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    Fusion: Emmelshausen begrüßt Flirtversuch

    In Emmelshausen läuten zwar noch nicht die Hochzeitsglocken, aber es geht im Zuge der Kommunal- und Verwaltungsreform einen Schritt auf den potenziellen Partner St. Goar-Oberwesel zu.

    St. Goar (Foto) und Oberwesel sowie die zur Verbandsgemeinde gehörigen Gemeinden machen Annäherungsversuche in Richtung Emmelshausen. 
    St. Goar (Foto) und Oberwesel sowie die zur Verbandsgemeinde gehörigen Gemeinden machen Annäherungsversuche in Richtung Emmelshausen. 
    Foto: Thomas Torkler

    Am Dienstagabend hat der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig dem Verbandsgemeinderat empfohlen, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Emmelshausen dazu zu ermächtigen, mit Vertretern der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel in Verhandlungen zu treten. Als nächstes wird nun der VG-Rat gefragt sein.

    Hintergrund ist, dass kreisweit zwei Verbandsgemeinden unter die 12.000-Einwohner-Marke fallen und somit fusionieren müssen. Eine Heirat zwischen diesen beiden Verbandsgemeinden Rheinböllen und St. Goar-Oberwesel ist nach jetzigem Stand nahezu ausgeschlossen. Für St. Goar-Oberwesel kommen nun nur noch zwei Partner innerhalb der Kreisgrenzen infrage: die VG Emmelshausen oder die Stadt Boppard.

    Die Gegebenheiten in Emmelshausen und St. Goar-Oberwesel seien vergleichbar, betonte VG-Bürgermeister Peter Unkel (parteilos). Die Verschuldung in beiden Verbandsgemeinden ist gering, die Struktur ist auch ähnlich. „Jetzt geht es auch ganz offiziell in die Richtung, mit uns Gespräche zu führen“, sagte Unkel.

    Kritische Stimmen aus Oberwesel tendieren eher Richtung Boppard

    Die drei Rheinhöhengemeinden hätten sich im Vorfeld sehr eindeutig im Vorfeld für eine Fusion mit Emmelshausen ausgesprochen. Auch in St. Goar befürworten die Kommunalpolitiker eine Heirat mit Emmelshausen. Nur in Oberwesel gebe es kritische Stimmen, die eher ein Zusammengehen mit Boppard auf der Rheinschiene vorziehen würden. So finden zwischen Boppard und St. Goar-Oberwesel nun auch weitere Gespräche statt. Gegen einen Zusammenschluss mit Boppard spricht aber sicher die Frage, wie eine Fusion einer verbandsfreien Stadt mit 15.400 Einwohnern und einer Verbandsgemeinde mit rund 8900 Einwohnern letztendlich aussehen kann. „Irgendwann muss es auch mal eine klare Linie geben“, sagte Unkel mit Blick auf die Wunschpartner für eine freiwillige Hochzeit.

    Auch die CDU hofft auf ein solches Signal: „Ich wünsche mir eine eindeutige Positionierung von St. Goar-Oberwesel in unsere Richtung“, brachte es der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Fischer auf den Punkt. Für die Zukunftsfähigkeit der Verbandsgemeinde Emmelshausen sei der Zusammenschluss die richtige Entscheidung, machte Karl Heinz Hoffmann (FWG) deutlich. Denn St. Goar sei Teil eines Mittelzentrums und Emmelshausen wolle mittelfristig auch Mittelzentrum werden. „Zusammen mit St. Goar haben wir größere Chancen, diesen Status auch zu erreichen“, sagte Hoffmann. Aber es folgten auch auch kritische Untertöne aus den Reihen der FWG: „Grundsätzlich habe ich Zweifel daran, dass eine größere Struktur unbedingt effektiver ist“, sagte Mechthild Schultner-Mäder. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Björn Seis betonte, dass die Sozialdemokraten offen für Gespräche seien.

    Unter Zwang wäre eine Hochzeit mit Emmelshausen einfacher

    Sowohl Boppard als auch Emmelshausen müssen sich von ihrer Einwohnerzahl gesehen keinen Fusionspartner suchen. Unkel gab aber zu bedenken: „Einfacher ist eine Zwangsfusion mit uns statt mit Boppard, das eine ganz andere Struktur hat.“ Und: „Wir reden hier vor dem Hintergrund, dass es sowieso kommen wird.“

    Am 11. Juli hatten Vertreter beider Verbandsgemeinden bereits ein Sondierungsgespräch über einen möglichen Zusammenschluss geführt (wir berichteten), die in einer „angenehmen, konstruktiven und offenen Gesprächsatmosphäre“ stattfanden. Aus diesen Gesprächen ging hervor, dass sich St. Goar-Oberwesel ein Signal aus den zuständigen Gremien der VG Emmelshausen erbittet, wonach ein Zusammenschluss prinzipiell befürwortet wird.

    Zum einem möglichen, künftigen Verwaltungssitz sagte Unkel auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wir gehen davon aus, dass wir in dieser Frage Einigkeit erzielen.“ Die Einwohnerzahlen würden deutlich für Emmelshausen als Verwaltungssitz sprechen. Die Verbandsgemeinde Emmelshausen blickt auf 14.600 Einwohner, St. Goar-Oberwesel auf rund 8900. Aber Unkel betont auch: „Bürgernähe und Service müssen in St. Goar-Oberwesel aufrecht erhalten werden.“ Dies wäre mit einer Außenstelle der Verwaltung möglich, die „über ein reines Bürgerbüro sicher hinausgeht“, wie Unkel deutlich macht. Darüber sei bereits gesprochen worden.

    Von unserer Redakteurin Denise Bergfeld

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