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Mülheim-Kärlich

Kernkraftwerk in Mülheim-Kärlich: Kühlturm soll Industriepark weichen

Mehr als 26 Jahre nach seiner Stilllegung soll das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich bis 2016 aus der Region verschwinden: Im kommenden Jahr wird mit dem Rückbau des Kühlturms begonnen. Auf Teilen des ehemaligen Werksgeländes entsteht dann der Industriepark "Am guten Mann". Die entsprechenden Bebauungspläne hat der Stadtrat Mülheim-Kärlich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig angenommen.

Das Unternehmen Zimmermann Recycling & Transporte GmbH aus der Nähe von Lahnstein wird den Kühlturm und weitere Gebäude abreißen und recyceln. Details zu dem Vertrag und zur geplanten Ansiedlung eines Industrieparks sollen im Januar veröffentlicht werden. Foto: Damian Morcinek
Das Unternehmen Zimmermann Recycling & Transporte GmbH aus der Nähe von Lahnstein wird den Kühlturm und weitere Gebäude abreißen und recyceln. Details zu dem Vertrag und zur geplanten Ansiedlung eines Industrieparks sollen im Januar veröffentlicht werden.
Foto: Damian Morcinek

Von Katharina Demleitner und Damian Morcinek

Damit ist der Weg frei für das Unternehmen Zimmermann Recycling & Transporte GmbH aus der Nähe von Lahnstein, an das der Energiekonzern RWE nach Informationen unserer Zeitung einen Teil des Kernkraftwerkgeländes verkauft hat. Das Recycling-Unternehmen ist sowohl interessiert an der Nachnutzung des westlichen Kühlturmgeländes, auf dem zu keiner Zeit mit offenen radioaktiven Stoffen umgegangen wurde und das im September offiziell aus der atomrechtlichen Aufsicht entlassen wurde, als auch am Kraftwerksgelände Ost. Letzteres wurde bereits im Jahr 2009 aus dem Atomgesetz entlassen.

Teil der Vertragsidee ist, dass die Firma alle auf den beiden Geländeteilen vorhandenen Gebäude – also auch den 162 Meter hohen Kühlturm – abreißt und das daraus gewonnene Material anschließend recycelt und nachnutzt. Details dazu sollen bereits Mitte Januar in einer gesonderten Pressekonferenz beider Unternehmen kommuniziert werden. RWE selbst wird sich am Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich auf das in Firmenbesitz verbleibende Gelände rund um die Reaktorkuppel zurückziehen. Bereits seit längerer Zeit, so hatte es RWE einst gegenüber unserer Zeitung mitgeteilt, ist das Gelände West vollständig von dem zentral gelegenen Areal um das ehemalige Herz der Anlage abgetrennt.

Der "Kühles Blondes"-Turm? Dazu wird es nicht kommen, aber wir haben eine bei Facebook geäußerte Idee eines Lesers mal in einer Montage aufgegriffen.
Der "Kühles Blondes"-Turm? Dazu wird es nicht kommen, aber wir haben eine bei Facebook geäußerte Idee eines Lesers mal in einer Montage aufgegriffen.
Foto: Svenja Wolf

Im Teil 2 des insgesamt in drei Abschnitte untergliederten Plangebietes für den zukünftigen Industriepark "Am guten Mann" sind Teile der ehemaligen Kraftwerksanlagen einschließlich des Kühlturms noch vorhanden, wie es weiter in der Mülheim-Kärlicher Stadtratssitzung hieß. Bis Anfang 2016 soll der Rückbau abgeschlossen sein. Planteil 3 umfasst die ehemalige Sportfläche des Kraftwerkes und ist überwiegend unbebaut. Lediglich eine Restfläche verbleibt aus atomrechtlichen Gründen noch bis 2030 im Besitz der Stadt Mülheim-Kärlich.

Entstehen soll im Plangebiet eine rund 300.000 Quadratmeter große Industriefläche, die Stadtbürgermeister Uli Klöckner als "guten Schritt nach vorn" bezeichnete: "Wir begrüßen die Entwicklung und haben große Hoffnung auf neue Steuereinnahmen." Welche Ansiedlungen genau geplant sind, will die Stadt Anfang Januar 2015 im Detail bekannt geben.

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