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    Koblenz/Mittelrhein

    Buga 2031: Im Oktober müssen grundsätzliche Entscheidungen fallen

    Auch wenn der frühere Glanz etwas verblasst ist, gehört das Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz immer noch zu den beliebtesten touristischen Zielen in Deutschland. Rund drei Millionen Besucher werden jährlich gezählt. Es könnten allerdings wesentlich mehr sein. Um jedoch im Wettbewerb mit anderen Destinationen auf Dauer bestehen zu können, bedarf es hoher Investitionen. Eine Bewerbung für die Bundesgartenschau 2031 erscheint daher reizvoll. Sie könnte schon sehr bald eine neue Ära einleiten.

    Die Marksburg ist ein touristisches Hauptziel in der Region. Mit der Buga 2031 soll erreicht werden, dass auch andere Kulturdenkmäler entdeckt werden.
    Die Marksburg ist ein touristisches Hauptziel in der Region. Mit der Buga 2031 soll erreicht werden, dass auch andere Kulturdenkmäler entdeckt werden.
    Foto: Rheinland-Pfalz-Touris./D. Ketz

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    15 Jahre sind es noch hin, und man könnte denken, es bleibt noch reichlich Zeit. Dass das Gegenteil der Fall ist, zeigte jetzt eine Veranstaltung des FDP-Bezirksverbandes Koblenz im Brauereiausschank "An der Königsbach". Die Botschaft des Abends: Die Kommunen müssen innerhalb weniger Wochen entscheiden, ob und wie sie mit dabei sein wollen. Der Prozess sogenannter Willensbildung muss bis zum 11. Oktober abgeschlossen sein. Ein denkbar knapper Zeitrahmen, wenn man bedenkt, dass eine Buga 2031 als große Landschaftsschau Kommunal- und Landesgrenzen überschneiden würde. In der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz sind die Überlegungen bereits sehr konkret.

    Ein erstes Gutachten des Bonner Büros Stephan Lenzen, das auch die Planungen für die Koblenzer Buga und die Iga in Hamburg erstellte, liegt schon vor. Dazu passt, das Rainer Zeimentz bereits einen sehr konkreten Zeitplan hat. Der Vorstand der Entwicklungsagentur präsentierte den Gästen der von Nüchternheit und Neutralität geprägten Veranstaltung einige wichtige Termine. Demnach muss am 11. Oktober auch eine grundsätzliche Entscheidung über die Bewerbung fallen. Wenn diese positiv ausfällt, muss bereits im ersten Quartal 2017 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Liegt diese vor, wird im vierten Quartal 2017 die Entscheidung fallen, ob die Mittelrheinregion den Zuschlag erhält. Spätestens danach wird es richtig ernst. Denn schon 2018 müsste eine Bundesgartenschaugesellschaft aus der Taufe gehoben werden und mehr oder weniger sofort die Arbeit aufnehmen. Das bedeutet: Die Suche nach dem möglicherweise infrage kommenden Top-Personal hat bereits begonnen. Feststehen dürfte, dass das Land im Sinne der Strukturförderung wieder mit erheblichen Zuschüssen dabei sein wird. Zur Erinnerung: Zur Förderung der Buga in Koblenz flossen am Ende rund 46 Millionen Euro - 3 Millionen Euro weniger als geplant, weil die Schau rund ums Deutsche Eck viel erfolgreicher war als erwartet. Der Vorteil für die Region: Sie bringt bereits Erfahrungen ein. Der Nachteil: Die Dimensionen einer Buga 2031 dürften einzigartig sein. Geht es doch um einen Flussabschnitt mit einer Länge von 67 Kilometern, der beidseitig "bespielt" werden muss.

    Rainer Zeimentz ließ durchblicken, dass diese Größenordnung völlig neue verkehrstechnische und logistische Herausforderungen mit sich bringen wird. Ein Beispiel: Man kann eben nicht alles einzäunen, neuartige Bezahl- und Kontrollsysteme müssen eingeführt werden. Dazu kommt, dass schnelle alternative Verbindungen zwischen den Flussufern geschaffen werden müssen - als realistische Lösungen erscheinen derzeit Wassertaxis. Und schließlich müssen die zentralen Bereiche einer Buga wie Blumenhallen und Veranstaltungsflächen so positioniert werden, dass möglichst viele teilnehmende Gemeinden etwas davon haben. Gesetzt ist derzeit nur der Bereich auf der Loreley, der bereits bis 2018 neu gestaltet sein soll. Schwimmende Lösungen könnten eine Alternative sein, wenn man Eifersüchteleien unter den teilnehmenden Kommunen verhindern will.

     

    Koblenzer Buga-Freunde regen einheitliches Entwicklungskonzept an

    Koblenz hat es vorgemacht: Es ist nicht nur gelungen, die Buga zu einer Bürgerbewegung zu machen, sondern auch Netzwerke zu knüpfen, die weit über die Kernregion hinausreichen. Das ist auch ein Verdienst der Buga-Freunde, die auch im Vorfeld einer möglichen Buga 2031 helfen wollen. Voraussetzung ist für Ernst H. Lutz, der ebenfalls im Rahmen der FDP-Infoveranstaltung referierte, eine überparteiliche und eine kreisübergreifende Zusammenarbeit. Der Vorsitzende der Buga- Freunde fordert ein einheitliches Entwicklungskonzept für alle beteiligten Kommunen und eine enge Zusammenarbeit, die über den Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal hinausgeht. Denn für mögliche Geldgeber geht es vor allem um Struktur- und Wirtschaftsförderung, die eben nicht nach 2031 endet, sondern Perspektiven bis 2060 eröffnet. Denn Gartenschauen waren nie reine „Blümchenschauen“, sondern Instrument der Strukturpolitik.

     

     

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