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Grafschaft

Gedenken an die Opfer des Lagers "Rebstock": Allee führt zum Erinnern

Damit das Leiden der Zwangsarbeiter in dem 1943 von den Nationalsozialisten errichteten "Lager Rebstock" in Marienthal nicht in Vergessenheit gerät, soll hier bald eine Gedenkstätte entstehen.

18 Obstbäume sollen den Bahndamm vor dem einstigen Tunnel markieren, der auf dem historischen Foto (rechts) zu erkennen ist.
18 Obstbäume sollen den Bahndamm vor dem einstigen Tunnel markieren, der auf dem historischen Foto (rechts) zu erkennen ist.
Foto: N.N.

Von unseren Mitarbeiter Horst Bach

So sehen die Pläne für die Gedenkstätte für die Opfer des "Lagers Rebstock" aus. Bäume sollen an die Zwangsarbeiter und ihr Leiden erinnern.
So sehen die Pläne für die Gedenkstätte für die Opfer des "Lagers Rebstock" aus. Bäume sollen an die Zwangsarbeiter und ihr Leiden erinnern.
Foto: N.N.

Es ist der Ort, an dem 213 Häftlinge aus zwölf Nationen Zwangsarbeit leisteten. Viele von ihnen überlebten die unmenschlichen Haftbedingungen und Misshandlungen nicht. Das 1943 errichtete "Lager Rebstock" in Marienthal gehört zu den fast in Vergessenheit geratenen Außenlagern des nationalsozialistischen Lagersystems. Bald soll hier eine Gedenkstätte an das Unrecht entstehen mit dem Anspruch, eine Balance zwischen Aufarbeitung der Geschichte, Mahnung und sachlichen Information zu finden. Parteiübergreifende Zustimmung hierzu gab es bereits im Sozial-, Kultur-, Sport- und Demografieausschuss der Gemeinde Grafschaft: Das Gremium befürwortete unlängst die Beteiligung der Gemeinde an der Errichtung einer "Erinnerungsstätte Lager Rebstock".

Die Kosten werden auf 20 000 Euro geschätzt. Gedeckt werden diese durch eine Förderung des Kreises Ahrweiler in Höhe von 5000 Euro, während sich die restlichen 15 000 Euro die drei Kommunen Altenahr, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Grafschaft teilen sollen. Die Grafschafter Kommunalpolitiker votierten generell dafür, dass die voraussichtlichen 5000 Euro für das Projekt in den Haushalt 2017 eingestellt werden. Sofern die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) erwägt, das betreffende Flurstück auf die Gemeinde Grafschaft zu übertragen, segnete der Ausschuss auch eine kostenfreie Eigentumsübertragung beziehungsweise Pachtung ab. Die Verwaltung wird nun beauftragt, weitere Kosten für die Errichtung der Erinnerungsstätte und ihren den Unterhalt zu ermitteln. Geprüft werden soll demnach insbesondere unter dem Aspekt der zukünftigen Eigentumsverhältnisse und der Trägerschaft. "Die Frage, wer die rechtliche Verfügungsgewalt bekommt, ist noch nicht geklärt", unterstrich Bürgermeister Achim Juchem. Zumal mit der Übertragung des Grundstücks auch die Trägerschaft einhergehen würde.

"Wir begrüßen das Projekt", meinte Leo Mattuscheck (CDU). Hubert Münch sprach von einem großen Interesse der SPD daran, dass das Projekt "zügig umgesetzt wird." Die drei Kommunen Altenahr, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Grafschaft, deren Gebiete vom Lager und den unterirdischen Produktionsanlagen tangiert waren, beschäftigen sich seit einigen Monaten gemeinsam mit einer Initiativgruppe, dem Heimat- und Militärhistoriker Wolfgang Gückelhorn, Klaus Liewald (Vorsitzender des Bürgervereins Ehemalige Synagoge Ahrweiler), Heike Hollunder (Leiterin der Dokumentationsstätte Regierungsbunker) und Grafikdesigner Andreas Schmickler, mit dem Thema. Nach ersten Planentwürfen soll die nicht mehr vorhandene Bahntrasse zwischen den Eingängen von Kuxberg- und Trotzenbergtunnel durch eine Allee mit 18 Obstbäumen angedeutet werden. An zwölf dieser Bäume, die jeweils für die Herkunftsländer der Zwangsarbeiter stehen, soll eine Tafel mit den Namen der Häftlinge angebracht werden. Zudem soll Anfang März 2017 mitten in der Allee ein Info-Pavillon errichtet werden, in dem die Geschichte des Lagers Rebstock und der Zwangsarbeiter auf sechs Schautafeln dargestellt wird. Realisiert werden könnte das Projekt im Rahmen der Ahrweiler Freiheitswochen (10. bis 19. März 2017).

Die Erinnerungsstätte würde auf Grafschafter Gebiet errichtet. Das Flurstück ist allerdings noch im Besitz der BIMA, die es jedoch übertragen will, entweder an den Synagogenverein oder an die Gemeinde Grafschaft. Über eine finanzielle Beteiligung hinaus kann sich die Gemeinde weitere Unterstützung durchaus vorstellen.

Die Erinnerungsstätte "Lager Rebstock" steht heute auf der Tagesordnung von Ausschusssitzungen sowohl in der Grafschaft als auch in der Bad Neuenahr-Ahrweiler. Um 18 Uhr beschäftigt sich der Haupt- und Finanzausschuss in der Grafschaft damit. Im Rathaus der Kreisstadt beginnt die entsprechende Sitzung des Ausschusses für Generationen, Kultur und Soziales um 16.30 Uhr. Dabei geht es unter Punkt 6 um den städtischen Zuschuss für das Projekt.

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