinzunehmen sei. Außerdem wurde er ausdrücklich darüber belehrt, dass er sich strafbar macht, wenn er das Tier tötet. Der Hundehasser hatte sich immer wieder beim Ordnungsamt über den Terrier beschwert, gedroht, den Hund zu erschlagen und ihm den Kopf abzutrennen.

    Am 18. September 2015 entführte er das Tier. An jenem Tag ging Rainer Kaes (61) mit seinem Hund zum Rewe-Markt am Habsburgring. Er band die Leine an den Fahrradständer und betrat den Laden, um für das Wochenende einzukaufen. Als er zurückkehrte, war Tiger nicht mehr da. Sechs Tage später fanden Schüler den Yorkshireterrier in einem Waldstück – leblos an einen Baum gebunden. Das Landesuntersuchungsamt in Koblenz stellte fest, dass das Tier an akutem Herz-Kreislauf-Versagen starb.

    Das ist bald eineinhalb Jahre her. Doch jener Septembertag hat bei Rainer Kaes Spuren hinterlassen. Spuren der Trauer. Spuren der Wut. Spuren der Fassungslosigkeit. Der Rentner hatte sich 15 Jahre lang um den Hund gekümmert, mit ihm im selben Bett geschlafen.

    Der Hundehasser aber war sich keiner Schuld bewusst. Auch er legte Berufung gegen das Urteil des Mayener Amtsgerichts ein. Er vertrat die Auffassung, er habe sich nichts vorzuwerfen. Der Yorkshireterrier habe ihn jahrelang gequält, sein ständiges Bellen sei nicht zu ertragen gewesen. Deshalb lehnte der Mann die Geldstrafe des Amtsgerichts ab. Noch im Gerichtssaal kündigte er an, sich einen Anwalt zu nehmen und „die Lügen des Prozesses“ aufzudecken.

    Auch die Koblenzer Staatsanwaltschaft war mit der Geldstrafe nicht einverstanden – sie hielt das Urteil für zu mild und legte ebenfalls Berufung ein. Während das Landgericht Koblenz die Berufung des „Hundemörders“ als unbegründet zurückwies, hob es das Urteil des Mayener Amtsgerichts auf – und verschärfte die Strafe.

    Von Eugen Lambrecht

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