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    Nürburgring: Betreiber wollen vorerst keine Pacht mehr zahlen

    Neues Kapitel im Streit zwischen den Privatbetreibern des insolventen Nürburgrings und der rheinland- pfälzischen Landesregierung: Die Betreibergesellschaft will den Geldhahn völlig zudrehen. Das kündigte Geschäftsführer Jörg Lindner am Mittwochabend im SWR-Fernsehen an. Allerdings dürfte das beim Land niemanden überraschen - die Kündigung war ja auch wegen ausstehender Pacht erfolgt.

    Mainz - Neues Kapitel im Streit zwischen den Privatbetreibern des insolventen Nürburgrings und der rheinland- pfälzischen Landesregierung: Die Betreibergesellschaft will den Geldhahn völlig zudrehen. Das kündigte Geschäftsführer Jörg Lindner im SWR-Fernsehen an. Allerdings dürfte das beim Land niemanden überraschen - die Kündigung für die Betreiber war ja auch wegen ausstehender Pacht erfolgt.

    Freizeitpark am Nürburgring
    Der Bau des Freizeitparks erwies sich als Flop.
    Foto: Thomas Frey/Archiv - DPA

    «Die Nürburgring Automotive GmbH als Betreiber des Nürburgrings hat den Herren Insolvenzverwaltern mitgeteilt, dass wir mit dem heutigen Tag unsere Pachtzahlungen zurückstellen werden, um künftige Ansprüche zu sichern, die wir aus vielfältigen Gründen haben.» Unter anderem gehe es um die Beseitigung von rund 2300 Baumängeln, um die sich seit dem Insolvenzantrag der Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH niemand mehr kümmere.

    Im Mai hatte Innenminister Roger Lewentz von einem Vergleichsangebot berichtet: Jörg Lindner und Kai Richter seien dabei, insgesamt 2300 Baumängel unter Begleitung eines Bausachverständigen zu beheben, sagte Lewentz damals auf Nachfrage des CDU-Abgeordneten Alexander Licht. Vieles sei schon erledigt. Die Pachtzahlungen könnten aufgrund der Mängel nicht einseitig gekürzt werden, so Lewentz damals. 

    Jetzt erklärte Richter: «Wir werden dann wieder in die Pachtzahlungen einsteigen, wenn die Mängel beseitigt sind.» Im vergangenen Monat hatten die Pächter nach eigenen Angaben noch 880 000 Euro an Pacht an die überwiegend landeseigene Nürburgring GmbH überwiesen. Dass die Pacht jetzt nicht mehr fließt, macht dem Insolvenzverwalter und dem Sachwalter die Arbeit schwieriger.

    Nürburgring-Enthusiasten wie Mike Frison nehmen die Entwicklung nur noch mit Sarkasmus auf: "Ist einfach, ab jetzt alles kostenlos. Sehen die doch auch so.", kommentierte er in seinem Blog knapp. 

    In der Präambel des Pachtvertrags hatten sich die Vertragspartner damals darauf verständigt, auf eine sorgfältige Prüfung und Analyse eines Unternehmens, insbesondere im Hinblick auf seine wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Verhältnisse (Due Diligence) zu verzichten. Stattdessen hat man sich auf eine sogenannte Einschwungphase mit geringeren Pachtzahlungen geeinigt, die dann in den Folgejahren zunehmend steigen sollen. Später kritisierte die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), dass den Pachtzahlungen falsche Zahlen zu Grunde liegen. Richter war allerdings von Anfang an in alle Planungen eingebunden.

    Die frühere SPD-Regierung hatte den Nürburgring um einen Freizeitpark erweitert und rund 330 Millionen Euro investiert. Die erhofften Besucherscharen blieben jedoch aus. Die Besitzfirma ist nun pleite. Der Millionen-Kredit einer landeseigenen Förderbank muss mit Haushaltsmitteln gedeckt werden. Den Privatbetreibern des Rings hatte das Land wegen ausstehender Pacht im Februar gekündigt, sie sollen im Herbst gehen.

    (dpa/law)

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