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Koblenz

Görlitz zieht ein: Gebäude am Florinsmarkt werden ab 2014 saniert

Martin Görlitz ist nun Besitzer von drei bedeutenten historischen Gebäuden mitten in Koblenz. Bei einem Rundgang durch das Ensemble am Florinsmarkt erläuterte er der RZ seine Pläne.

Projektentwickler Alexander Schabel (links) und Investor Martin Görlitz haben viel vor: Die Altstadtgebäude müssen aufwendig saniert, das Nachhaltigkeitsinstitut, das hier einziehen soll, aufgebaut werden.
Projektentwickler Alexander Schabel (links) und Investor Martin Görlitz haben viel vor: Die Altstadtgebäude müssen aufwendig saniert, das Nachhaltigkeitsinstitut, das hier einziehen soll, aufgebaut werden.
Foto: Thomas Frey

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Seit dem 1. Oktober haben drei der prägendsten Bauwerke der Stadt einen neuen Besitzer: Martin Görlitz beziehungsweise seine ISSO Florinsmarkt GmbH haben den Bürresheimer Hof, das Alte Kaufhaus samt Schöffenstübchen und das Dreikönigenhaus gekauft. ISSO ist der Name des gemeinnützigen Instituts, das hier entstehen soll – und zwar in gar nicht so ferner Zukunft. "Wir wollen Mitte nächsten Jahres mit der Sanierung beginnen", sagt der Koblenzer Unternehmer und Stiftungsgründer im Gespräch mit der RZ. Eineinhalb Jahre sollen die Arbeiten voraussichtlich dauern. "Meinen 60. Geburtstag im Juni 2015 will ich aber auf jeden Fall hier feiern", sagt Görlitz, "notfalls auf Bierbänken auf der Baustelle."

Vor dem Kauf stand lange Zeit die Debatte um den Verkauf der historischen Gebäude im Vordergrund, die immer heftiger geführt wurde. Noch bei der Stadtratssitzung im September, bei der der Verkauf schließlich mehrheitlich beschlossen wurde, schien das Projekt zeitweilig auf der Kippe zu stehen, vor allem wegen der Diskussion um eine mögliche Rückkehr der Synagoge in den Bürresheimer Hof. Nun aber wird der Blick nach vorn gerichtet am Florinsmarkt – und es ist einiges zu tun. 12 bis 15 Millionen Euro steckt Martin Görlitz in das Projekt, sagt er, schon der Kaufpreis, den er an die Stadt gezahlt hat, liegt im Millionenbereich.

Im Dreikönigenhaus, dem ehemaligen Standort der Stadtbibliothek, gehen die Arbeiten schon Anfang 2014 los, "in der ersten Jahreshälfte wollen wir einziehen", sagt Alexander Schabel, Projektentwickler von ISSO ("Institute for Social and Sustainable Oikonomics"), einem hochschulnahen Institut für soziales und nachhaltiges Wirtschaften. Hier will man vor allem schnell loslegen, an dem Aufbau des Instituts arbeiten. Die Verwaltung von ISSO bekommt hier ihren Sitz, momentan bestehend aus vier Mitarbeitern. "Wir suchen aber schon jetzt nach neuen Mitarbeitern", kündigt Görlitz an. Außerdem wird hier das Gründerzentrum "ISSO Inkubator" angesiedelt, in dem sich Studenten und Gründer einmieten können.

Hauptaugenmerk bei der Sanierung wird im nächsten Jahr zunächst auf den Bürresheimer Hof gelegt, in dem sich zuvor Kinder- und Jugendbibliothek und Kammerspiele befunden haben. Hier und im Alten Kaufhaus, dem früheren Mittelrhein-Museum, fehlen Fluchtwege, es mangelt an Infrastruktur, Sanitäranlagen, Barrierefreiheit. "Vor allem der Bürresheimer Hof ist miserabel erschlossen, es gibt einen reinen Lastenaufzug und die steile Treppe", sagt Görlitz.

Im Bürresheimer Hof werden in erster Linie Seminarräume und 30 Gästezimmer und -appartements eingerichtet. Bevor die geplante Nutzung der Räumlichkeiten durch Hochschulen richtig angelaufen ist, sollen mit diesem Angebot auch Tagungsgäste und Touristen angesprochen werden, um zumindest die Betriebskosten zu erwirtschaften. "Da sind wir zu einer öffentlichen Nutzung gezwungen. Die werden wir dann langsam runter- und die Nutzung durch Hochschulen rauffahren", kündigt der Investor an. Im Erdgeschoss des Bürresheimer Hofs soll ein Restaurant mit großer Terrasse zur Mosel hin entstehen, das auch der Öffentlichkeit zugänglich ist und für das ein Pächter gesucht wird. "Ich will schließlich kein Gastronom werden", betont Görlitz. Es könnte gehobene regionale Küche angeboten werden. Im Schöffenhaus ist ein kleines Café denkbar, doch die Stadt nutzt diese Räume noch für zehn Jahre.

Die großen Hallen des Alten Kaufhauses werden vor allem als Veranstaltungsflächen dienen, in dem Geschoss auf Höhe der Mosel – vom Florinsmarkt aus gesehen also im Untergeschoss – wird ein Museum für Stadtgeschichte eingerichtet. Verbunden werden die beiden Gebäude auf dem Florinsmarkt durch einen zentralen Glaskörper, von dem aus Treppen und Fahrstühle in alle Richtungen und auf alle Ebenen führen.

Museum für Stadtgeschichte: Exponate gesucht

Im unteren Teil des früheren Mittelrhein-Museums, quasi am "Hintereingang" des Alten Kaufhauses zur Mosel hin, will Martin Görlitz ein kleines Museum für Altstadt-Geschichte einrichten. Mit einer festen Ausstellung, die vor allem aus Bildern zu verschiedenen Themen und Epochen bestehen soll, will man Interessierten zeigen, was die Stadt zu bieten hat, und neugierig machen auf andere Häuser wie das Forum Confluentes, das Rhein-Museum oder die Festung. Und sich öffnen für die Öffentlichkeit. "Wir wollen Werbung für die Stadt machen", kündigt Görlitz an, das Angebot soll niedrigschwellig und mit einem Eintritt von zum Beispiel 1 Euro günstig sein. Der Eingang des Museums liegt direkt gegenüber dem Schiffsanleger am Peter-Altmeier-Ufer. sem

Wer historische Fotos oder Bilder von der Stadt hat, die als Exponate geeignet sein könnten, kann sich melden unter Tel. 0261/291989470, E-Mail an rebekka.meyer@goerlitz-stiftung.de

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