Archivierter Artikel vom 29.01.2013, 08:00 Uhr

Frage der Charaktere ... Hausaufgabe: Üben, üben, üben!

Die Heftigkeit der Debatte hat viele überrascht. Das liegt daran, dass es hierzulande eine Kultur des Sexismus gibt, die wie selbstverständlich praktiziert wird – wir haben sie gut eingeübt: Männer kommen mit sexistischen Übergriffen durch, und Frauen lassen es zu oft unkommentiert.

Sandra Elgaß sieht Männer und Frauen in der Pflicht
Sandra Elgaß sieht Männer und Frauen in der Pflicht

Denn die gesellschaftliche Dominanz von Männern steht erst seit vergleichsweise kurzer Zeit infrage. Die Debatte macht das sichtbar und hinterfragt Selbstverständlichkeiten – das kann uns helfen. Denn Veränderung, das lehrt die Geschichte, braucht vor allem solche Anstöße und dann: Zeit. Und es gibt ja kein Zurück: Immer mehr gut ausgebildete Frauen erobern männliche Reviere wie das Berufsleben – sie wollen es und müssen es, denn die Einverdienerehe ist ein Auslaufmodell.

Dabei ist es zwar natürlich, dass Männer Frauen als Frauen wahrnehmen und umgekehrt. Aber es muss Grenzen geben. Die lassen sich ärgerlicherweise nicht klar definieren, denn es kommt auf die beteiligten Charaktere an, auf die Situation oder darauf, ob zwischen den Beteiligten ein Machtgefälle besteht. Die Hausaufgabe für Männer und Frauen heißt daher: den respektvollen Umgang miteinander und klare Kommunikation weiter und bewusster üben.

E-Mail: sandra.elgass@rhein-zeitung.net