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    VdK: Schlammschlachtvor den Neuwahlen

    Im neuen Jahr geht das Hauen und Stechen im größten Sozialverband von Rheinland-Pfalz, dem VdK, munter weiter. Die Hoffnung, dass mit der anstehenden Wahl des Landesvorsitzenden am kommenden Samstag in Bingen endlich Ruhe einkehrt, dürfte sich seit Mittwoch als Trugschluss entpuppt haben. Drei Tage vor der Neuwahl kursiert eine CD mit anonymem Absender, in der der derzeitige Interims-Vorsitzende Ernst Schimmel schwer angegangen wird, mutmaßlich um dessen Wahl zum Vorsitzenden gezielt zu verhindern.

    Foto: mrz

    In wie weit die geäußerten Vorwürfe - Amtsmissbrauch, Veruntreuung und Satzungsverstöße - haltbar sind, ist schwer zu bewerten. Belege für seine teils recht diffus formulierten Behauptungen hat der Verfasser dem Datenträger jedenfalls nicht beigelegt.

    An 26 von 28 Kreisgeschäftsstellen wurde der Datenträger verschickt. Einzige Ausnahmen waren die Kreisgeschäftsstelle in Worms, der Kreisverband, dem auch Ernst Schimmel angehört, und der Kreisverband Kaiserslautern. Deren Vorsitzende werden in dem Schreiben ebenfalls heftig angegangen. Zudem ruft der Verfasser die Kreisvorsitzenden vor der Wahl dazu auf, gegen Ernst Schimmel zu stimmen. "Überlegen Sie genau, wem Sie das Ruder überlassen wollen", heißt es in dem Brief. "Die Pfälzer Intriganten und Ehrabschneider dürfen auf keinem Fall im Landesverband das Sagen haben."

    Formulierungen weisen auf Insider-Wissen hin

    "Das ist eine Riesenschweinerei. Wir werden Strafantrag stellen", sagt ein erzürnter Karl Rösner, kritisierter Vorsitzender des Kreisverbands Kaiserslautern und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandsausschusses, dem Aufsichtsrat des Verbands. Aus seiner Sicht handelt es sich um erlogene Beleidigungen. Besonders schwer wiegt für Rösner, dass sich der Autor offensichtlich interne Daten aus den betroffenen Kreisverbänden beschafft hat - ohne deren Wissen und Zustimmung. Dies werde er beim Landesdatenschutzbeauftragten anzeigen.

    Wer hinter dem anonymen Störfeuer steckt? "Wir vermuten, dass es Andreas Peifer war", sagt Rösner. Viele Formulierungen weisen auf Insider-Wissen hin, das nur er haben kann. Peifer, langjähriger Vorsitzender des Verbands musste im Sommer auf massiven öffentlichen Druck seinen Hut nehmen, nachdem interne Kritik laut geworden war. Unter anderem werden ihm Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Zudem soll er maßgeblichen Anteil an Millionenverlusten haben, die der Verband mit diversen Geschäftsmodellen eingefahren hat. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Peifer und sechs weitere Mitglieder. Auch diese Altlasten sind alles andere als aufgearbeitet.

    Nach sicheren Informationen dieser Zeitung wird Ernst Schimmel am Samstag verkünden, dass das Minus durch den inzwischen eingestellten Fahrdienst VdK mobil inzwischen auf 3,4 Millionen Euro angewachsen ist. Eine Entlastung des Vorstands für die Jahre 2010 und 2011 wird es am Samstag wegen der Ermittlungen nicht geben.

    Andreas Nöthen

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