Archivierter Artikel vom 06.04.2013, 07:00 Uhr
Genf

Stiller Killer: WHO warnt vor Bluthochdruck

Er kommt schleichend und bleibt oft lange Zeit unbemerkt. Dabei gehört chronischer Bluthochdruck zu den gefährlichsten Krankheiten unserer Zeit, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus Anlass des Weltgesundheitstages an diesem Sonntag. Mehr als neun Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen eines überhöhten Blutdrucks.

Foto: DPA

Laut WHO leiden mittlerweile weltweit rund eine Milliarde Menschen unter Bluthochdruck, während es 1980 noch etwa 600 Millionen waren. Zu den Hauptursachen der Zunahme gehört laut WHO neben dem Wachstum und Älterwerden der Weltbevölkerung „die Globalisierung ungesunder Lebensführung“. Das Robert Koch-Institut erklärt, dass allein im Jahr 2008 deutschlandweit 9 Milliarden Euro an Kosten für die Behandlung von Bluthochdruck angefallen sind – dies war ein Viertel aller durch Erkrankungen des Kreislaufsystems entstandenen Kosten.

Genau hinschauen ist beim Blutdruckmessen wichtig für ein gesundes Herz: Der Blutdruck sollte regelmäßig kontrolliert werden.
Genau hinschauen ist beim Blutdruckmessen wichtig für ein gesundes Herz: Der Blutdruck sollte regelmäßig kontrolliert werden.
Foto: DPA

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist auch in Rheinland-Pfalz laut Angaben der Kasse Barmer GEK von Bluthochdruck betroffen. Im Jahr 2011 erhielten demnach 27,01 Prozent der Männer und Frauen in Rheinland-Pfalz die Diagnose „essentielle Hypertonie“ – es ist die am häufigsten gestellte Diagnose in der ambulanten Versorgung. Gut 10 Prozent aller Rheinland-Pfälzer – 438 205 Personen – sind bei der Barmer GEK versichert.

Davon erhielten in der Altersgruppe 40 bis 65 Jahre im Jahr 2011 32,52 Prozent aller Männer die Diagnose Bluthochdruck, bei den Frauen waren es 28,87 Prozent. In der Gruppe der 65 bis 80 Jahre alten Menschen waren es 68,09 Prozent der Männer und 66,08 Prozent der Frauen.

Bei den über 80-Jährigen liegt die Erkrankungsquote bei mehr als 70 Prozent. Laut dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse wurden männliche Personen im Alter von 15 bis 65 Jahren in jedem zweiten Fall wegen Herz-Kreislauf-Beschwerden behandelt. Männer im erwerbstätigen Alter mussten laut TK im Jahr 2011 jeden vierten Tag Herz-Kreislauf- Medikamente nehmen.

„Eine besondere Gefahr liegt darin, dass Bluthochdruck oftmals nicht erkannt und zu lang nicht behandelt wird“, warnt der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD). Die Gefahr kann mit einer gesünderen Lebensführung deutlich verringert werden, sagt WHODirektorin Margaret Chan. Chronischer Bluthochdruck sei ein „stiller, unsichtbarer Killer“, weil er zunächst kaum Symptome verursache und daher oft zu lange unbehandelt bleibe.

dpa/ck/vb