Archivierter Artikel vom 06.04.2013, 07:00 Uhr

Ratgeber: Tipps zum richtigen Blutdruckmessen

Etwa 35 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Bluthochdruck. Zu den Folgen der sogenannten Hypertonie zählen Herz- Kreislauf-Erkrankungen und Organschäden. Beim Weltgesundheitstag steht das Volksleiden Nummer eins deshalb im Fokus. „Bluthochdruck ist so gefährlich, weil man ihn nicht spürt“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer GEK.

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Sehr oft sei Bluthochdruck ein Zufallsbefund beim ärztlichen Routinecheck ab dem 35. Lebensjahr. Um die Werte und damit auch das Risiko zu kontrollieren, empfiehlt sie eine regelmäßige Messung, sowohl seitens des Arztes als auch vom Patienten selbst. Wer zu Hause seinen Blutdruck misst, sollte einige Dinge beachten. So kann es bei der Messung schnell zu Fehlern kommen.

Ursächlich für verfälschte Werte sind aber meist nicht die Geräte, sondern Fehler bei der Anwendung. Geeichte Messgeräte gibt es unter anderem in Apotheken und im Sanitätsfachhandel. Dort erhält man auch eine Beratung, wie man das Blutdruckmessgerät richtig nutzt. Ein Gerät beispielsweise, das mit einer Manschette am Handgelenk befestigt ist, ist immer auf Herzhöhe zu halten.

Messtagebuch führen

Besteht der Verdacht auf Bluthochdruck, sollte am Anfang der Behandlung mindestens dreimal am Tag gemessen werden. Gleich morgens nach dem Aufwachen, um auch den Ruhepuls in Erfahrung zu bringen, dann auf jeden Fall noch einmal nachmittags und abends. „Am Anfang sollte man an beiden Armen den Blutdruck ermitteln“, rät Marschall. Falls die Werte stark voneinander abweichen, kann dies Aufschluss über den Zustand der Gefäße geben.

Damit der Arzt die Ergebnisse der Patientenmessung besser einordnen kann, ist es sinnvoll, eine Art Messtagebuch zu führen. Neben dem Blutdruckwert sollten auch der Puls und die Uhrzeit notiert werden. Da die Werte auch von der körperlichen Aktivität und der emotionalen Verfassung abhängen, wird festgehalten, ob man im Sitzen, Liegen oder Stehen gemessen hat und welche Tätigkeit unmittelbar vorher verrichtet wurde.

Der erste Wert (systolischer) sollte normal unter 130 mmHg liegen, der zweite (diastolischer) unter 85 mmHg. Letzterer ist entscheidend, da er auch Rückschlüsse auf die Funktion des Herzmuskels zulässt.

Blutdruck steigt im Alter

„Der Blutdruck ist von verschiedenen Faktoren wie dem Lebensalter abhängig“, erklärt Marschall.

Durch die verminderte Elastizität der Gefäße steigt der Druck mit dem Lebensalter. Kommt es zu einem Notfall sollten Anrufer ihren Verdacht auf einen Bluthochdrucknotfall deutlich äußern. So stellen sie sicher, dass nicht nur ein Krankenwagen, sondern ein Rettungswagen mit Notarzt geschickt wird. Das empfiehlt die Deutsche Herzstiftung in Frankfurt.