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Koblenz

Koblenz bekommt endlich die Nordtangente – Baubeginn im Sommer 2015?

Vor mehr als einem Jahr wurde beschlossen: Koblenz bekommt endlich die Nordtangente, die die B 9 und Metternich verbinden soll. Doch zu sehen ist immer noch nichts am "Ikea-Kreisel", an dem die neue Landstraße ihren Anfang nehmen soll.

Hier soll die Nordtangente einmal enden – am "Ikea-Kreisel". Die neue Straße soll die B 9 mit Metternich und der B 416 verbinden. Wenn die Vorbereitungen optimal laufen, könnten im Sommer 2015 hier die ersten Bagger rollen. Die ersten Bäume sollen noch in diesem Jahr gerodet werden.
Hier soll die Nordtangente einmal enden – am "Ikea-Kreisel". Die neue Straße soll die B 9 mit Metternich und der B 416 verbinden. Wenn die Vorbereitungen optimal laufen, könnten im Sommer 2015 hier die ersten Bagger rollen. Die ersten Bäume sollen noch in diesem Jahr gerodet werden.
Foto: Sascha Ditscher

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Auch ein genauer Bautermin steht noch nicht fest. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen allerdings seit Monaten, betont der Landesbetrieb Mobilität (LBM). Und im nächsten Jahr sollen dann auch die Bagger anrollen.

"Wenn alles optimal läuft, könnten die Arbeiten am ersten Bauabschnitt Anfang der zweiten Jahreshälfte 2015 beginnen", sagt Bernd Hölzgen, technischer Geschäftsführer des LBM. Gut zwei Jahre später soll die Straße dann fertig sein, ergänzt der betreuende Bauingenieur Heiko Lichtenhagen. Ursprünglich war zwar die Rede davon, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen könnten, allerdings war zunächst noch eine Art Minimallösung geplant, bei der nur ein Teilstück der Nordtangente gebaut worden und der Verkehr ansonsten über bestehende Straßen geflossen wäre.

Bernd Hölzgen, technischer Geschäftsführer des LBM, Eduard Schnorpfeil, beim LBM zuständig für die Planung im nördlichen Rheinland-Pfalz, und der betreuende Bauingenieur Heiko Lichtenhagen.
Bernd Hölzgen, technischer Geschäftsführer des LBM, Eduard Schnorpfeil, beim LBM zuständig für die Planung im nördlichen Rheinland-Pfalz, und der betreuende Bauingenieur Heiko Lichtenhagen.
Foto: Stephanie Mersmann

Jetzt aber wird die komplette, rund 1,6 Kilometer lange Straße über das Feld zwischen Bubenheim und Metternich neu gebaut – und damit sind auch deutlich mehr Dinge vorzubereiten und zu prüfen, als zunächst vorgesehen war. Denn grundsätzlich hat das Land zwar entschieden, dass die Nordtangente kommen soll – der Koblenzer Stadtrat hat entsprechende Beschlüsse gefasst, und das nötige Baurecht liegt vor -, aber dennoch müssen im Vorfeld zahlreiche Punkte geklärt werden.

Die Nordtangente ist eine Gemeinschaftsaufgabe des Landes und der Stadt. Beide teilen sich die Kosten von rund 7,3 Millionen Euro für den Bau und 1,2 Millionen Euro für den Grunderwerb, wobei der Anteil der Stadt wiederum vom Land bezuschusst werden soll. Just diesen Zuschuss hat die Stadt mittlerweile in Mainz beantragt, wo die Zuschussfähigkeit des Projekts derzeit geprüft wird, auch vom Landesrechnungshof. Die Kommunalaufsicht ADD, das Finanz- und das Innenministerium müssen zudem genehmigen, dass Koblenz überhaupt das Geld für die Nordtangente ausgeben darf – ein Prozess, der rund sechs Monate dauern kann, so Hölzgen.

Parallel zu diesen Formalitäten laufen bereits die praktischen Vorbereitungen auf den Bau. Ein großes Thema ist der Grunderwerb, den der LBM in großen Teilen übernimmt. "Wir haben es auf der Strecke mit 220 Grunderwerbsfällen zu tun", sagt Hölzgen, wobei manche Eigentümer mehrere Grundstücke halten, in anderen Fällen aber eine ganze Erbengemeinschaft nur ein Grundstück besitzt. Größere Probleme sind bei den Verhandlungen bislang nicht aufgetaucht, sagt Heiko Lichtenhagen. Vor allem Felder und Obstbäume befinden sich da, wo die Nordtangente verlaufen soll. Im ersten Bauabschnitt am "Ikea-Kreisel" sollen die Bäume noch in diesem Winter gerodet werden.

Die Stadt ist derweil zuständig für den Grunderwerb an einer besonders heiklen Stelle: Die Nordtangente soll genau da verlaufen, wo sich bislang die Kleingartenanlage Weinacker befindet. Diese soll auf eine Ersatzfläche am Rande von Metternich verlegt werden, die Verhandlungen laufen. Bis September 2015 müssen die Kleingärtner dann ihre Parzellen räumen, so Lichtenhagen. Die Pachtverträge laufen schon Ende dieses Jahres aus.

Eine Bodenerkundung wurde bereits durchgeführt, derweil wartet der LBM auf das entsprechende Gutachten, das zeigen soll, ob der Untergrund tragfähig genug ist für den Bau einer Straße. Bereits klar ist, dass sich Bims im Boden findet, auch archäologische Funde sind wahrscheinlich. Keltische und römische Zeugnisse entlang der Trasse müssen dann gesichtet und erfasst werden, bevor sie in der Regel wieder mit Erde bedeckt werden, sagt Eduard Schnorpfeil, beim LBM zuständig für die Planung im nördlichen Rheinland-Pfalz. Noch geprüft werden muss, ob sich alte Kampfmittel im Boden verstecken.

Auch von diesen Prüfungen hängt ab, ob die Arbeiten an der Nordtangente tatsächlich Mitte des nächsten Jahres beginnen können. "Das ist von vielen Dingen abhängig, unter anderem davon, was noch gefunden wird", sagt Hölzgen. "Da gibt es viele Unwägbarkeiten." Stephanie Mersmann

Nordtangente soll Bubenheim und Metternich verbinden

Foto: Damian Morcinek

In vielen Stadtplänen ist die Nordtangente bereits als "geplant" eingezeichnet – für unsere Illustration haben wir ihren ungefähren Verlauf grün markiert. Sie soll als Umgehung die B 416 in Metternich (Kreuzung zur Rübenacher Straße, L 52) mit dem "Ikea-Kreisel" in Bubenheim verbinden.

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