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Fensdorf

Geburtstag ist Wahltag: Fensdorfer Zwillinge Tabea und Noah werden am Sonntag 18

Sabrina Rödder

Die brünette Tabea ist 1,58 Meter klein, liebt das Tanzen sowie Kater Lui und zieht bald nach München. Der blonde Noah ist 1,83 Meter groß, liebt die Landwirtschaft und verbringt gern Zeit mit seinen Treckerfreunden. Die Brenner-Zwillinge aus Fensdorf sind sehr unterschiedlich, haben auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam. Und doch gibt es zumindest eine Sache, die zeigt, dass die beiden 17-Jährigen sich vielleicht doch ähnlicher sind, als sie denken. Bei der Bundestagswahl am 24. September setzen sie an gleicher Stelle ihre Kreuzchen. Und das Besondere: Genau am Tag der Wahl werden die beiden 18 Jahre alt.

Tabea und Noah Brenner aus Fensdorf sind auf den ersten Blick sehr unterschiedlich. Und doch gibt es mindestens eine Sache, die die beiden vereint: Sie sind Zwillinge – und geben am Tag der Bundestagswahl der gleichen Partei ihre Stimmen. Foto: Sabrina Rödder
Tabea und Noah Brenner aus Fensdorf sind auf den ersten Blick sehr unterschiedlich. Und doch gibt es mindestens eine Sache, die die beiden vereint: Sie sind Zwillinge – und geben am Tag der Bundestagswahl der gleichen Partei ihre Stimmen.
Foto: Sabrina Rödder

Um wie viel Uhr sie am Sonntag ins Wahllokal gehen, wissen die zweieiigen Zwillinge noch nicht. Es könnte allerdings etwas später werden, denn am Abend und in der Nacht zuvor steigt ihre große Geburtstagsparty mit 120 Gästen. Für ihre beiden Brüder Yannick und Joshua ist klar, wann sie das Wahllokal aufsuchen: „Wir gehen einfach mit der Partygemeinde geschlossen ins Wohllokal nebenan, sobald es aufmacht. Und dann wieder rüber ins Sportlerheim und feiern weiter.“ Der 23- und der 21-Jährige werden zumindest beim Thema Wählen ihrer Vorbildfunktion gerecht: „Wir gehen generell immer wählen“, sagen sie.

Welcher Partei Tabea und Noah ihre Stimmen geben, steht für sie schon länger fest. Einen Test mit dem Wahl-O-Mat mussten sie dafür jedenfalls nicht machen. Ohnehin wussten beide bis vor Kurzem gar nicht, dass es so etwas im Internet überhaupt gibt. Tabea erklärt, dass sie sich hin und wieder etwas zu den Themen Wahl und Politik durchliest. Und Noah hat sich schon häufiger mit Mama Karin darüber unterhalten. Die ist übrigens froh darüber, dass ihre beiden Jüngsten nun endlich 18 werden. „Der Berg ist dann endlich überwunden“, sagt sie und erinnert sich an damals, als sie erfuhr, dass es zwei weitere Kinder geben wird.

Wahlrecht bedeutet für Tabea und Noah Mitbestimmung. „Wenigstens einen Teil der Zukunft kann man selbst mitentscheiden“, findet Tabea, die vier Minuten älter ist als ihr Bruder. „Manche wählen nicht, meckern aber nachher. Ich gehe wählen und habe damit wenigstens meine Chance genutzt, etwas zu ändern.“

Ändern würde die 17-Jährige, die im Oktober ein duales Studium des Musik- und Eventmanagements anfängt, zum Beispiel den schlechten Zustand von vielen Straßen. „Allein die Straße zwischen Fensdorf und Gebhardshain ist schrecklich. Da sind so viele Schlaglöcher. Das ist total gefährlich, wenn ich da mit meinem Roller herfahre.“

Von der künftigen Bundesregierung wünscht sich Noah etwas anderes: „Mich nervt es, dass die Spanne vom Gehalt so groß ist“, sagt der 17-Jährige, der eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer absolviert. „Die handwerklichen Berufe verdienen weniger, als die industriellen Berufe oder die Bürojobs. Schon in der Ausbildung merkt man den Unterschied richtig übel.“ Aber auch die schlechte Zuganbindung des Kreises Altenkirchen an Koblenz findet er katastrophal. Um zur Landwirtschaftskammer zu kommen, muss er mehrmals umsteigen und dann noch 30 Minuten zu Fuß laufen. Noah stört es aber auch, dass „die Politiker nichts gegen die Vorurteile unternehmen, die viele Leute gegenüber Landwirten haben“. Wenn der 17-Jährige mit dem Traktor unterwegs ist, bekomme er oft den Mittelfinger gezeigt. „Die Leute haben keinen Bock auf Landwirtschaft“, erklärt Noah, der Bekannten häufiger zum Beispiel beim Heu machen hilft.

„Jede Stimme zählt“, hält Noah abschließend fest. Tabea: „Oha, Noah, du könntest Politiker werden.“ Aber recht hat er.

Von unserer Redakteurin Sabrina Rödder

Altenkirchen Betzdorf
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