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Marienthal

"Lager Rebstock": Gedenkstätte steht kurz vor Vollendung

Das sogenannte Dritte Reich hat auch in der hiesigen Region ihre Spuren hinterlassen. Nun soll am Donnerstag, 9. November, um 11 Uhr die Erinnerungsstätte „Lager Rebstock“ oberhalb von Marienthal eröffnet werden, die die Erinnerung an die Vergangenheit wachhalten soll.

Initiator Wolfgang Gückelhorn (links) und Andreas Schmickler im Rohbau des Info-Pavillons, der vor wenigen Tagen aufgestellt wurde. Hier soll mit sechs Informationstafeln über die Geschichte des Lagers und der Zwangsarbeiter informiert werden. Foto: Initiativgruppe „Lager Rebstock“
Initiator Wolfgang Gückelhorn (links) und Andreas Schmickler im Rohbau des Info-Pavillons, der vor wenigen Tagen aufgestellt wurde. Hier soll mit sechs Informationstafeln über die Geschichte des Lagers und der Zwangsarbeiter informiert werden.
Foto: Initiativgruppe „Lager Rebstock“

Ehrengast der Veranstaltung ist ein ehemaliger Zwangsarbeiter, der an der Ahr schuften musste. Der Niederländer wurde 1944 zunächst auf dem Gelände des Luftwaffenübungsplatzes Ahrbrück gefangen gehalten, bevor er in das Barackenlager auf dem Bahndamm zwischen Dernau und Rech verlegt worden ist. Die Zeit, die der inzwischen 94-Jährige im Ahrtal verbrachte, ist eines von mehreren Gefangenenschicksalen, die dort beispielhaft dokumentiert werden.

Die Gedenkstätte in Marienthal ist die bislang einzige derartige Einrichtung, deren Träger nicht der Staat, sondern eine Initiative aus der Bürgerschaft ist, nämlich der Bürgerverein Synagoge Bad Neuenahr-Ahrweiler. Grundstückseigentümerin ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die mit dem Bürgerverein einen Gestattungsvertrag abschloss. Das „Lager Rebstock“ – Kosten: rund 25.000 Euro – soll die Erinnerung an die Opfer wachhalten, aber auch über die Verflechtungen von Konzentrationslagern Rüstungsindustrie, Militär, SS, und Zwangsarbeit im NS-Staat informieren. In den Montagewerkstätten in den ehemaligen Eisenbahntunneln in Marienthal und Dernau mussten etwa 1500 Arbeitssklaven aus acht Nationen leiden.

Das Mahnmal erstreckt sich über den Bereich zwischen den Portalen des ehemaligen Kuxberg- und Trotzenbergtunnels. In diesem Bereich gibt es viel zur Geschichte zu entdecken. Im Zentrum der Anlage steht ein Pavillon, an dem Infotafeln installiert werden.

Vertreter der Generalkonsulate Polens, Ungarns, Italiens, Frankreichs, der Russischen Föderation und der Niederlande haben ihr Kommen für die Einweihung zugesagt. Landrat Jürgen Pföhler, Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, und Klaus Liewald, Vorsitzender des Bürgervereins Synagoge Bad Neuenahr-Ahrweiler, werden dort sprechen.

Nachdem der Bad Breisiger Militärhistoriker Wolfgang Gückelhorn 2015 in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung den Anstoß zum Bau der Gedenkstätte gegeben hatte, bildete sich eine Initiativgruppe. Neben Gückelhorn und Klaus Liewald engagierten sich in dieser Gruppe Heike Wernz-Kaiser, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler, Heike Hollunder, Leiterin der Dokumentationsstätte Regierungsbunker, Andreas Schmickler aus Kirchdaun, Grafikdesigner und Sprecher der Gruppe „Denkmalpflege“ der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler, sowie Norbert Henseler aus Dernau und Günter Mönch aus Grafschaft-Esch.

Bad Neuenahr-Ahrweiler
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