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    Razzia in Fürthen: Polizei durchsucht Moschee der Ditib-Gemeinde

    Im Zusammenhang mit den bundesweiten Spitzelvorwürfen gegenüber Imamen verschiedener Ditib-Gemeinden ist auch die Fürthener Ulu-Moschee ins Visier der Fahnder gerückt. Ebenso wie rund ein Dutzend anderer Gemeinden, überwiegend in Nordrhein-Westfalen, ist der Türkisch-Islamische-Kulturverein Fürthen am Mittwochmorgen durchsucht worden.

    Seit 27 Jahren ist die Moschee in Fürthen ein Zentrum und Treffpunkt für viele muslimische Familien aus der Region. Das Gebäude, welches von außen einen hellen und soliden Eindruck macht, beherbergt neben Klubräumen auch den beeindruckenden Gebetssaal. Foto: Heinz-Günter Augst
    Seit 27 Jahren ist die Moschee in Fürthen ein Zentrum und Treffpunkt für viele muslimische Familien aus der Region. Das Gebäude, welches von außen einen hellen und soliden Eindruck macht, beherbergt neben Klubräumen auch den beeindruckenden Gebetssaal.
    Foto: Heinz-Günter Augst

    Im Auftrag der Bundesanwaltschaft nahmen Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes die Moschee unter die Lupe und sicherten Beweismittel. Es geht um den Verdacht der Agententätigkeit. Die Beschuldigten sollen den Angaben zufolge Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung gesammelt und an das türkische Generalkonsulat in Köln berichtet haben. Die Regierung in Ankara hält Gülen für den Drahtzieher des Putschversuchs vom Juli 2016. Details zu der Razzia in Fürthen nannte die Bundesanwaltschaft auch auf RZ-Anfrage nicht.

    Beamte der Polizeiinspektion Altenkirchen leisteten bei der Durchsuchung lediglich Amtshilfe. Aziz Ata, Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturvereins, bewertete die Polizeiaktion im Nachhinein relativ nüchtern: „Im Kern hat das nichts mit uns und der Moschee zu tun. Es geht um die Person unseres früheren Vorbeters.“

    Der besagte Hasan Akpinar war bis Ende 2016 zwei Jahre lang Imam der großen Moschee (türkisch: Ulu Camii) in Fürthen gewesen. In dieser Zeit wohnte er auch in dem Moscheegebäude in Fürthen, jedoch folgte er schon vor Wochen einer Aufforderung aus der Türkei, dorthin zurückzukehren. Bis der Nachfolger seinen Dienst antreten wird, übernimmt ein anderer Vorbeter übergangsweise diese Tätigkeit für die Gläubigen.

    Die Fürthener Moschee der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) gibt es seit 1989/90. Nach beträchtlichen Umbauarbeiten fand sie damals ihr Domizil im alten Schulgebäude des Dorfes (zuvor hatten sich die Muslime zehn Jahre lang in Hamm getroffen). Regelmäßig lädt die muslimische Gemeinde zu Sommer- und Herbstfesten ein und unterstreicht dadurch ihren Sinn für Offenheit, gute Nachbarschaft und Integration.

    Derweil nimmt die Debatte um die bundesweite Aufklärungsarbeit Fahrt auf. Kritische Stimmen werfen der Bundesanwaltschaft vor, sie habe zu spät gehandelt. Die Karlsruher Behörde ermittelt seit Mitte Januar. Mit Blick auf die jetzigen Razzien sagte Sprecherin Frauke Köhler, Festnahmen habe es nicht gegeben, weder in Nordrhein-Westfalen noch in Fürthen. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs habe bereits vor den Durchsuchungen entschieden, dass die Voraussetzungen für einen Haftbefehl nicht vorliegen, sagte sie.

    Ditib (Sitz in Köln) ist mit rund 900 Moscheegemeinden der größte Islamverband in Deutschland und kooperiert eng mit der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet in Ankara. Diese entsendet und bezahlt die Imame für die deutschen Gemeinden.

    elm/dpa

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