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    Tierheim Koblenz: Immer wieder Streit wegen Kosten bei Fundtieren

    Rund 400 000 Euro benötigt das Tierheim pro Jahr für den laufenden Betrieb. Die Einnahmen kommen aus vielen unterschiedlichen Quellen. Und immer wieder bleiben sie auch aus.

    Ein Tierheim – wie hier das Koblenzer – ist ein kleines Unternehmen. Laufende Kosten, Gehälter der Mitarbeiter und so weiter müssen abgedeckt werden – doch immer wieder wird es eng. Spenden sammeln ist ein mühsames Geschäft, und die Kostenübernahme klappt nicht immer reibungslos.
    Ein Tierheim – wie hier das Koblenzer – ist ein kleines Unternehmen. Laufende Kosten, Gehälter der Mitarbeiter und so weiter müssen abgedeckt werden – doch immer wieder wird es eng. Spenden sammeln ist ein mühsames Geschäft, und die Kostenübernahme klappt nicht immer reibungslos.
    Foto: Denise Remmele

    Das bedauert Gisela Kroppenberg, Vorsitzende des Tierschutzvereins Koblenz und Umgebung, in dessen Trägerschaft das Tierheim ist.

    Ein Urteil des Verwaltungsgerichts in der vergangenen Woche war da aus ihrer Sicht ein Schritt in die genau falsche Richtung. In dem verhandelten Fall hatte eine Passantin einen angeleinten Hund auf einem Autobahnparkplatz gefunden und zur Polizei gebracht. Die rief beim Tierheim Koblenz an, ein Mitarbeiter holte den Hund ab. Die Kosten für die Unterbringung wollte weder die Verbandsgemeinde tragen, in deren Bereich der Parkplatz lag, noch die Polizei.

    "Immer wieder gibt es Diskussionen, was überhaupt ein Fundtier ist", sagt Gisela Kroppenberg. Nur bei Fundtieren ist nämlich die Kostenübernahme durch die Stadt oder Gemeinde geklärt. Dabei sind die anderen Fälle die viel häufigeren: der Fall einer Frau, die ins Gefängnis muss und in deren Wohnung eine Hündin mit Welpen gefunden wird; der Fall eines Mannes, der mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht wird und einen Hund zurücklässt, der Fall eines Hundes, dessen Frauchen stirbt und der in der Wohnung neben ihrem Bett gefunden wird, der Fall eines Mietnomaden, der in einer vermüllten Wohnung auch Tiere zurücklässt.

    "In der Regel gibt es Streit um die Übernahme der Kosten, wenn wir die dann aufnehmen", sagt Kroppenberg. "Die Kommunen verweisen darauf, dass die Tiere ja keine Fundtiere sind, sondern noch Besitzer haben. An die sollen wir uns wenden und unsere Kosten einfordern." Das klappe aber in ganz vielen Fällen nicht, weil die Besitzer nicht mehr zu ermitteln sind – schon gar nicht für den Tierschutzverein. "Eine Kommune hat ja zum Beispiel bei einem Todesfall ganz andere Möglichkeiten, an die Erben heranzukommen."

    Das Problem bestehe bundesweit, sagt Gisela Kroppenberg. In manchen Tierheimen bleiben die Träger auf bis zu 80 Prozent der Kosten sitzen, in Koblenz sind es rund 60 Prozent. Denn nur mit wenigen Kommunen gibt es feste Vereinbarungen, bei denen eine Pauschale gezahlt wird, die sich vor allem an der Einwohnerzahl der Städte und Gemeinden orientiert. Eine Pauschale in Höhe von 30 000 Euro jährlich zahlt beispielsweise die Stadt Koblenz an den Verein. Davon werden aber sofort die Kosten für die Pacht, Müllabfuhr, Wasser und anderes mehr abgezogen, sodass rund 16 000 Euro bleiben, so Kroppenberg.

    Verträge, die die Kostenübernahme regeln, gibt es außerdem mit der Stadt Lahnstein und der Verbandsgemeinde Rhens. Für Bendorf ist der Vertrag gerade ausgelaufen und wird neu verhandelt. Der Vertrag mit der VG Vallendar sei bereits vor zwei Jahren ausgelaufen, so Kroppenberg. Die Pauschalen variieren zwischen 30 und 60 Cent pro Einwohner. Außerdem gibt es eine Reihe Kommunen, mit denen das Koblenzer Tierheim im Einzelfall die Kostenübernahme klärt.

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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